Vita

Der taiwanesisch-australische Geiger Ray Chen wurde 1989 in Taipeh geboren und erhielt im Alter von vier Jahren seinen ersten Violinunterricht nach der Suzuki-Methode. Schon als Achtjähriger gab er mit dem Philharmonischen Orchester von Queensland, wohin er mit seiner Familie umgezogen war, sein Konzertdebut; 1998 trat er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Nagano auf. Sein Studium absolvierte Ray Chen bei Peter Zhang in Sydney und ab 2004 bei Aaron Rosand am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Meisterkurse führten ihn zu Midori, Cho-Liang Lin, Maxim Vengerov und Antje Weithaas. 2008 gewann Chen die Yehudi Menuhin International Competition for Young Violinists, 2009 ging er als Sieger aus den Young Concert Artists Auditions in New York hervor und erhielt den Ersten Preis mitsamt Publikumspreis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel. Seither konzertiert er weltweit mit den renommiertesten Orchestern, darunter das New York und das Los Angeles Philharmonic, die Filarmonica della Scala und das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das San Francisco und das Pittsburgh Symphony Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig und die Münchner Philharmoniker. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Daniele Gatti, Manfred Honeck, Vladimir Jurowski, Sakari Oramo und Kirill Petrenko zusammen. Ray Chen spielte am französischen Nationalfeiertag vor 800 000 Menschen in Paris, er wirkte bei einem Konzert für die Nobelpreisträger*innen in Stockholm mit und trat bei den BBC Proms auf. Intensiv engagiert er sich im edukativen Bereich, so als Mitbegründer des Start-ups Tonic, das eine App zum instrumentalen Üben entwickelt hat. Er hat eine hohe Präsenz in den sozialen Medien und nutzt dabei die Interaktion mit seinem Publikum. Gleich Chens Debut-CD Virtuoso wurde 2011 mit dem Echo Klassik ausgezeichnet. Neun Alben hat er inzwischen veröffentlicht; zuletzt erschien im Herbst 2024 Player 1, das u. a. Korngolds Violinkonzert enthält. Ray Chen musiziert auf einer Stradivari aus dem Jahr 1727.

Bisher ein Auftritt bei Lucerne Festival: Am 29. August 2013 gestaltete er hier mit Julien Quentin am Klavier ein Debut-Konzert und interpretierte Werke von Bach, Strawinsky und Prokofjew.

April 2026