Tugan Sokhiev

Dirigent

Der russische Dirigent Tugan Sokhiev wurde 1977 im nordossetischen Wladikawkas geboren. Sein Studium absolvierte er in St. Petersburg, als einer der letzten Schüler des legendären Ilya Musin, der auch schon Semyon Bychkov, Valery Gergiev und Teodor Currentzis ausgebildet hatte. Im Westen wurde Sokhiev 2002 bekannt, als er an der Welsh National Opera Puccinis La bohème dirigierte. Schon im Jahr darauf debutierte er mit Tschaikowskys Eugen Onegin an der New Yorker Metropolitan Opera; 2004 folg-te sein Einstand beim Festival d’Aix-en-Provence mit Prokofjews L’amour des trois oranges, und 2006 stellte er sich mit Mussorgskys Boris Godunow an der Houston Grand Opera vor. 2008 wurde Tugan Sokhiev an die Spitze des Orchestre National du Capitole de Toulouse berufen, dem er bis heute vorsteht. Parallel dazu übernahm er von 2012 bis Sommer 2016 als Chefdirigent die Verantwortung beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Seit 2014 amtiert er als Musikdirektor des berühmten Bolschoi-Theaters in Moskau, wo er zuletzt, im Februar 2016, Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und im Juli Berlioz’ La Damnation de Faust herausgebracht hat. Als Gast dirigierte Tugan Sokhiev die Berliner, die Wiener und die Münchner Philharmoniker, das Philharmonia und das London Symphony Orchestra, das Leipziger Gewandhaus-orchester und das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, das Philadelphia und das Chicago Symphony Orchestra. Sokhievs Diskographie umfasst Sinfonien von Tschaikowsky, Ballettmusiken von Strawinsky sowie Orchesterwerke von Rachmaninow und Mussorgsky mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse und Prokofjews Iwan der Schreckliche mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Tugan Sokhiev ist «Chevalier dans l’Ordre National du Mérite»; 2014 wurde er vom Verband der französischen Musikkritiker zur «Musikerpersönlichkeit des Jahres» gewählt.

August 2016