Vita

Der 1952 in Leningrad geborene Dirigent Semyon Bychkov, der seit 1983 amerikani­scher Staatsbürger ist, studierte am Glinka-­Konservatorium und am Leningrader Konservatorium bei Ilja Musin, gewann 1973 den Rachmaninow-Wettbewerb und emigrierte 1975 in die USA, wo er sich am New Yorker Mannes College of Music einschrieb. Nach ersten Auftritten bei amerikanischen Orchestern sprang er 1984 gleich mehrfach für namhafte erkrankte Kollegen ein und gab damit seiner Karriere den entscheidenden Impuls. In rascher Folge debutierte er beim Royal Concertgebouw Orchestra Amster­dam, beim New York Philharmonic und bei den Berliner Philharmonikern, die ihn sogleich für eine Orchesterreise verpflichteten. Von 1989 bis 1998 übernahm Bychkov die Leitungsposition beim Orchestre de Paris, von 1999 bis 2003 war er Chefdirigent der Sächsischen Staatsoper Dresden, von 1997 bis 2010 stand er dem Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks vor, und seit 2018 fungiert er als Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. Diese Position gibt er 2028 auf, um dann als Musikdirektor die Leitung der Opéra national de Paris an­zutreten. Ausserdem hat er derzeit den Günter Wand Conducting Chair beim BBC Symphony Orchestra und den Otto Klemperer Chair of Conducting an der Londoner Royal Academy of Music inne. Bychkov ist regelmässiger Gast bei vielen führenden Orchestern und Opernhäusern der Welt. So leitete er 2025/26 das Royal Concertgebouw Orchestra, das Leip­ziger Gewandhausorchester, das Orches­tra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, die Berliner Philharmoniker und das New York Philharmonic. An der Opéra national de Paris brachte er eine Neuproduktion von Tschaikowskys Eugen Onegin heraus. Bei den Bayreuther Festspielen dirigierte er 2024/25 Wagners Tristan und Isolde. 2015 wurde Bychkov als Dirigent des Jahres mit dem International Opera Award ausgezeichnet, 2022 verlieh ihm das Magazin Musical America diesen Ehrentitel. Das BBC Music Magazine wählte seine Aufnahme von Smetanas Má vlast zur Orchester-CD des Jahres 2025.

Debut bei Lucerne Festival (IMF) am 7. September 1991 mit dem Orchestre de Paris und Werken von Prokofjew und Berlioz.

August 2026