Experimental Studio of SWR Freiburg

Das 1971 von Otto Tomek gegründete Experimentalstudio des SWR in Freiburg realisiert seit nunmehr vierzig Jahren eine Synthese von akustischer Kunst und live-elektronischer Klangerweiterung und versteht sich dabei als Mittler zwischen Musik und Technik. Die Geburtsstunde schlug, als Karlheinz Stockhausen von den Donaueschinger Musiktagen den Auftrag erhielt, die Komposition Mantra für zwei Klaviere, Ringmodulatoren, Filterbänke und Kompressoren zu schreiben – ein Equipment, das bei Konzertveranstaltern bis dato nicht vorhanden war. Seither hat sich das Studio darauf spezialisiert, die von Musikern real erzeugten Töne durch ein spezifisches Instrumentarium zu modulieren und im Raum durch Steuergeräte und Lautsprecher in Bewegung zu setzen. Jährlich werden mehrere Komponisten zu Arbeitsstipendien eingeladen, um im kreativen Diskurs mit den Studiomitarbeitern ihre Werke zu erarbeiten. Das Experimentalstudio widmet sich neben der Herstellung der technischen Komponenten auch der weltweiten Aufführung ambitionierter Partituren mit Live-Elektronik: So gab es Einladungen zu den Salzburger Festspielen, den Berliner und den Wiener Festwochen, dem Festival d’Automne in Paris und an Opernhäuser wie die Mailänder Scala, das Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel oder das Teatro Real in Madrid. Zu den herausragenden Produktionen in der Geschichte des Experimentalstudios gehören Werke von Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Cristóbal Halffter und Vinko Globokar; aus der jüngeren Komponistengeneration haben u. a. Mark André, Chaya Czernowin, José María Sánchez Verdú und Johannes Maria Staud neue Stücke in Freiburg geschaffen. Das Experimentalstudio, das seit 2006 von Detlef Heusinger geleitet wird, betätigt sich auch als Konzertveranstalter und gibt den Komponisten Gelegenheit, ihre in Freiburg produzierten Partituren bei Werkstattkonzerten vorzustellen.

Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 5. September 1990 mit Werken von Halffter, Nono und Boulez.

August 2011