Vita

Kent Nagano, geboten 1951 im kalifornischen Berkeley, studierte an den Universitäten von Santa Cruz und San Francisco; praktische Erfahrungen sammelte er an der San Francisco Opera. 1978 wurde er zum Leiter des Berkeley Symphony Orchestra ­berufen, 1983 assistierte er Seiji Ozawa bei der Uraufführung von Messiaens Saint François d’Assise in Paris. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 1984 beim Boston Symphony Orchestra mit Mahlers Neunter Sinfonie und erhielt dafür den Seaver/National Endowment fort he Arts Conductors Award. 1989 wurde Nagano zum Leiter der Opéra de Lyon berufen (bis 1998), von 1991 bis 2000 amtierte er als Musikdirektor beim Hallé Orchestra, von 2000 bis 2006 als Chefdirigent beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Danach übernahm er die Leitung des Orchestre symphonique de Montréal (2006–20) und das Amt des Generalmusikdirektors an der Bayerischen Staatsoper (2006–13). Seit 2015 ist er in derselben Position an der Staatsoper Hamburg tätig, wo er seine Amtszeit mit der Saison 2024/25 beschliessen wird. Dort bringt er in seiner letzten Spielzeit Neuproduktionen von Strauss’ Ariadne auf Naxos, Unsuk Chins Die dunkle Seite des Mondes und Rodolphe ­Bruneau-Boulmiers Die Illusionen des William Mallory heraus. Als Gast dirigierte Nagano viele bedeutende Orchester und trat an der Metropolitan Opera, der Los Angeles und der San Francisco Opera, der Mailänder Scala, der Staatsoper Berlin und bei den Salzburger Festspielen auf. Im vergangenen November leitete er beim Bayerischen Staatsorchester die Uraufführung von Unsuk Chins Orchesterwerk Operascope. Kent Nagano wurde 2019 zum Ehrendirigenten von Concerto Köln ernannt; mit diesem Ensemble und dem Dresdner Festspielorchester führt er das historisch-informierte Projekt «Wagner-Lesarten» durch. Für seine Aufnahme von Saariahos L’Amour de loin erhielt er einen Grammy. 2014 erschien sein Buch Erwarten Sie Wunder!, das eine Lanze für die Klassische Musik bricht; 2021 folgte 10 Lessons of my Life über Begegnungen, die sein Leben veränderten.

Debut bei Lucerne Festival am 1. September 1998 mit dem Hallé Orchestra, dem Arnold Schönberg Chor und Messiaens Saint François d’Assise. 

Juni 2024