Vita

1953 in Budapest geboren, studierte András Schiff bei Pál Kadosa, György Kurtág und Ferenc Rados an der Franz-Liszt-Akademie in seiner Heimatstadt sowie bei George Malcolm in London. Im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit stehen die Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Bartók. Die Programme seiner Rezitale stellt er oft spontan zusammen und präsentiert die Werke dann auch als Moderator. Klavierkonzerte interpretiert er meist unter eigener Leitung. Zu diesem Zweck grün­dete er 1999 die Cappella Andrea Barca, die im Mai 2026 nach mehr als einem Vierteljahrhundert gemeinsamen Musizierens beim Festival «Omaggio a Palladio» in Vicenza ihr Abschiedskonzert gab. Auch mit dem Chamber Orchestra of Europe arbeitet Schiff eng zusammen; ausserdem ist er Associate Artist des Orchestra of the Age of Enlighten­ment. Seit früher Jugendzeit widmet sich Schiff leidenschaftlich der Kammermusik. Von 1989 bis 1998 leitete er die Musiktage Mondsee, von 1995 bis 2013 die Ittinger Pfingstkonzerte (gemeinsam mit Heinz Holliger). Besonders am Herzen liegt ihm die Förderung junger Musiker*innen: Er lehrt an der Kronberg Academy sowie der Barenboim-Said-Akademie und widmet sich mit dem Mentoring-Programm «Building Bridges» dem pianistischen Nachwuchs. 2017 erschien sein Buch Musik kommt aus der Stille über seine künstlerischen Grundanschauungen und Erfahrungen. Für viele seiner Einspielun­gen erhielt er internationale Preise. Sir András Schiff ist mehrfacher Ehrendoktor. Er wurde zuletzt mit dem Antonín-Dvořák-Preis (2021), der Bach-Medaille der Stadt Leipzig (2022), der Festspielnadel mit Rubinen der Salzburger Festspiele (2023), dem Bösendorfer-Ring (2024) und dem Praemium Imperiale (2025), dem «Nobelpreis der Künste», ausgezeichnet. Nachdem Schiff 15 Jahre lang wegen der alarmierenden politischen Entwicklungen in Ungarn keine Konzerte mehr in seiner Heimat gegeben hatte, trat er nach dem Machtwechsel erstmals wieder im September 2026 in Budapest auf.

Debut bei Lucerne Festival (IMF) mit einem Rezital am 21. August 1990 und Werken von Janáček, Bartók, Schubert und Haydn. Zuletzt war er hier am 31. August 2025 zu Gast, mit Fantasien und Sonaten von Bach, Mozart, Haydn, Beethoven, Mendelssohn und Schumann.

September 2026