Lettischer Rundfunkchor

Der Lettische Rundfunkchor, der 1940 gegründet wurde, widmet sich einem breiten Repertoire der Chormusik von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert. Vor allem durch seine Interpretationen neuer und neuester Partituren hat er sich den Ruf eines «Klanglabors» erworben: Die Sängerinnen und Sänger haben sich auf besondere vokale Fertigkeiten wie die Intonation von Vierteltönen oder den Obertongesang spezialisiert und vertiefen sich regelmässig in die Geheimnisse der uralten Gesangstradition ihrer Heimat. Ein wichtiges Anliegen des Ensembles ist die Förderung lettischer Komponisten, die bei internationalen Auftritten in aller Welt vorgestellt werden. Für seine Einspielungen der Werke von Eriks Ešenvalds, Kristaps Petersons und Martinš Vilums wurde dem Chor vom Internationalen Musikrat der Unesco der Preis des «International Rostrum of Composers» verliehen. Der Lettische Rundfunkchor wurde zum Baltic Sea Festival, zu den Klangspuren nach Schwaz und zur Biennale di Venezia eingeladen; er konzertierte im Amsterdamer Concertgebouw, im Berliner Konzerthaus, im Pariser Théâtre des Champs-Elysées und im New Yorker Lincoln Center. Zu den Partnern des Ensembles am Dirigentenpult zählen Heinz Holliger, Tõnu Kaljuste, Stephen Layton, Lars Ulrik Mortensen und James Wood. Bereits sechsmal wurde der Chor mit dem Grossen Lettischen Musikpreis ausgezeichnet. – Der 1966 in Riga geborene Kaspars Putninš ist dem Lettischen Rundfunkchor seit 1992 als Dirigent verbunden; mit ausgewählten Chormitgliedern begründete er obendrein die Latvian Radio Chamber Singers. Als Gast dirigiert Putninš die BBC Singers, den RIAS Kammerchor, den Niederländischen Kammerchor, den Schwedischen Rundfunkchor und den Estonian Philharmonic Chamber Choir.

August 2014