Geboren 1990 im französischen Baskenland, begann der Organist Thomas Ospital seine musikalische Ausbildung bei Esteban Landart am Konservatorium von Bayonne und setzte seine Studien anschliessend am Pariser Konservatorium u. a. bei Olivier Latry, Michel Bouvard, Thierry Escaich, Philippe Lefebvre und Pierre Pincemaille fort. Bei seinem Abschluss erhielt er fünf Erste Preise in den Fächern Orgel, Improvisation, Harmonielehre, Kontrapunkt und Fuge. Auch bei internationalen Wettbewerben war Ospital erfolgreich, so in Saragossa (2009), Chartres (Prix Duruflé und Publikumspreis), Toulouse und Angers (Grand Prix Jean-Louis Florentz und Publikumspreis). 2012 war er Young Artist-in-Residence an der Kathedrale Saint Louis King of France im amerikanischen New Orleans und 2015 Artist-in-Residence beim Festival de Musique Sacrée de Rocamadour. Im selben Jahr wurde Thomas Ospital als Nachfolger von Jean Guillou zum Titularorganisten an der grossen Orgel von Saint-Eustache in Paris ernannt. Von 2016 bis 2019 war er Organist-in-Residence bei Radio France. Einen breiten Raum in seiner künstlerischen Arbeit nimmt die Improvisation ein, der er sich nicht nur im sakralen Rahmen, sondern auch bei der Begleitung von Stummfilmen widmet. Auftritte als Konzertorganist und Solist mit Orchester führten ihn durch ganz Europa, die USA und nach Australien. 2017 veröffentlichte Ospital seine Debut-CD mit Orgelwerken von Franz Liszt, 2018 erschien ein Johann Sebastian Bach gewidmetes Album, das auch die Choraletüden von Thierry Escaich enthält. Seine jüngste Einspielung mit den Orgelsuiten aus dem Magnificat des Barockmeisters Jean Adam Guilain kam 2025 bei Château de Versailles Spectacles heraus. 2017 wurde Thomas Ospital als Professor für Generalbass-Harmonisierung ans Pariser Conservatoire berufen, seit 2021 leitet er dort seine eigene Orgelklasse.
Juli 2026