Marlis Petersen

Sopran

Die in Sindelfingen geborene Sopranistin Marlis Petersen studierte an der Stutt­garter Musikhochschule, wo Sylvia Geszty zu ihren Lehrern zählte. Ihr erstes Festengagement führte sie 1994 nach Nürnberg; 1998 wechselte sie ins Ensemble der Deutschen Oper am Rhein nach Düsseldorf, dem sie bis 2003 angehörte. Dort übernahm sie Rollen wie die Konstanze in Mozarts Entführung aus dem Serail, Sophie in Strauss’ Rosenkavalier oder Norina in Donizettis Don Pasquale. 2002 gab Marlis Petersen als Bergs Lulu ihren Einstand an der Wiener Staatsoper. Mit der Zerbinetta aus Strauss’ Ariadne debutierte sie bald darauf am Londoner Royal Opera House, als Adele in der Fledermaus an der New Yorker Metropolitan Opera und der Chicago Lyric Opera, mit der Zdenka in Strauss’ Arabella an der Bayerischen Staatsoper. Als Mozart-Interpretin stellte sie sich bei den Salzburger Festspielen und beim Festival d’Aix-en-Provence vor. Mehrfach wirkte Marlis Petersen an Uraufführungen mit: so als Aphrodite in Henzes Phaedra an der Berliner Lindenoper, als Marta in Trojahns La grande magia an der Dresdner Semperoper und in der Titelrolle von Reimanns Medea an der Wiener Staatsoper. In den letzten Jahren hat sie ihr Repertoire sukzessive um dramatischere Partien erweitert. So sang sie unter der Leitung von René Jacobs die Titelpartie in Leonore, der Urfassung von Beethovens Fidelio, präsentierte sich in Frankfurt als Hanna Glawari in Lehárs Lustiger Witwe, gestaltete in Warschau die Marietta aus Korngolds Die tote Stadt und gab im Juni 2019 an der Bayerischen Staatsoper ihr Rollendebut als Strauss’sche Salome. 2019/20 ist sie «artist-in-residence» bei den Berliner Philharmonikern. Bereits dreimal, in den Jahren 2004, 2010 und 2015, wurde Marlis Petersen von den Kritikern des Magazins Opernwelt zur «Sängerin des Jahres» gewählt, 2013 erhielt sie den Österreichischen Musiktheaterpreis.

Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 29. August 2004 mit Beethovens Ah, perfido! und der Bühnenmusik zu Egmont; Christian Arming dirigierte das Luzerner Sinfonieorchester.

August 2019