Vita

Beat Furrer ist composer-in-residence beim diesjährigen Luzerner Sommer-Festival. 1954 in Schaffhausen geboren, übersiedelte er 1975 nach Wien und begann seine musikalische Laufbahn als Pianist in verschiedenen österreichischen Ensembles. Parallel dazu absolvierte er sein Studium an der Wiener Musikhochschule in den Fächern Dirigieren bei Otmar Suitner und Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati. 1982 entstand die erste von ihm selbst als vollgültig betrachtete Komposition: das 15-minütige Solo Frau Nachtigall für Violoncello. Zwei Jahre später gewann er mit seinem Ersten Streichquartett den Kompositionswettbewerb «Junge Generation in Europa». 1985 gründete Furrer das Klangforum Wien, das er bis 1992 künstlerisch leitete und dem er bis heute als Dirigent eng verbunden ist. Spätestens seit der Uraufführung seines Orchesterwerks face de la chaleur, das 1991 unter Claudio Abbado in Wien herauskam, zählt Furrer zu den wichtigsten Exponent*innen der zeitgenössischen Musik. 1996 widmete ihm Lucerne Festival erstmals eine Residenz. Einen bedeutenden Anteil nimmt in seinem Œuvre das Musiktheater ein: Seinem ersten Bühnenwerk Die Blinden (1989) folgten Narcissus (1994), Begehren (2001), invocation (2003) und das Wüstenbuch (2010) sowie das Hörtheater Fama, das Christoph Marthaler 2005 in Donaueschingen in Szene setzte und für das Furrer 2006 mit dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig geehrt wurde. Die Oper La bianca notte kam 2015 in Hamburg heraus, und sein jüngstes Bühnenwerk Violetter Schnee nach einer Geschichte von Vladimir Sorokin feierte 2019 an der Staatsoper Berlin Premiere. Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen finden sich der Musikpreis der Stadt Duisburg (1993), der Preis der Stadt Wien für Musik (2003), der Österreichische Staatspreis für Musik (2014) und der Siemens-Musikpreis (2018). Von 1991 bis 2023 lehrte Beat Furrer als Professor für Komposition an der Kunstuniversität Graz, von 2006 bis 2009 nahm er überdies eine Gastprofessur an der Musikhochschule in Frankfurt am Main wahr.

Als Dirigent debutierte Furrer am 30. August 1991 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich bei Lucerne Festival (IMF) und leitete sein Orchesterwerk face de la chaleur

Mai 2024