West-Eastern Divan Orchestra 1

West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim

Prokofjew | Brahms

Mo, 16.08. | 19.30 Uhr | Nr. 211306

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 200 130 90 30


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    West-Eastern Divan Orchestra 1

    West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim

    Lahav Shani  Dirigent
    Sergej Prokofjew (1891–1953)
    Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 Symphonie classique
    Johannes Brahms (1833–1897)
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

    Als Der Spiegel vor einigen Jahren von Daniel Barenboim wissen wollte, ob er sich einen anderen Dirigenten für sein West-Eastern Divan Orchestra vorstellen könne, erhielt er zur Antwort: «Das ist so, als ob Sie einen glücklich verheirateten Mann fragen, ob seine Frau mit einem anderen glücklich sein könnte.» Doch nun räumt Barenboim tatsächlich den Platz am Pult seines geliebten Orchesters – für einen Abend zumindest. Und das hat gleich zwei gute Gründe. Denn der «andere», der an seiner Stelle den Taktstock ergreift, ist der 32-jährige Lahav Shani, dessen steile Karriere Barenboim als Mentor nachhaltig förderte. Mit dem Ergebnis, dass Shani mittlerweile als Musikdirektor gleich zweier Toporchester amtiert: beim Israel und beim Rotterdam Philharmonic Orchestra. Ihm kann Barenboim voll und ganz vertrauen, wenn er sich selbst einer der grössten Herausforderungen im pianistischen Repertoire widmet, dem Zweiten Klavierkonzert von Johannes Brahms, für dessen vertrackten Solopart man eigentlich mehr als zehn Finger bräuchte. Aber gewiss nicht auch noch den Dirigentenstab.

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    West-Eastern Divan Orchestra

    Das West-Eastern Divan Orchestra, das zu gleichen Teilen junge Musiker*innen aus Israel und den arabischen Ländern sowie einige Mitglieder aus der Türkei und dem Iran vereint, wurde 1999 von Daniel Barenboim und dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet. Dabei bildete die Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen im Nahen Osten den Leitgedanken — nicht zufällig stand Goethes berühmte Gedichtsammlung West-östlicher Divan Pate bei der Namensgebung. Allsommerlich trifft sich das Orchester zu Arbeitsphasen und daran anschliessenden internationalen Konzert-tourneen. Das West-Eastern Divan Orchestra gastierte u. a. in der Berliner Philharmonie und im Wiener Musikverein, im Teatro alla Scala in Mailand und in der Pariser Salle Pleyel, in der New Yorker Carnegie Hall, im Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und im Teatro Colón in Buenos Aires, aber auch in Rabat, Ramallah, Katar und Abu Dhabi. Regelmässig ist es bei den BBC Proms, in der Berliner Waldbühne und bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Seinen 20. Geburtstag feierte das Orchester im Oktober 2019 mit zwei Konzerten in der Berliner Philharmonie; im Dezember 2020 gestaltete es das offizielle Festkonzert zu Beethovens 250. Geburtstag in Bonn. Zahlreiche CDs und DVDs sowie Paul Smacznys Film Knowledge Is the Beginning dokumentieren die Arbeit des Orchesters, das 2016 zum UN-Botschafter für kulturelle Verstän-digung ernannt wurde. Mit der Barenboim-Said-Akademie ist ihm eine staatlich anerkannte Hochschule für Musik und Geisteswissenschaften assoziiert.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 21. August 2007, als Daniel Barenboim Werke von Beethoven, Schönberg und Tschaikowsky dirigierte.

    Weitere Informationen finden Sie unter www.west-eastern-divan.org.

