Moderne 3

Yuko Kakuta | Yukiko Sugawara

Kessler | Andre | Lachenmann

Sa, 31.08.11.00 UhrNr. 19331

Lukaskirche

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Preise (CHF)

CHF 50


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Yuko Kakuta  Sopran
    Thomas Kessler (*1937)
    Avenidas für Sopran und Klavier
    nach einem Gedicht von Eugen Gomringer
    Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL
    Mark Andre (*1964)
    iv 17. Acht Miniaturen für Sopran und Klavier
    Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL, Wien Modern und Musik der Jahrhunderte
    Helmut Lachenmann (*1935)
    Got Lost. Musik für hohen Sopran und Klavier

    Einführungen mit Mark Andre, Thomas Kessler und Helmut Lachenmann im Konzert

    «Ich habe meinen Studenten immer quasi ‹verboten›, Lieder nach Texten von Nietzsche, Hölderlin, Celan oder Beckett zu schreiben, deren ungeheure poetische und phonetische Intensität als Gesungenes total verwässert und verschleiert würde», hat Helmut Lachenmann, der Magier des Geräuschhaften, einmal erklärt. Um sich 2007/08 auf seine ganz eigene Weise mit der Tradition des Kunstlieds auseinanderzusetzen: Die drei ausgewählten Texte – Gedichte von Nietzsche und Pessoa, dazu die lapidare Verlustanzeige eines Wäschekorbs, der Got Lost seinen Titel verdankt – werden von Lachenmann als Klangmaterial begriffen, in ihre Bestandteile zerlegt, neu zusammengewürfelt und so «ihrer pathetischen, poetischen, profanen Diktion entkleidet». Die Sopranistin mutiert dabei zur Vokalakrobatin: Sie singt und summt, stöhnt und schnalzt. Yuko Kakuta und Yukiko Sugawara stellen Got Lost neue Werke von Mark Andre und «composer-in-residence» Thomas Kessler gegenüber, der Texte Eugen Gomringers vertont hat, darunter das vieldiskutierte Gedicht avenidas. Sie können in dieser Matinee also drei ganz unterschiedliche Positionen aktueller Liedkunst kennenlernen.

    Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Yuko Kakuta

    Die im japanischen Himeji geborene Sopranistin Yuko Kakuta studierte zunächst Gesang in Osaka und Kyoto, ehe sie 1999 an die Universität der Künste nach Berlin wechselte, wo sie ihre Ausbildung abschloss. Nach ihrem Debut beim Festival d’Aix-en-Provence trat sie 2002 ein Festengagement an der Staatsoper Hannover an. Von 2006 bis 2018 war sie Ensemblemitglied an der Staatsoper Stuttgart, die sie 2016 zur Kammersängerin ernannte. Das Repertoire, das sie dort interpretierte, reicht von Rameaus Platée (Clarine) und Händels Alcina (Morgana) über Mozart-Partien wie die Königin der Nacht in der Zauberflöte, Susanna im Figaro oder Despina in Così fan tutte und Belcanto-Rollen wie die Rosina in Rossinis Il barbiere di Siviglia bis zur Musetta in Puccinis La Bohème und der Adele in der Fledermaus von Johann Strauss. Ein Schwerpunkt in der künstlerischen Arbeit von Yuko Kakuta, die seit der Saison 2018/19 freischaffend tätig ist, liegt auf der zeitgenössischen Musik. So gestaltete sie in Stuttgart den Part des Kindes in Chaya Czernowins Kammeroper Pnima, wirkte an der Deutschen Oper Berlin, der Ruhrtriennale, der Oper Frankfurt, am Teatro Colón in Buenos Aires sowie beim Spoleto Festival in Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern mit und war auch Solistin in Lachenmanns Got Lost, das im Rahmen der Stuttgarter «zeitoper» szenisch auf die Bühne gelangte. Im Konzertbereich ist Kakuta ebenfalls eine gefragte Interpretin der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts; so brachte sie beispielsweise 2015 Toshio Hosokawas Drei Engellieder zur Uraufführung. Yuko Kakuta gastierte an der Komischen Oper Berlin, der Oper Leipzig, am Nationaltheater Mannheim, am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken und am Nissei Theater in Tokio.

    August 2019

    Yukiko Sugawara

    Die Pianistin Yukiko Sugawara stammt aus dem japanischen Sapporo, wo sie zunächst von Michiko Endo unterrichtet wurde. Später studierte sie bei Aiko Iguchi am Toho Music College in Tokio und zog dann nach Deutschland, um ihre Ausbildung bei Hans-Erich Riebensahm in Berlin und bei Aloys Kontarsky in Köln abzuschliessen. Die zeitgenössische Musik bildete von Anfang an einen Schwerpunkt in ihrer künstlerischen Arbeit, wobei sie sich dem Œuvre von Helmut Lachenmann und Mark Andre besonders umfassend widmet. Regelmässig tritt Yukiko Sugawara bei den führenden Festivals für Neue Musik auf, darunter die Donaueschinger Musiktage, das Festival d’Automne in Paris, der Warschauer Herbst, das Huddersfield Contemporary Music Festival, die Biennale Berlin und die Berliner Festwochen, der Stuttgarter Éclat, das Holland Festival und Ars Musica in Brüssel. Als Solistin arbeitete sie mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Sylvain Cambreling, Peter Eötvös, Peter Hirsch, Peter Rundel, Lothar Zagrosek und Hans Zender zusammen. Nicht zuletzt spielt sie regelmässig Kammermusik, so etwa mit der Geigerin Tomoko Kiba, der Pianistin Tomoko Hemmi und der Sopranistin Yuko Kakuta. Ausserdem ist Yukiko Sugawara eine engagierte Pädagogin: Sie lehrte an den Hochschulen in Saarbrücken und Trossingen, an der Chicago Northwestern University und am Goethe-Institut New York und gab Sommerkurse in Krakau, Zaragoza, Aldeburgh, Strasbourg und Darmstadt. Zahlreiche CDs, die für Labels wie Wergo, col legno und Kairos entstanden, dokumentieren ihre künstlerische Arbeit; für ihre Einspielung von Lachenmanns Serynade erhielt sie 2001 den «Preis der deutschen Schallplattenkritik». Bereits 1972 wurde ihr der Kranichsteiner Musikpreis verliehen.

    August 2019

    Das «Thomas-Kessler-Paket» 
    20% Rabatt ab drei verschiedenen Konzerten mit «composer-in-residence» Thomas Kessler