Vita

Elisabeth Leonskaja, die 1945 als Kind einer russischen Familie im georgischen Tiflis geboren wurde, absolvierte ihr Klavierstudium bei Jakov Milstein am Moskauer Konservatorium. 1964 gewann sie den George-Enescu-Wettbewerb in Bukarest, 1965 wurde sie beim Concours Long-Thibaud in Paris ausgezeichnet, 1968 beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel. Prägend für ihre künstlerische Entwicklung war die Zusammenarbeit mit Swjatoslaw Richter, mit dem sie in der Duoformation zahlreiche Konzerte gestaltete und das Repertoire für zwei Klaviere oder vier Hände interpretierte. 1978 verliess Elisabeth Leonskaja die damalige Sowjetunion und emigrierte nach Wien. Die Salzburger Festspiele luden sie 1979 zu einem Klavierabend ein, der ihren Namen auch im Westen schlagartig zu einem Begriff werden liess. Danach trat sie als Solistin mit den bedeutendsten europäischen und amerikanischen Orchestern auf und arbeitete mit Dirigenten wie Sir Colin Davis, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Mariss Jansons, Kurt Masur, Kurt Sanderling und Yuri Temirkanov zusammen. Mit Rezitalen präsentierte sie sich in den grossen Metropolen und war Gast bei den Festivals von Edinburgh, Wien, Schleswig-Holstein und Salzburg sowie der Schubertiade in Schwarzenberg. Elisabeth Leonskaja widmet sich umfassend der Kammermusik und war langjährige Partnerin des Alban Berg und des Guarneri Quartetts; heutet konzertiert sie vor allem mit dem Borodin und dem Artemis Quartett. Ihre Einspielungen wurden vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Prix Caecilia und dem Diapason d’or. 2020 erhielt sie den ICMA-Preis für ihr Lebenswerk, 2021 den Opus Klassik als Instrumentalistin des Jahres. Zuletzt veröffentlichte sie eine Gesamteinspielung der Mozart-Sonaten (2022) und Klavierwerke von Franz Schubert (2023). 2024 erschienen ihre Deutungen von Schumanns und Brahms’ Klavierkonzerten sowie ein Album mit Werken der Zweiten Wiener Schule. Elisabeth Leonskaja ist Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse.

Mai 2026