Vita

Geboren 1964 in Berlin (Ost), erhielt Jan Vogler seinen ersten Cellounterricht von seinem Vater Peter Vogler und studierte später bei Josef Schwab, Heinrich Schiff und Siegfried Palm. 1984 wurde er als Erster Solocellist in die Staatskapelle Dresden aufgenommen. Diese Position gab er 1997 auf, um sich ganz seiner Solokarriere zu widmen. Sie führte ihn zum New York Philharmonic, zum Boston, zum Chicago und zum Pittsburgh Symphony Orchestra, zu den Münchner Philharmonikern und den Wiener Symphonikern, zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und zum Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, zum Gewandhausorchester Leipzig und zum City of Birmingham Symphony Orchestra. Immer wieder widmete sich Vogler dabei der zeitgenössischen Musik und brachte Werke von Tigran Mansurjan, John Harbison, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann, Nico Muhly und Sean Shepherd zur Uraufführung. Wichtig ist Vogler auch der Dialog mit anderen Künsten und Genres, wie seine Auftritte mit der Lyrikerin Amanda Gorman, dem Schauspieler Bill Murray oder dem Ensemble The Knights zeigen. Neben seiner internationalen Solistenkarriere übernahm Vogler auch bald führende Positionen im Kulturmanagement. 2001 trat er die Leitung des Moritzburg Festivals an, das sich auf Kammermusik konzentriert. Seit 2008 amtiert er als Intendant der Dresdner Musikfestspiele, wo er gemeinsam mit Kent Nagano das Projekt «The Wagner Cycles» mit der Ring-Tetralogie in historisch informierter Aufführung initiierte; damit gastierte er seit 2023 auch jeden Sommer bei Lucerne Festival. Seit 2003 veröffentlicht Vogler Einspielungen bei Sony Classical: Aus dieser Zusammenarbeit sind mittlerweile 20 CDs hervorgegangen, mit einem Repertoire, das von den Bach’schen Cellosuiten bis zu Pop Songs reicht. 2006 wurde er mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet, 2011 erhielt er den Erich-Kästner-Preis für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung, 2018 den TAURUS-Kulturpreis. Jan Vogler spielt das Stradivari-Cello «Castelbarco/Fau» von 1707.

Juli 2026