Music Theater 1

Ensemble Phoenix Basel | Jürg Henneberger | solists et al.

Roth

Fri, 02.09.19.30No. 16332

Südpol

Vergangenes Konzert


Summer Festival

12.08.-11.09. 2016

 

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    02.

    Sep

    Friday
    19.30

    Südpol

    Music Theater 1

    Ensemble Phoenix Basel | Jürg Henneberger | solists et al.

    Anne-May Krüger  mezzo-soprano
    Robert Koller  baritone
    Miriam Japp  actress
    Nils Torpus  director
    Renato Grob  stage design
    Nic Tillein  costumes
    Ilana Walker  lighting
    Michel Roth (*1976)
    Die Künstliche Mutter (“The Artificial Mother”). Music theater work based on the novel of the same name by Hermann Burger
    World premiere | commissioned by LUCERNE FESTIVAL

    Coproduction of LUCERNE FESTIVAL and Gare du Nord

    Wolfram Schöllkopf, Associate Professor of Literature and Glaciology, suffers from depression, impotence, and “abdominal migraines” caused by the withdrawal of maternal love and an anti-sex upcoming. Because no medical art avails, he enters the womb of Switzerland: in an underground hospital in the Gotthard massif, where he undergoes an adventurous therapy that will free him from his multiple mother trauma (including Alma Mater and Helvetia). Hermann Burger’s novel from 1982, Die Künstliche Mutter (“The Artificial Mother”), is a virtuoso display of language and speech reflection, a satirical getting even with Switzerland, and an attempt at literary auto therapy — all in one. Together with the director Nils Torpus the Lucerne-based composer Michel Roth has transformed the work into a burlesque piece of music theater.

    Ensemble Phœnix Basel

    Das Ensemble Phœnix Basel ist ein variabler Klangkörper für zeitgenössische Musik, dessen Besetzung von drei bis dreissig Musikern variieren kann. Gegründet wurde es 1998 vom Dirigenten und Pianisten Jürg Henneberger zusammen mit dem Flötisten Christoph Bösch und dem Schlagzeuger Daniel Buess. Konzertreisen führten das Ensemble in den vergangenen Jahren ins europäische Ausland – so zur Biennale di Venezia, zum «Warschauer Herbst», zu den «Bludenzer Tagen zeitgemässer Musik» und den «Klangspuren Schwaz» –, aber auch zum «BEAMS Electronic Music Marathon» nach Boston, zum «Festival del Centro histórico» nach Mexiko, nach China, ans Teatro Colón nach Buenos Aires sowie im Rahmen des Festivals «culturescapes» in die Türkei und ins Baltikum. Seit 2002 ist das Ensemble Phœnix «in-residence» am Basler Kulturbahnhof Gare du Nord, wo es einen jährlichen Konzertzyklus gestaltet. Es prägt das kulturelle Geschehen seiner Heimatstadt zudem durch regelmässige Partnerschaften etwa mit der IGNM Basel und der Musik-Akademie Basel. Ein wichtiges Anliegen ist den Ensemblemitgliedern die Förderung junger Komponistinnen und Komponisten durch Werkaufträge und Uraufführungen; auch gestalten sie jeweils das «Schlusskonzert Komposition» der Hochschule für Musik Basel. Darüber hinaus erproben sie neue Formen der Zusammenarbeit, sei es die gemeinsame, improvisierende Erarbeitung einzelner Werke oder ganzer Konzerte mit Komponisten und Musikern aus Bereichen wie Noise, Soundart oder Electronica, seien es spartenübergreifende Projekte mit Künstlern wie John Duncan, Jérôme Noetinger, Kasper T. Toeplitz oder Z’EV. Das Ensemble Phœnix Basel wurde 2003 mit dem Thies Knauf-Ensemblepreis für Neue Musik und dem Europäischen Kulturpreis der Stiftung Pro Europa sowie 2004 und 2006 mit dem Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet und 2014 für den ersten «Schweizer Musikpreis» des Bundesamtes für Kultur nominiert.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 15. September 2001 mit Werken von Andrea Scartazzini, Philippe Racine und Jacques Wildberger.

