Die Mezzosopranistin Joyce DiDonato kam 1969 in Kansas als Kind einer irisch-amerikanischen Familie zur Welt. Sie studierte zunächst an der Wichita State University und später an der Academy of Vocal Arts in Philadelphia. International bekannt wurde sie, als sie 1998 den George-London Wettralia Competition gewann. Danach erhielt sie Einladungen an viele bedeutende Bühnen, nach London und Paris, Wien, Madrid, Mailand oder Berlin und vor allem an die New Yorker Metropolitan Opera, wo sie seit ihrem Debut im Jahr 2005 mehr als 100mal aufgetreten ist, zuletzt im Frühjahr 2026 bei der US-amerikanischen Premiere von Kaija Saariahos Innocence. Joyce DiDonatos Repertoire erstreckt sich vom Barock und namentlich den Opern Händels über Mozart, das Belcanto-Fach und die französische Romantik bis zu Richard Strauss (Octavian im Rosenkavalier), Leoš Janáček (Das schlaue Füchslein) und zeitgenössischen Werken wie Jake Heggies Dead Man Walking oder Kevin Puts’ The Hours. Als Konzertsängerin war sie bei so prominenten Anlässen wie der «Last Night of the Proms» oder beim Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker zu erleben. Auch als Liedsängerin tritt sie regelmässig hervor, etwa bei ihren gefeierten Auftritten mit Schuberts Winterreise. Immer wieder kreiert DiDonato Themenabende, darunter ihre preisgekrönten Projekte War and Peace (2016) und Eden (2022). Hintergrund dafür ist nicht zuletzt ihr soziales und politisches Engagement als «Aktivistin», wie sie sich selbst nennt. DiDonato setzt sich für Gefangene, Geflüchtete und den Naturschutz ein, sie hat in Griechenland das Ausbildungsprojekt «El Sistema Greece» in Leben gerufen, ist Global Ambassador von «World Voice» und führt in der New Yorker Carnegie Hall ein «Lullaby Project» durch. In Amerika wurde sie mit dem Beverly Sills Award der Metropolitan Opera und dem Richard Tucker Award ausgezeichnet. Gleich dreimal erhielt sie für ihren Einspielungen den renommierten Grammy; 2018 nahm sie den Olivier Award entgegen.
Mai 2026