In ganz grosser Besetzung tritt das Lucerne Festival Orchestra zu diesem Konzert an: Richard Strauss’ farbenprächtige Alpensinfonie sieht allein 64 Streicher vor, vierfach besetzte Holzbläser, acht Hörner auf der Bühne und zwölf dahinter, dazu je vier Trompeten und Posaunen, zwei Basstuben, zwei Harfen, Orgel, Celesta und riesiges Schlagwerk. Aber Strauss holt aus diesem gigantischen Klangkörper die feinsten Nuancen heraus und schildert eine Bergwanderung in 22 Stationen. Jagdhörner schallen, Herdenglocken läuten, der Wasserfall rauscht — und der tschechische Dirigent Jakub Hrůša versteht es wunderbar, dieses üppige Klanggemälde zum Leuchten zu bringen. Strauss war der Erfolgskomponist seiner Zeit, doch mit dem jungen Erich Wolfgang Korngold erwuchs ihm in den 1920er Jahren ein echter Rivale. Was wäre geschehen, hätte Korngold nicht ins Exil nach Amerika gehen müssen, wo er mit seinen Filmmusiken für Furore sorgte? Erst 1945 kehrte er zum klassischen Repertoire zurück und legte sein schwelgerisches Violinkonzert vor. Der taiwanesisch-australische Geiger Ray Chen wird es vortragen: «Zum Sterben schön», urteilte die Huffington Post über sein Spiel.