Der französische Bratschist Antoine Tamestit, Jahrgang 1979, wurde von Jean Sulem am Pariser Conservatoire, von Jesse Levine an der Yale University und von Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» in Berlin ausgebildet. Seine Karriere begann mit vier renommierten Auszeichnungen: 2000/01 gewann er den Concours Maurice Vieux in Paris und die Primrose International Viola Competition in Chicago, 2003 die Young Concert Artists Auditions in New York und 2004 den ARD-Musikwettbewerb, wo ihm zugleich der Publikumspreis und zwei Sonderpreise zuteilwurden. 2008 erhielt er den hochdotierten Credit Suisse Young Artist Award, der einen Auftritt mit den Wiener Philharmonikern bei Lucerne Festival umfasste. Antoine Tamestit konzertierte seither auch mit den Berliner Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France und dem Tonhalle-Orchester Zürich. 2026/27 ist er artist-in-residence beim Finnischen Radio-Sinfonieorchester und Curating Artist am Konzerthaus Dortmund. Dort tritt er auch gemeinsam mit dem Orchestre de Paris und Klaus Mäkelä auf. Ausserdem geht er mit dem WDR Sinfonieorchester und Marie Jacquot auf Tournee, ist bei der Staatskapelle Berlin zu Gast und präsentiert Francesco Filideis Violakonzert mit dem BR-Symphonieorchester, dem London Symphony Orchestra und dem NHK Symphony Orchestra. Tamestit widmet sich ohnehin intensiv der zeitgenössischen Musik und brachte Werke von Jörg Widmann, Thierry Escaich, Olga Neuwirth und seines Vaters Gérard Tamestit zur Uraufführung. Als Kammermusiker arbeitet er u.a. mit Emanuel Ax, Martin Fröst, Leonidas Kavakos, Emmanuel Pahud und Yuja Wang zusammen. Auf CD veröffentlichte er zuletzt im Sommer 2026 sämtliche Bartók-Duos mit der Geigerin Alexandra Preucil. Antoine Tamestit, der für seine Einspielungen vielfach preisgekrönt wurde, nahm 2022 den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau entgegen. Er spielt ein Instrument von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1672.
Debut bei Lucerne Festival am 12. August 2006 in einem Kammerkonzert mit Werken von Brahms und Mendelssohn; zuletzt spielte er hier am 9. September 2023 Hindemiths Schwanendreher mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann.
September 2026