Musikkollegium Winterthur

Das Musikkollegium Winterthur geht auf eine 1629 gegründete Vereinigung musizierender Bürger zurück und ist damit eine der traditionsreichsten musikalischen Institutionen Europas. 1875 ging aus dem Musikkollegium das Stadtorchester Winterthur hervor. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten der Mäzen Werner Reinhart und der Dirigent Hermann Scherchen, der von 1922 bis 1950 als Chefdirigent amtierte, wesentlich die Geschicke des Orchesters; Komponisten wie Richard Strauss, Igor Strawinsky, Othmar Schoeck oder Anton Webern schufen Werke für das Musikkollegium. Neben und nach Scherchen pflegten Wilhelm Furtwängler, Fritz Busch, Joseph Keilberth und Armin Jordan langjährige Beziehungen zum Musikkollegium. In jüngerer Zeit waren es dann Franz Welser-Möst (1987−90), János Fürst (1990−94), Heinrich Schiff (1995−2001) und Jac van Steen (2002−08), unter deren Leitung sich das Orchester zu einem führenden Schweizer Klangkörper entwickelte. Seit 2009 hat Douglas Boyd das Amt des Chefdirigenten inne; zu den regelmässigen Gastdirigenten zählen u. a. Theodor Guschlbauer, Heinz Holliger, Bernard Labadie und Mikhail Pletnev. Das Musikkollegium Winterthur umfasst heute 50 Planstellen und gibt pro Saison etwa siebzig Konzerte, davon rund vierzig im Rahmen seiner eigenen Konzertreihen im Stadthaus Winterthur. Die Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Zürich erlaubt es dem Orchester überdies, sich regelmässig im Opernbereich zu profilieren. Hinzu kommen Gastspiele im In- und Ausland. Besondere Bemühungen gelten der Förderung junger Solistinnen und Solisten wie Teo Gheorghiu oder Kit Armstrong, mit denen langfristige Projekte über mehrere Spielzeiten erarbeitet werden, sowie der Jugendarbeit, für die das Musikkollegium bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Die umfang­reiche Diskographie wurde zuletzt um Werke von Richard Strauss und Sinfonien von Mendelssohn unter der Stabführung von Douglas Boyd und Heinz Holliger erweitert.

August 2012