    August 2016

    Jürg Henneberger

    Der Dirigent und Pianist Jürg Henneberger, der 1957 in Luzern geboren wurde, studierte in Basel bei Jürg Wyttenbach und in Hamburg bei Christoph von Dohnányi und Klauspeter Seibel. Schnell machte er sich einen Namen als Spezialist für Neue Musik und dirigierte Formationen wie das ensemble für neue musik zürich, das Klangforum Wien, das ensemble recherche oder das Ensemble Musikfabrik. Um mit ausgesuchten Musikern seine eigenen Ideen adäquat umsetzen zu können, gründete er 1998 das Ensemble Phœnix Basel, das er bis heute leitet und mit dem er weltweit konzertiert. Daneben tritt er regelmässig als Dirigent zeitgenössischer Musiktheaterwerke auf: Mit Herbert Wernicke erarbeitete er am Theater Basel Mauricio Kagels Aus Deutschlandund Bruno Madernas Satyricon; mit Christoph Marthaler entstanden die Produktionen The Unanswered Question (die 1998 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde) und 20th Century Blues, mit Barbara Beyer realisierte er die Schweizer Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper Die Soldaten. Weitere Engagements führten Henneberger ans Staatstheater Hannover, wo er 2002 Bergs Lulu leitete, an die Oper Köln, wo er 2003 Manfred Trojahns Limonen aus Sizilien zur Uraufführung brachte und zu LUCERNE FESTIVAL, wo er Georg Friedrich Haas’ Kammeroper Nacht dirigierte. 1989 wurde Jürg Henneberger als Dozent für Partiturspiel, Kammermusik und die Interpretation zeitgenössischer Musik an die Hochschule für Musik in Basel berufen; 2009 folgte dort die Ernennung zum Professor und Künstlerischen Leiter des neu gegründeten Studiengangs «Master of Arts in spezialisierter musikalischer Performance», dem er zusammen mit Mike Svoboda und Marcus Weiss vorsteht. Von 1998 bis 2014 war er Präsident der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) Basel. Im Jahr 2000 erhielt Jürg Henneberger den Kulturpreis des Kantons Baselland.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 29. August 1996 am Pult des Ensembles La Strimpellata mit Werken von Luigi Dallapiccola und Frangis Ali-Sadé. 

    August 2016

    Jeannine Hirzel

    Die Schweizer Sopranistin Jeannine Hirzel studierte in Irwin Gages Zürcher Liedklasse, die sie mit dem Konzertdiplom mit Auszeichnung abschloss, besuchte die Opernstudios in Gent und Zürich und ist seither als freischaffende Solistin tätig. Engagements führten sie u. a. an die Dresdner Semperoper (Helmut Oehrings Die Brüder Löwenherz), ans Theater Osnabrück, an die Neuköllner Oper, nach Tiblissi und Riga, wo sie am Kammer-opernabend Lysistrata mitwirkte, mit dem sie auch am Basler Gare du Nord gastierte. Im Konzertbereich interpretierte sie gemeinsam mit Heinz Holliger und Jonas Kaufmann Mahlers Lied von der Erde, hob mehrere Werke Rudolf Kelterborns aus der Taufe, gestaltete in Sarajevo die bosnische Erstaufführung von Schönbergs Pierrot lunaire und trat mit dem Nouvel Ensemble Contemporain (Boulez’ Le marteau sans maître), dem Musikkollegium Winterthur sowie in der Zürcher Konzertreihe «Freunde des Liedes» auf.

    August 2016

    Anne-May Krüger

    Die Mezzosopranistin Anne-May Krüger, geboren 1978 in Berlin, absolvierte ihre Gesangsausbildung in Leipzig und Karlsruhe und wird seit 2005 von Rudolf Piernay betreut. Schon als Studentin sammelte sie erste Erfahrungen an der Jungen Operder Staatsoper Stuttgart. Gastverträge verbanden sie mit dem Oldenburgischen Staatstheater, dem Theater Augsburg und dem Nationaltheater Mannheim. Sie arbeitete mit Formationen wie ascolta, dem ensemble recherche und dem Mike Svoboda Ensemble zusammen, ist Mitglied des Ensembles aequatuor und gastiert regelmässig bei Neue-Musik-Festivals wie der Berliner «Maerz Musik», «Wien Modern»  oder dem Prager «Contempuls»-Festival. Hans Tutschku, Kurt Schwertsik, Mike Svoboda, Balz Trümpy und Daniel Fueter komponierten eigens Werke für Anne-May Krüger, die mit Stipendien des Forums Neues Musiktheater und des Richard-Wagner-Verbands sowie mit Projektstipendien der Akademie Schloss Solitude ausgezeichnet wurde.

    August 2016


     

    Christoph Waltle

    Der Tenor Christoph Waltle wuchs in Domleschg/Graubünden auf. Nach einer Zimmermannslehre studierte er zunächst klassisches Schlagzeug bei Heinz Hänggeli an der Musikhochschule Winterthur. 2005 begann er dann an der Musikhochschule Freiburg/Breisgau bei Reginaldo Pinheiro seine Gesangsausbildung. Seit 2010 ist er festes Ensemblemitglied am Theater Freiburg, wo er ein breites Rollenspektrum interpretiert – von Monostatos (Die Zauberflöte) über den Abbé in Adriana Lecouvreur bis zu Mime (Rheingold) oder dem Tanzmeister (Ariadne auf Naxos) – und wichtige Impulse von Regisseuren wie Peter Konwitschny, Frank Hilbrich, Tom Ryser, Calixto Bieito und Gerd Heinz erhielt. In der Saison 2016/17 ist er u. a. als Tamino in Die kleine Zauberflöte, in Bizets Carmen, in Boitos Mefistofele und in Hans Thomallas neuer Oper Kaspar Hauser zu erleben. Gemeinsam mit dem Pianisten Alessandro Limentani gestaltet Christoph Waltle regelmässig Liederabende. 

