KKL Luzern, Konzertsaal

KKL Luzern
Europaplatz 1
CH-6002 Luzern

Wer durch die bordeauxroten Gangways in den hell erleuchteten Konzertsaal mit seinen strahlend weissen Gipsreliefs, den edlen Hölzern und dem nachtblauen Sternenhimmel gelangt, dem ist feierlich zumute: Die «Salle blanche» des KKL Luzern, geschaffen vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel, zieht das Publikum in seinen Bann, noch bevor der erste Ton erklungen ist.

Als akustische Vorbilder dienten die berühmten Konzertsäle von Wien, Amsterdam und Boston. Schon im 19. Jahrhundert hatten kluge Köpfe mit Gefühl und Sinn für Geometrie ausgetüftelt, worauf es ankommt: Am besten klingt es, wenn der Saal die Form einer Schuhschachtel hat. Daran hielten sich Nouvel und der amerikanische Akustiker Russell Johnson. Und noch mehr: Ihm war von Anfang an klar, dass ein moderner Konzertsaal akustisch variabel sein muss, verlangen doch Bach und Bruckner unterschiedliche Klangbilder. Der akustische Baldachin über der Bühne – das Canopy –, die fünfzig drehbaren bis zu acht Tonnen schweren Echokammertore, die Gipsreliefs und alle verwendeten Materialien erfüllen höchste akustische Ansprüche. Mit Schleusen, die jegliche Geräusche schlucken, und einem Belüftungssystem, das weit unter der Hörgrenze arbeitet, hat Russell Johnson eine weitere Grundlage jeder guten Akustik geschaffen: jene absolute Stille, in der sich die Klänge in ihrer gesamten Dynamik entfalten können – vom leisesten Pianissimo bis hin zum gewaltigsten Fortissimo.