Sinfoniekonzert 5

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Martha Argerich | Bassam Mussad

Ravel | Schostakowitsch | Berg

Mi, 16.08.19.30 UhrNr. 17310

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    16.

    Aug

    Mittwoch
    19.30

    KKL Luzern, Konzertsaal

    Sinfoniekonzert 5

    West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Martha Argerich | Bassam Mussad

    Bassam Mussad  Trompete
    Maurice Ravel (1875–1937)
    Le tombeau de Couperin
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op. 35
    Maurice Ravel (1875–1937)
    Ma mère l’oye
    Suite für Orchester
    Alban Berg (1885–1935)
    Drei Orchesterstücke op. 6

    Nicht jeder Komponist durfte sich geben, wie er war. Dmitri Schostakowitsch etwa sah sich immer wieder zu künstlerischen Kompromissen und Maskeraden genötigt, weil seine Musik den sowjetischen Machthabern so suspekt war, dass er um Leib und Leben fürchten musste. Maurice Ravel rettete sich vor der schnöden Wirklichkeit am liebsten in die Kinderwelt der Märchen oder die verklärte Vergangenheit. Und Alban Berg hatte unter der Kritik seines verehrten Lehrers Arnold Schönberg zu leiden, der ihm seine nachlässige Kleidung, seine unleserliche Handschrift und seinen weitschweifigen Briefstil ankreidete. Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra ergründen die Seelenkonflikte und Fluchtwege dieser drei Musiker. Mit von der Partie ist die legendäre Martha Argerich, die mit Barenboim nicht nur den Geburtsort Bue-nos Aires teilt. Seit ihrer Kindheit kennen sie sich schon, und wer die beiden im letzten Luzerner Festspielsommer erlebte, wie sie als Zugabe ein Schubert-Rondo vierhändig am Klavier spielten, wird eine rührende Vertrautheit bemerkt haben.

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    West-Eastern Divan Orchestra

    Das West-Eastern Divan Orchestra, das junge Musikerinnen und Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien vereint, wurde 1999 von Daniel Barenboim und dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet. Dabei bildete die Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen im Nahen Osten den Leitgedanken – nicht zufällig stand Johann Wolfgang von Goethes berühmte Gedichtsammlung West-östlicher Divan Pate bei der Namensgebung. Nach ersten Arbeitsphasen in Weimar und Chicago bezog das Orchester 2002 seinen Sitz im andalusischen Sevilla und somit in einer Region, in der bis zur Reconquista von 1492 Juden, Muslime und Christen in Religionsfreiheit zusammenleben konnten; dort bereiten sich seine Mitglieder mit Proben, Vorträgen und Diskussionen auf die jeweiligen Programme vor, die anschliessend auf internationalen Konzerttourneen präsentiert werden. Das West-Eastern Divan Orchestra gastierte u. a. in der Berliner Philharmonie und im Wiener Musikverein, am Teatro alla Scala in Mailand und in der Pariser Salle Pleyel, in der New Yorker Carnegie Hall, im Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und im Teatro Colon in Buenos Aires, aber auch in Rabat, Ramallah, Katar und Abu Dhabi. Regelmässig ist es bei den BBC Proms und den Salzburger Festspielen zu erleben. Zuletzt absolvierten die Musikerinnen und Musiker im Frühjahr 2017 eine Europatournee mit Stationen in Aarhus, Helsinki und Stockholm, in der Hamburger Elbphilharmonie, im Boulez Saal Berlin und im Wiener Musikverein. Zahlreiche CDs und DVDs sowie Paul Smacznys Film Knowledge is the Beginning dokumentieren die Arbeit des Orchesters, das im Februar 2016 von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum UN-Botschafter für kulturelle Verständigung ernannt wurde. Im Herbst 2016 eröffnete in Berlin mit der Barenboim-Said-Akademie eine staatlich anerkannte Hochschule für Musik und Geisteswissenschaften.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 21. August 2007, als Daniel Barenboim Werke von Beethoven, Schönberg und Tschaikowsky dirigierte.

    Weitere Informationen finden Sie unter www.west-eastern-divan.org.