    Juli 2021

     

     

    Weitere Termine

    Lahav Shani

    1989 in Tel Aviv geboren, erhielt Lahav Shani mit sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Später studierte er bei Arie Vardi an der Buchmann-Mehta-Musikschule in seiner Heimatstadt und schloss die Ausbildung an der Musikhochschule «Hanns Eisler» in Berlin ab, wo er die Fächer Dirigieren bei Christian Ehwald und Klavier bei Fabio Bidini belegte. Schon während dieser Zeit fungierte Daniel Barenboim als sein Mentor. 2013 gewann Shani in Bamberg die Mahler Competition für junge Dirigent*innen. Es war das Fanal für seine internationale Karriere: Von 2017 bis 2020 war er als Erster Gastdirigent den Wiener Symphonikern verbunden, seit 2018 steht er als Chefdirigent an der Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra, das seinen Vertrag bereits bis 2026 verlängert hat, und seit 2020 amtiert er als Musikdirektor beim Israel Philharmonic Orchestra. Als Gast hat Lahav Shani überdies mit dem London und dem Boston Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Orchestre de Paris, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Philadelphia Orchestra zusammengearbeitet. Nach wie vor ist er auch als Pianist aktiv und leitete vom Klavier aus u. a. die Wiener Philharmoniker, das Philharmonia Orchestra, das Royal Concertgebouworkest und das Orchestre Philharmonique de Radio France. Mit der Staatskapelle Berlin spielte er unter der Leitung von Daniel Barenboim Rachmaninows Drittes Klavierkonzert. Im Herbst 2020 debutierte er bei den Berliner Philharmonikern mit einem Schumann-Mozart-Programm. Lahav Shani ist auch ein passionierter Kammermusiker und war in dieser Funktion u. a. beim Festival d’Aix-en-Provence und in Verbier zu erleben. Auf CD veröffentlichte er 2019 mit Renaud Capuçon und Kian Soltani Klaviertrios von Tschaikowsky und Dvořák. Mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra legte er 2020 Beethovens Siebte Sinfonie und das Vierte Klavierkonzert vor.

    Debut bei Lucerne Festival am 7. September 2019 mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und Werken von Max Bruch und Anton Bruckner.

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Daniel Barenboim

    Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, 1942 als Sohn zweier Klavierlehrer in Buenos Aires geboren, trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich auf. 1952 übersiedelte die Familie von Argentinien nach Israel, wo Barenboim 1953 mit dem Wettbewerb der American-Israel Cultural Foundation ein Stipendium für das Studium bei Nadia Boulanger in Paris gewann. Darüber hinaus belegte er Dirigierkurse bei Igor Markevitch und wurde 1954 Wilhelm Furtwängler vorgestellt, der ihn als «Phänomen» bezeichnete. Die erste Phase seiner Laufbahn verbrachte Barenboim als weltweit erfolgreicher Konzertpianist. Seit seinem Einstand als Dirigent beim Philharmonia Orchestra (1967) ist er auch in dieser Funktion bei den besten Orchestern gefragt. Als erste feste Position übernahm Barenboim von 1975 bis 1989 die Leitung des Orchestre de Paris; von 1991 bis 2006 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra, das ihn anschliessend zum Ehrendirigenten ernannte. Sein Operndebut gab er 1973 mit Mozarts Don Giovanni beim Edinburgh Festival; 1981 dirigierte er zum ersten Mal in Bayreuth, wo er bis 1999 jeden Sommer tätig war. Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin, im Jahr 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Von 2007 bis 2014 war er der Mailänder Scala eng verbunden, zuletzt als Musikdirektor. Überdies rief Barenboim 1999 das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben, das junge Musiker*innen aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien zusammenführt. 2017 eröffnete er in Berlin den Pierre Boulez Saal, wo er mit seinem neugegründeten Boulez Ensemble Werke von der Klassik bis zur Gegenwart aufführt. Für seine künstlerische und kulturpolitische Arbeit wurde Barenboim u. a. mit dem Prinz-von-Asturien-Preis und der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Siemens-Musikpreis, der Goethe-Medaille und dem japanischen «Praemium Imperiale» ausgezeichnet. Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ernannte ihn 2007 zum UN-Friedensbotschafter.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1966 mit Klavierkonzerten von Mozart und Beethoven, begleitet vom English Chamber Orchestra .

    Weitere Informationen finden Sie unter www.danielbarenboim.com

    Juli 2021


     

    Weitere Termine

    Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium 
    mit Susanne Stähr

    Das Auditorium öffnet 30 Minuten vor dem Beginn der Einführung. Aufgrund der aktuellen Situation sowie der Vorgaben der Covid-Verordnung des Bundes ist die Zahl der Sitzplätze eingeschränkt.