Vita

Der russische Dirigent Tugan Sokhiev wurde 1977 im nordossetischen Ordschonikidse, dem heutigen Wladikawkas, geboren. Sein Studium absolvierte er in St. Petersburg, als einer der letzten Schüler des legendären Ilja Musin, der auch schon Semyon Bychkov, Valery Gergiev und Teodor Currentzis ausgebildet hatte. Im Westen wurde Sokhiev 2002 bekannt, als er an der Welsh National Opera Puccinis La Bohème dirigierte. Schon im Jahr darauf debutierte er mit Tschaikowskys Eugen Onegin an der New Yorker Metropolitan Opera; 2004 folgte sein Einstand beim Festival d’Aix-en-Provence mit Prokofjews L’amour des trois oranges, und 2006 stellte er sich mit Mussorgskys Boris Godunow an der Houston Grand Opera vor. Von 2008 bis 2022 stand Sokhiev an die Spitze des Orchestre National du Capitole de Toulouse. Parallel dazu übernahm er von 2012 bis 2016 die Verantwortung beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und wirkte von 2014 bis 2022 als Musikdirektor des Bolschoi-Theaters in Moskau. Als Gast tritt Tugan Sokhiev regelmässig mit den Berliner Philharmonikern auf, deren Waldbühnenkonzert er 2019 leitete. Auch mit den Wiener Philharmonikern ist er eng verbunden: 2025 dirigierte er ihr Sommernachtskonzert in Schönbrunn und einen Gala-Abend zum 200. Geburtstag von Johann Strauss, 2027 steht er beim berühmten Neujahrskonzert am Pult. Ausserdem arbeitete Sokhiev mit dem Philharmonia und dem London Symphony Orchestra, dem Leipziger Gewandhausorchester, der Sächsischen Staatskapelle und dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Philadelphia, dem Cleveland und dem Chicago Symphony Orchestra zusammen. Im Juni 2026 brachte er eine Neuproduktion von Wagners Tannhäuser an der Oper Zürich heraus. Sokhievs Diskografie umfasst Werke von Tschaikowsky, Strawinsky, Rachmaninow, Prokofjew und Mussorgsky. Er ist Chevalier dans l’Ordre National du Mérite; 2014 wurde er vom Verband der französischen Musikkritik zur Persönlichkeit des Jahres gewählt und 2018 mit dem russischen Verdienstorden für das Vaterland ausgezeichnet.

Debut bei Lucerne Festival am 9. September 2016 am Pult der Wiener Philharmoniker, mit Werken von Mendelssohn, Tan Dun und Tschaikowsky.

März 2026