Die glanzvolle Geschichte der Mailänder Scala begann am 3. August 1778, als das Haus mit der Uraufführung von Antonio Salieris L’Europa riconosciuta eingeweiht wurde. In den ersten 75 Jahren seines Bestehens wurde das Orchester des Teatro alla Scala meist von den Konzertmeistern angeführt, ehe 1854 mit Alberto Mazzucato erstmals ein Dirigent die Leitung vom Pult aus übernahm. Franco Faccio wurde 1871 zum ersten Musikdirektor der Bühne ernannt; er dirigierte dort 1887 auch die Uraufführung von Verdis Otello. Zu seinen Nachfolgern zählten u. a. Arturo Toscanini, Tullio Serafin, Victor de Sabata, Carlo Maria Giulini, Claudio Abbado, Riccardo Muti und Daniel Barenboim. Seit 2015 amtiert Riccardo Chailly an der Spitze von Chor und Orchester, 2027 tritt Myung-Whun Chung seine Nachfolge an. Nicht minder prominent ist die Riege der Gastdirigenten, zu denen Grössen wie Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Carlos Kleiber gehörten. Heute sind 135 Musikerinnen und Musiker im Scala-Orchester verpflichtet, das besonderen Wert auf ein rundes, warmes und fein ausbalanciertes Klangbild legt. Wesentlichen Anteil am Renommee der Bühne trägt auch der Chor des Teatro alla Scala, der seit 2021 von Alberto Malazzi geleitet wird. Neben den Opernaufführungen tritt der Chor auch in Sinfonie- und A-cappella-Konzerten auf und interpretiert dabei ein Repertoire, das von Carlo Gesualdo bis zu zeitgenössischen Werken reicht. Im Zentrum der Arbeit beider Klangkörper stehen allerdings die grossen italienischen Musiktheaterwerke rund um Rossini und Verdi, denen der heutige Abend gewidmet ist.
August 2025