Composer Seminar, Kurspass

Wolfgang Rihm | Gastdozenten

Mo, 19.08.10.00 UhrNr. 19710

KKL Luzern

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Preise (CHF)

CHF 120


Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Teilnehmer des «Composer Seminar»  
    Wolfgang Rihm  Leitung
    Dieter Ammann  Gastdozent
    Thomas Kessler  Gastdozent

    Diskussion der ausgewählten Werke

    «Man hört immer: ‹Die jungen Komponisten machen doch alle das Gleiche›. Ich erlebe hingegen unterschiedlichste Welten, als würden sie von verschiedenen Planeten stammen», beschreibt Wolfgang Rihm seinen Eindruck von der nachrückenden Komponistengeneration. Diese Vielfalt der Stimmen prägt auch das «Composer Seminar». Rihm will keine ästhetischen Dogmen vorgeben, sondern «die Artikulation des Eigenen» fördern. Weshalb er ganz bewusst «Komponisten aus verschiedenen Entwicklungs- und Bewusstseinszuständen» auswähle. «Ich suche Menschen zusammen, von denen ich glaube, dass eine Art Gespräch entstehen kann – ein Diskurs aufgrund verschiedener ästhetischer, kultureller Voraussetzungen.» An fünf öffentlichen Tagen diskutieren die Teilnehmer ihre Werke mit Rihm und seinem Co-Dozenten Dieter Ammann; als Gäste stossen Sir George Benjamin und «composer-in-residence» Thomas Kessler dazu. Anschliessend werden die Partituren – in diesem Sommer Werke für Streicher – vom JACK und vom Mivos Quartet einstudiert und am 1. September im Rahmen des grossen «Erlebnistags» präsentiert.
     

    Wolfgang Rihm

    Der deutsche Komponist Wolfgang Rihm, seit Sommer 2016 der Künstlerische Leiter der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, wurde 1952 in Karlsruhe geboren und begann schon früh mit dem Komponieren. Noch während er das humanistische Gymnasium besuchte, wurde er 1968 in die Kompositionsklasse von Eugen Werner Velte an der Musikhochschule in Karlsruhe aufgenommen. Später setzte er seine Ausbildung bei Karlheinz Stockhausen in Köln (1972/73) und schliesslich bei Klaus Huber in Freiburg (1973–1976) fort. An der Universität Freiburg besuchte er ausserdem musikwissenschaftliche Seminare bei Hans Heinrich Eggebrecht. Durch eine Reihe grosser Orchesterwerke gelang Wolfgang Rihm in den späten siebziger Jahren der internationale Durchbruch. Er zählt heute zu den fruchtbarsten und vielseitigsten Komponisten der Gegenwart und hat ein facettenreiches Œuvre geschaffen, das mittlerweile mehr als 400 Werke umfasst, darunter allein neun Musiktheaterwerke: Faust und Yorick (1976), Jakob Lenz (1977/78), Die Hamletmaschine (1983/86), Oedipus (1987), Die Eroberung von Mexico (1987/91), Séraphin (1994), Das Gehege (2006), Proserpina (2009) sowie Dionysos, der 2010 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Seit 1985 lehrt Rihm als Professor für Komposition an die Musikhochschule Karlsruhe. LUCERNE FESTIVAL ist er seit langem eng verbunden: 1997 prägte er als «composer-in-residence» das Programm, im Folgejahr erklang zur Eröffnung des KKL Luzern sein Orchesterwerk IN-SCHRIFT; weitere Werkaufträge folgten, so die Sinfonie Nähe fern (2011/12), das Hornkonzert (2014) und sein Gruss-Moment zum 90. Geburtstag von Pierre Boulez. Wolfgang Rihm, der auch mehrere Bände mit Essays und Gesprächen veröffentlicht hat, gehört zahlreichen Akademien an und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter der Ernst von Siemens Musikpreis (2003), der Robert-Schumann-Preis (2014), der «Grawemeyer Award» (2015) und der Preis der Europäischen Kirchenmusik (2017). Er ist «Commandeur dans l’Ordre des Arts et des Lettres», Träger des Grossen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Mitglied des Ordens «Pour le Mérite».

     

    Februar 2017

    Weitere Termine

    Sir George Benjamin

    Sir George Benjamin, geboren 1960 in London, begann bereits als Siebenjähriger zu komponieren. 1974 nahm er in seiner Heimatstadt das reguläre Musikstudium auf, wechselte zwei Jahre später zu Olivier Messiaen und Yvonne Loriod nach Paris und beschloss seine Ausbildung von 1978 bis 1982 bei Alexander Goehr am King’s College in Cambridge. Die Orchesterwerke Ringed by the Flat Horizon, das 1980 bei den BBC Proms herauskam, und At First Light (1982) markierten Benjamins Durchbruch zu internationaler Bekanntheit. Pierre Boulez und das London Symphony Orchestra eröffneten 2002 mit der Uraufführung von Palimpsests eine ihm gewidmete Portraitreihe am Londoner Barbican Centre. 2006 präsentierte Benjamin beim Pariser Festival d’Automne sein erstes Musiktheater Into the Little Hill. 2012 folgte in Aix-en-Provence Written on Skin, für das er den International Opera Award erhielt; seine neueste Oper Lessons in Love and Violence kam 2018 am Londoner Royal Opera House heraus. Zyklische Aufführungen der Werke Benjamins, der 2008 als «composer-in-residence» bei LUCERNE FESTIVAL amtierte, fanden u. a. in San Francisco, Aldeburgh, Mailand, London, New York und in der Hamburger Elbphilharmonie statt. 2018/19 war er «composer-in-residence» bei den Berliner Philharmonikern. Sir George Benjamin ist auch als Dirigent erfolgreich und leitete u. a. die Berliner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, das Mahler Chamber Orchestra, die London Sinfonietta und das Ensemble Modern. Er lehrt als Professor für Komposition am Londoner King’s College und unterrichtet regelmässig in Tanglewood. Benjamin ist «Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres» und wurde 2017 von Queen Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben.

    Als Dirigent präsentierte sich George Benjamin erstmals im Sommer 2008 bei LUCERNE FESTIVAL – bei einem Konzert mit dem Ensemble Intercontemporain und bei Aufführungen seiner Oper Into the Little Hill.

    Juni 2019

    Weitere Termine

    Thomas Kessler

    Weitere Termine

    Montag, 19. August | 10.00 – 11.30 und 12.00 – 13.30 Uhr
    Dienstag, 20. August | 10.00 – 11.30 und 12.00 – 13.30 Uhr
    Mittwoch, 21. August | 10.00 – 11.30 und 12.00 – 13.30 Uhr
    Donnerstag, 22. August | 10.00 – 11.30 und 12.00 – 13.30 Uhr
    Freitag, 23. August | 10.00 – 11.30 und 12.00 – 13.30 Uhr

    Sonntag, 1. September | 13.00 und 16.00 Uhr | Kunstmuseum Luzern | Abschlusskonzerte des «Composer Seminar»