Das Forward-Festival für zeitgenössische Musik wird neu von Jörg Widmann kuratiert. Es geht um die Verbindung klassischer Komponisten und ihrer Werke in die heutige Zeit – im Programm 2026 konkret um zeitgenössische Werke, die sich auf Robert Schumann beziehen.
Unter der Intendanz von Sebastian Nordmann entwickelt sich das zeitgenössische Musik-Festival Forward weiter: Der neue künstlerische Leiter der Lucerne Festival Academy Jörg Widmann prägt künftig als Kurator das Programm des Herbst-Festivals, das seit 2021 jährlich durchgeführt wird und 2026 vom 20. bis 22. November stattfindet. Es stehen nach wie vor die Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) im Zentrum, jedoch im Rahmen eines neuen Konzepts. Es geht um Bezüge zur Musik eines klassischen Komponisten und sein musikalisches «Echo» in die heutige Zeit. 2026 dreht sich alles um Robert Schumann – zu seinen Werken erklingen die unmittelbaren musikalischen Antworten bedeutender Komponisten von heute: Heinz Holliger, Christian Jost, György Kurtág, Aribert Reimann und Jörg Widmann selbst. Es treten renommierte Musiker*innen unterschiedlicher Generationen auf: Matthias Goerne, Fatma Said, Sir András Schiff, Johanna Summer, Antoine Tamestit, Heinz Holliger und Jörg Widmann am Pult und als Klarinettist. Die Konzerte, die alle den Namen «Schumannliebe» tragen, verbinden Vergangenheit und Gegenwart – am Sonntag, dem 22. November, verdeutlicht Jörg Widmann in einem Vortrag am Klavier die Modernität der Musik Robert Schumanns.
«Es geht um die Fragen, wo wir herkommen und wo es hingeht. Ist die Musik der Vergangenheit noch relevant für uns? Wie antworten wir Heutigen auf das Bestehende?», erklärt Kurator Jörg Widmann den Kern des neuen Forward-Konzepts. Sebastian Nordmann kommentiert: «Zeitgenössische Musik braucht heute Nahbarkeit sowie Interaktion mit dem Publikum. Jörg Widmann ist der ideale Vermittler, diesen Funken beim Publikum zu zünden.»
Das Festival präsentiert insgesamt fünf Konzerte wie gewohnt an drei Tagen, einem langen Wochenende. Das erste Konzert erklingt an einer neuen Spielstätte, dem Kammermusiksaal KKV in Vitznau. Am Samstag und Sonntag finden die Konzerte im Konzertsaal des KKL Luzern statt. Das LFCO ist erstmals bei Forward in grosser Orchesterbesetzung zu erleben.
Im Fokus der fünf Konzerte stehen musikalische Bezüge zu Schumanns Märchenerzählungen, die Märchenbilder, die Dichterliebe und das Nachtlied für Chor und Orchester. Warum die Musik Robert Schumanns so stark in die heutige Zeit ausstrahlt? «Ich denke, das hat mit dem Zerklüfteten und Zerrissenen seiner Musik zu tun: einmal himmelhochjauchzend, dann zu Tode betrübt. Das habe ich auch in den Gesprächen mit Kurtág, Holliger und Jost gespürt, die sich allesamt mit Schumann ihr Leben lang beschäftigt haben», so Widmann.