Sie ist Jahrgang 1941, er kam 1989 zur Welt: Zwei Generationen liegen zwischen der legendären Pianistin Martha Argerich und dem jungen israelischen Maestro Lahav Shani — aber es ist ein Clash, bei dem die Funken stieben. Als sie 2019 in Tel Aviv erstmals gemeinsam auftraten, übrigens mit Beethovens Zweitem Klavierkonzert, kannte der Applaus keine Grenzen. Seither musizieren die beiden regelmässig zusammen: sie an den Tasten und er am Pult. Oder auch bei Rezitalen für zwei Klaviere oder vierhändig bei Zugaben, denn Shani ist ebenfalls ein Pianist von Rang. «Wenn Klavier und Orchester einander in flotter, federleichter Manier die Pointen zuspielen, erinnert das an den Witz einer klassischen Screwball-Comedy mit Katharine Hepburn», urteilte der Wiener Standard über ihren jüngsten gemeinsamen Auftritt mit Beethovens B-Dur-Konzert. Gespannt sein darf man aber auch auf Shanis Deutung von Brahms’ ausgeklügelter Vierter Sinfonie mit den Münchner Philharmonikern, deren Leitung er wenige Tage nach seinem Luzerner Gastspiel antritt. Schon im letzten Sommer war er mit seinem neuen Orchester bei Lucerne Festival zu hören, und man spürte sofort: Hier haben sich die Richtigen gefunden!