    August 2016

    Robert Koller

    Der Bassbariton Robert Koller studierte an der Zürcher Musikhochschule bei László Polgár. 2001 und 2002 erhielt er den Studienpreis des Migros-Genossenschafts-Bundes und der Ernst Göhner Stiftung, 2003 den Förderpreis Orpheus-Konzerte. Er ist als Opern-, Konzert- und Liedsänger tätig, wobei die zeitgenössische Musik einen Schwerpunkt bildet. So engagierte ihn die Dresdner Semper-oper für HenzesEl Cimarrón; mit dem Ensemble Contrechamps interpretier-te er Kurtágs … pas à pas – nulle part …. Regelmässig arbeitet er mit Heinz Holliger zusammen, er konzertierte aber auch mit dem Venice Baroque Orchestra unter Andrea Marcon und mit der Capella Reial de Catalunya unter Jordi Savall. Weitere Auftritte führten ihn in die Berliner Philharmonie und den Wiener Musikverein, zur styriarte nach Graz und zu den Ittinger Pfingstkonzerten, ans Teatro Colón nach Buenos Aires und an die Alte Oper Frankfurt sowie zum Zürcher Tonhalle-Orchester. 

    August 2016

    Rachel Braunschweig

    Rachel Braunschweig, geboren in Horgen bei Zürich, erwarb ihr Schauspieldiplom an der Zürcher Hochschule der Künste, war anschliessend festes Ensemblemitglied in Hannover und Wilhelmshaven sowie Gast am Hamburger Schauspielhaus und tour-te im Auftrag des Goethe-Instituts mit Shakespeares Henry V durch Indien. Zurück in der Schweiz führten sie Engagements u. a. ans Stadttheater St. Gallen, ans Theater Klara nach Basel, ans Theaterhaus Gessnerallee und ans Zürcher Opernhaus. Sie ist regelmässig als Sprecherin bei Schweizer Radio SRF zu hören, wirkt in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen mit – zuletzt in Die göttliche Ordnung, beim Schweizer Tatort oder im Doku-Fernsehspiel Die Schweizer – und arbeitete dabei mit Regisseuren wie Dani Levy, Stefan Haupt und Petra Volpe zusammen. Daneben realisiert sie eigene Theaterprojekte, etwa in Zusammenarbeit mit dem Theater Winkelwiese, dem Museum Rietberg und dem Landesmuseum in Zürich. 

    August 2016

    Miriam Japp

    Miriam Japp wurde in Lübeck geboren, wuchs in Zürich auf und studierte an der dortigen Schauspielakademie (heute ZHdK). Ihr erstes Engagement führte sie 1992 ans Stadttheater Konstanz, 1997 wechselte sie ans Saarländische Staatstheater Saarbrücken. Für ihre Darstellung der Titelrolle in Goethes Iphigenie auf Tauris erhielt sie 2001 den Grossen Darstellerpreis und den Publikumspreis der Bad Hersfelder Festspiele. Als Gast arbeitete sie ab 2003 am Schauspiel Stuttgart, am Theater in der Josefstadt in Wien, am Volkshaus Zürich und am Luzerner Theater. Von 2010 bis 2012 war sie Mitglied des Theater Marie; die Produktion Moby Dick, an der sie mitwirkte, wurde 2011 mit dem Theaterpreis der Heidelberger Theatertage prämiert. 2014 wurde Miriam Japp, die auch musikalisch-literarische Projekte wie den Bachmann/Celan-Abend mare bruciatorealisiert und als Sprecherin und Filmschauspielerin tätig ist, vom Aargauer Kuratorium mit einem Berlin-Stipendium ausgezeichnet.

    August 2016

    Nils Torpus

    Der Regisseur und Schauspieler Nils Torpus wurde 1969 in Liestal geboren. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Bern war er von 1994 bis 1996 an der Schaubühne Lindenfels in Leipzig tätig. Anschliessend realisierte er als freischaffender Schauspieler und Regisseur diverse Projekte, Performances und Inszenierungen, darunter üBBü nach Alfred Jarry, Marguerite Duras’ Savannah Bay (am Schauspielhaus Zürich, mit Anne-Marie Blanc und Mona Petri) und Der fliegende Holländer nach Richard Wagner (mit dem Weshalb Forellen Quartett). Als Schauspieler führten ihn Gastengagements u. a. ans Stadttheater Bern sowie ans Schauspielhaus und ans Opernhaus Zürich. Von 2007 bis 2012 war Nils Torpus künstlerischer Leiter der Tourneebühne Theater Marie in Aarau, wo er sich schon einmal Hermann Burger widmete und dessen Roman Schilten auf die Bühne brachte. Er unterrichtet als Dozent an der Berner Hochschule der Künste.

    August 2016

    Renato Grob

    Nic Tillein

    Ilana Walker

    18.30 | Introduction by Michel Roth and Nils Torpus | Südpol