45 Jahre: Das ist im schnelllebigen Musikbetrieb fast eine Ewigkeit. Doch dem Hagen Quartett ist das Kunststück geglückt, über diesen rekordverdächtig langen Zeitraum in der Weltspitze mitzuspielen, ohne dass sich ein Substanzverlust, Routine oder andere Verschleisserscheinungen eingestellt hätten. Mehr noch: Von den vier Geschwistern, die das Quartett in den 1970er Jahren gründeten und sogleich den Nachwuchswettbewerb «Jugend musiziert» gewannen, sind mit dem Primarius Lukas Hagen, der Bratschistin Veronika Hagen und dem Cellisten Clemens Hagen drei bis heute mit dabei. Und auch Rainer Schmidt, der Angelika Hagen an der zweiten Geige ersetzte, stiess bereits 1987 zum Ensemble.
So richtig ins Rollen kam die internationale Karriere des Quartetts, als der Geiger Gidon Kremer die vier Kinder der Salzburger Musikerfamilie Hagen 1981 bei seinem ersten Kammermusikfest in Lockenhaus vorstellte. Clemens Hagen, der jüngste im Bunde, war da gerade einmal fünfzehn Jahre alt! Doch schon im Sommer zuvor hatten die «Hagens» in Luzern debutiert, in der Reihe «Junge Künstler».
Seit ihrem Luzerner Debut sind die Musiker*innen des Hagen Quartett unserem Festival eng verbunden, wie die folgende Bildstrecke zeigt: mit vielen weiteren begeisternden Auftritten, als «artistes étoiles» des Festspielsommers 2011 und weil Claudio Abbado sie einlud, im Lucerne Festival Orchestra mitzuspielen.
So ist es nur folgerichtig, dass das Hagen Quartett sein letztes Konzert in der Schweiz am 28. März bei Lucerne Festival Spring musizieren wird. Denn in der Saison 2025/26 endet eine Ära: Die «Hagens» sind auf Abschiedstournee – und man muss sie einfach noch einmal hören! In Luzern werden zwei weitere Künstler*innen mit dabei sein. Die Cellistin Julia Hagen, Tochter von Clemens und 2024 bei Lucerne Festival mit dem UBS Young Artist Award ausgezeichnet, verstärkt das Ensemble in Franz Schuberts meisterhaftem Streichquintett. Und mit Kirill Gerstein am Klavier erklingt ein weiteres Gipfelwerk der Kammermusik: Johannes Brahms’ Klavierquintett op. 34.
Hagen Quartett | Kirill Gerstein | Julia Hagen