Vita

Der britische Komponist, Dirigent und Pianist Thomas Adès ist 2022 composer-in-residence bei Lucerne Festival. Geboren 1971
in London, studierte er Klavier bei Paul Berkowitz und Komposition bei Robert Saxton an der Guildhall School of Music and Drama; er schloss seine Ausbildung bei Alexander Goehr und Robin Holloway am King’s College in Cambridge ab. Mit seinem Ensemblestück Living Toys, das ihm 1994 den Paris Rostrum eintrug, wurde er international bekannt. 1995
kam seine Kammeroper Powder Her Face heraus, die ebenso wie seine späteren Musikdramen The Tempest (2004) und The Exterminating Angel (2016) seither an vielen Bühnen gezeigt worden ist. Vor allem aber war es Asyla, uraufgeführt 1997 von Sir Simon Rattle und ausgezeichnet mit dem Grawemeyer Award, das seinen Weltruhm begründete. Adès’ Orchesterstücke wurden von den New Yorker und den Berliner Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic und dem Boston Symphony Orchestra aus der Taufe gehoben. Zuletzt feierte im Herbst 2021 sein Ballett The Dante Project am Londoner Royal Opera House Weltpremiere; bei Lucerne Festival bringt er 2022 sein für Anne-Sophie Mutter komponiertes Air für Violine und Orchester heraus. Als Dirigent gastierte Adès bei Klangkörpern wie dem Philharmonia, dem San Francisco und dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Leipziger Gewandhausorchester. Regelmässig ist er beim Boston Symphony Orchestra tätig, dem er seit 2016 als Artistic Partner verbunden ist. Opern dirigierte Adès am Londoner Royal Opera House, an der Metropolitan Opera, am Opernhaus Zürich, an der Wiener Staatsoper und der Los Angeles Opera, als Pianist war er in der New Yorker Carnegie Hall und der Londoner Wigmore Hall zu hören. 2017 erhielt Thomas Adès den Léonie Sonning Music Prize und 2021 den Tōru Takemitsu Composition Award.

Juni 2022