Raphael Höhn

tenor

1984 in Zürich geboren, erhielt Raphael Höhn schon im frühen Alter von vier Jahren seinen ersten Violinunterricht. Drei Jahre später wurde er Mitglied der Zürcher Sängerknaben, die ihn bald mit solistischen Aufgaben betrauten: So trat er 25 Mal als Zweiter Knabe in der Zauberflöte am Opernhaus Zürich auf, spielte mehrere CD-Aufnahmen ein und absolvierte Konzertreisen in die USA, die Benelux-Staaten und zu einem Auftritt beim Papst im Vatikan. Nach seinem Stimmbruch setzte Raphael Höhn seine musikalische Laufbahn im Fach eines Tenors fort und nahm das Gesangsstudium bei Scot Weir an der Zürcher Hochschule der Künste auf. Bei einem Hochschulkonzert der Abteilung «Alte Musik» entdeckte er sein Talent als Haute-Contre: eine Stimmlage, die sich vor allem im französischen Barock grosser Beliebtheit erfreute. Nach seinem Lehrdiplom in Zürich entschied sich Raphael Höhn deshalb, sich mit dem Studiengang Barockgesang in Den Haag auf dieses Repertoire zu spezialisieren. Dort zählten Rita Dams, Peter Kooij, Michael Chance, Jill Feldman und Ton Koopman zu seinen Lehrern, hinzu kamen Meisterkurse bei Andreas Scholl, Lina Maria Åkerlund, Mariëtte Witteveen und Jean-Paul Fouchécourt. Bereits neben seinem Studium trat Raphael Höhn regelmässig als Konzertsänger auf, so beispielsweise in Händels Messias oder Acis und Galathea sowie mit Bach-Kantaten und -Passionen in der Partie des Evangelisten. Bei der Auswahl seiner Projekte beschränkt er sich indes nicht auf die Barockmusik; auch klassische und romantische Partien hat er einstudiert, dazu ausgewählte Werke von Benjamin Britten, einem seiner Lieblingskomponisten. Im Mai 2014 wurde Raphael Höhn erstmals der Studienpreis des Migros-Kulturprozent verliehen.

März 2015