Kinder, wie die Zeit vergeht! 13 Jahre jung war Anne-Sophie Mutter, als sie am 23. August 1976 ihr Debut bei Lucerne Festival gab. In der St. Charles Hall in Meggen spielte sie damals — begleitet von ihrem Bruder Christoph am Klavier — Werke von Tartini, Bach, de Falla, Paganini und de Sarasate. Der Einstand geriet ihr so fulminant, dass sie tagelang das Gesprächsthema in der ganzen Stadt war. Die Kunde erreichte auch den grossen Herbert von Karajan. Der bat zum Vorspiel, war ebenfalls hin und weg und lud die junge Anne-Sophie zu den Berliner Philharmonikern ein. In Luzern begann also ihre Weltkarriere — und Luzern hat sie seither die Treue gehalten: mit 50 Konzerten in 50 Jahren. Ja, seit einiger Zeit ist sie auch noch Mitglied im Stiftungsrat des Festivals. Genau am Tag ihres «goldenen» Jubiläums, obendrein am historischen Schauplatz des Geschehens, lässt Anne-Sophie Mutter im Gespräch mit Festivalintendant Sebastian Nordmann ein halbes Jahrhundert Revue passieren, in dem sie Musikgeschichte geschrieben hat. Aber es geht um noch mehr: etwa um die Zukunft der Klassik und des Festivals oder um ihr Engagement für den hochbegabten Nachwuchs. Für die musikalische Rahmung sorgt deshalb der Kontrabassist Roman Patkoló, den Anne-Sophie Mutter einst in ihrer Stiftung förderte.