Ian Bostridge

Tenor

Der 1964 in London geborene Tenor Ian Bostridge hatte bereits sein Studium der Geschichte und Philosophie am Corpus Christi College in Oxford mit der Promotion abgeschlossen, als er sich für die Sängerlaufbahn entschied. Insbesondere als Liedinterpret ist er seit Mitte der neunziger Jahre in den bedeutendsten Musikzentren der Welt aufgetreten. Dabei wurde er zum «artist-in-residence» am Wiener Konzerthaus und im Amsterdamer Concertgebouw berufen; 2005/06 gestaltete er einen Konzertzyklus im Rahmen der «Perspectives»-Serie an der New Yorker Carnegie Hall, danach führte er ähnliche Projekte im Londoner Barbican Centre (2008) und in der Philharmonie von Luxemburg (2010/11) durch. Sein Operndebut gab Ian Bostridge bereits 1994 als Lysander in Brittens A Midsummer Night’s Dream; später schlossen sich Auftritte am Royal Opera House und an der English National Opera in London, an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper sowie am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel an. Konzertverpflichtungen führten ihn mit den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Königlichen Concertgebouworchester, dem Boston und dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles und dem New York Philharmonic zusammen. Ian Bostridges Repertoire reicht von Monteverdi bis zur Moderne, wobei das Schaffen Benjamin Brittens einen Schwerpunkt bildet. Auch als Interpret zeitgenössischer Musik ist er hervorgetreten, so etwa bei der Uraufführung von Thomas Adès’ Oper The Tempest; Hans Werner Henze komponierte für ihn mehrere Werke. Als Autor veröffentlichte Bostridge 1997 die historische Studie Witchcraft and Its Transformations, 2005 folgte die Anthologie The Book of Lieder, und im September 2011 kommt A Singer’s Notebook heraus. Ian Bos-tridge ist Honorary Fellow des Corpus Christi und des St. John’s College; 2004 wurde er zum «Commander of the Order of the British Empire» ernannt.

Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 4. April 1998 als Evangelist in Bachs Johannes-Passion mit The English Concert unter Trevor Pinnock.

August 2011