Wolfram Christ bleibt daheim!

Konzertsäle geschlossen, keine Musikerinnen und Musiker auf der Bühne zu einem Klangkörper vereint um gemeinsam zu musizieren und das Publikum zu begeistern. Denn seit der Coronakrise findet Musik nur noch im geschützten Raum, in den eigenen vier Wänden statt. Doch was bedeutet dies für den Beruf als Musikerin und Musiker? Wir haben Mitglieder des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA gefragt: Bratschist Wolfram Christ.

Was bedeuten die Coronakrise und die durch sie bedingten Einschränkung für dich persönlich? Wie sieht dein Alltag aus?

Wie für alle Musikerinnen und Musiker weltweit bedeutet die Coronakrise auch für mich zunächst einmal den Stillstand sämtlicher Konzertaktivitäten auf ungewisse Zeit. Für viele MusikerInnen ist das eine dramatische Bedrohung der Existenzgrundlagen, und ich fühle sehr mit den Freiberuflern mit, die voller Sorgen und Nöte in diesen Wochen und vielleicht Monaten sind. 

Mein Alltag ist geprägt von häuslichen Aktivitäten (ich koche übrigens sehr gerne!), zudem sind meine sozialen Kontakte über Telefon, Facetime etc. intensiviert, vor allem um meiner Mutter und meinen Freunden, die mehr oder weniger Corona-Risiko-Patienten sind, die Zeit zu Hause zu vertreiben.

Zudem bewundere ich meine beiden Töchter Hannah und Annabelle sehr, denn die beiden stehen in der Coronakrise an der vordersten Linie: Hannah als Psychologin, die psychisch benachteiligten Menschen hilft und sie dabei unterstützt, den aktuell besonders schwierigen Alltag zu bewältigen; Annabelle als Medizinstudentin, die zur Zeit als Pflegeassistentin im Krankenhaus arbeitet. Ich bin sehr stolz auf Euch!

Wolfram Christ mit Sohn Raphael (Konzertmeister)Familie Christ bleibt daheim!Wolfram Christ und Söhne

Was bedeutet es beruflich?

Ausser der Konzertsperre trifft mich auch der Umstand, dass mein renommiertes Konzertmanagement, das mehr als 100 Künstler vertreten hat, aufgrund der Coronakrise quasi über Nacht aufgelöst wurde. Sehr bedauerlich, vor allem für die 30 Mitarbeiter, die nun ihren Job verloren haben.

Wolfram Christ und seine Frau Tanja geben ihrer Nachbarschaft ein ganz besonderes Ständchen:

Freude mit Beethoven