Neeme Järvi

conductor

Der 1937 im estnischen Tallinn geborene Neeme Järvi studierte Schlagzeug und Chorleitung am Konservatorium seiner Heimatstadt und begann seine Laufbahn als Paukist, ehe er sich bei Nikolai Rabinovich und Evgeny Mravinsky in Leningrad zum Dirigenten ausbilden liess. Von 1963 bis 1979 hatte er die Chefposition beim Estnischen Nationalorchester inne, von 1964 bis 1973 leitete er parallel dazu die Estnische Staatsoper. Nachdem Järvi 1979 erstmals an der New Yorker Metropolitan Opera aufgetreten war, emigrierte er wenig später in die USA, wo er bald mit dem New York Philharmonic, dem Philadelphia Orchestra und dem San Francisco Symphony zusammenarbeitete. 1982 trat er für 22 Jahre die Position des Musikdirektors bei den Göteborger Sinfonikern an, von 1984 bis 1988 stand er an der Spitze des Royal Scottish National Orchestra, und von 1990 bis 2005 leitete er das Detroit Symphony Orchestra. Gegenwärtig trägt er die Verantwortung beim Residentie Orkest Den Haag; mit der Saison 2010/11 wird er jedoch zu seinen Wurzeln zurückkehren, denn unlängst wurde er abermals zum Chef des Estnischen Nationalorchesters berufen. Neeme Järvi hat im Verlauf seiner fünfzigjährigen Karriere fast alle führenden Orchester der Welt dirigiert: In den letzten Spielzeiten war er bei den Berliner Philharmonikern, beim Koninklijk Concertgebouworkest, beim Gewandhausorchester Leipzig, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und beim London Philharmonic zu Gast. Seine Diskographie umfasst rund 450 vielfach preisgekrönte Einspielungen, darunter Repertoire-Raritäten wie die Gesamtaufnahmen der Sinfonien von Wilhelm Stenhammar, Hugo Alfvén, Niels Wilhelm Gade und Carl Nielsen. Neeme Järvi ist Ehrendoktor der Estnischen und der Königlich Schwedischen Musikakademie sowie der Universitäten von Detroit, Michigan und Aberdeen. König Carl XVI. Gustaf von Schweden zeichnete ihn mit dem Nordstern-Orden aus.

Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 14. August 1993 mit dem Schweizerischen Festspielorchester und Werken von Tschaikowsky, Schnittke und Berlioz.

März 2010