    April 2017

     

     

    Weitere Termine

    Daniel Barenboim

    Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, 1942 als Sohn zweier Klavierlehrer in Buenos Aires geboren, trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich auf. 1952 übersiedelte die Familie nach Israel, wo Barenboim 1953 mit dem Wettbewerb der American-Israel Cultural Foundation ein Stipendium für das Studium bei Nadia Boulanger in Paris gewann. Darüber hinaus belegte er Dirigierkurse bei Igor Markevitch und wurde 1954 Wilhelm Furtwängler vorgestellt, der ihn als «Phänomen» bezeichnete. Die erste Phase seiner Laufbahn verbrachte Barenboim als weltweit erfolgreicher Konzertpianist. Seit seinem Einstand als Dirigent beim Philharmonia Orchestra (1967) ist er auch in dieser Funktion bei allen führenden Orchestern gefragt. Als erste feste Position übernahm er von 1975 bis 1989 die Leitung des Orchestre de Paris; von 1991 bis 2006 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra, das ihn anschliessend zum Ehrendirigenten ernannte. Sein Operndebut gab er 1973 mit Mo­zarts Don Giovanni beim Edinburgh Festival; 1981 dirigierte er zum ersten Mal in Bayreuth, wo er bis 1999 jeden Sommer tätig war. Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin, im Jahr 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Von 2007 bis 2014 war er der Mailänder Scala eng verbunden, zuletzt als Musikdirektor. Überdies rief Barenboim 1999 das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben, das junge Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien zusammenführt. Im März 2017 eröffnete er in Berlin den Pierre Boulez Saal, wo er mit seinem neugegründeten Boulez Ensemble Werke von der Klassik bis zur Gegenwart aufführt. Für seine künstlerische und kulturpolitische Arbeit wurde Barenboim u. a. mit dem Prinz-von-Asturien-Preis und der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Siemens-Musikpreis, der Goethe-Medaille und dem japanischen «Praemium Imperiale» ausgezeichnet.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1966 mit Klavierkonzerten von Mozart und Beethoven, begleitet vom English Chamber Orchestra .

    Weitere Informationen finden Sie unter www.danielbarenboim.com

    April 2017


     

    Weitere Termine

    Martha Argerich

    Die 1941 in Buenos Aires geborene Martha Argerich, die als Achtjährige ihr Konzertdebut feiern konnte, kam 1955 nach Europa, um bei Friedrich Gulda in Wien zu studieren. 1957 gewann sie den Busoni-Wettbewerb in Bozen und die Klavierkonkurrenz von Genf; gleichwohl setzte sie ihre Ausbildung weiter fort und arbeitete mit Arturo Benedetti Michelangeli und Stefan Askenase zusammen, ehe sie 1965 mit dem Ersten Preis beim Chopin-Wettbewerb in Warschau ihre internationale Laufbahn begann. Seitdem zählt Martha Argerich zu den besten Pianisten der Gegenwart; sie hat mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern konzertiert und dabei ein Repertoire von Bach bis Bartók zur Aufführung gebracht. In den letzten beiden Jahrzehnten nimmt vor allem die Kammermusik einen hohen Stellenwert in ihrer künstlerischen Arbeit ein. Zu ihren bevorzugten musikalischen Partnern zählen der Geiger Gidon Kremer, der Cellist Mischa Maisky und die Pianisten Nelson Freire, Alexandre Rabinovitch und Lilya Zilberstein, mit denen sie im Duo spielt. Von 2002 bis 2016 führte sie im schweizerischen Lugano ein eigenes Festival durch, in dessen Rahmen sie gemeinsam mit renommierten Kollegen und jungen Künstlern auftrat. Ihre Einspielungen wurden mit zahlreichen Preisen bedacht. Bereits dreimal erhielt sie den begehrten «Grammy»: 1999 für ihre Aufnahme mit Prokofjew- und Bartók-Konzerten, 2005 für eine Duo-CD mit Mikhail Pletnev und 2006 für Beethoven-Konzerte mit dem Mahler Chamber Orchestra und Claudio Abbado. 2014 gewann sie für ihre Interpretation von Mozart-Konzerten, ebenfalls mit Abbado, den «Echo Klassik». Die Dokumentation Argerich, die ihre Tochter Stephanie 2013 vorlegte, präsentiert ein Filmportrait der Pianistin. Im Herbst 2005 wurde Martha Argerich für ihr Lebenswerk mit dem «Praemium Imperiale» geehrt; seit 2014 ist sie Ehrenmitglied des West-Eastern Divan Orchestra.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 20. August 1969 mit dem Dritten Klavierkonzert von Prokofjew und dem Schweizerischen Festspielorchester und Charles Dutoit. 

    Oktober 2017

    Weitere Termine

    Bassam Mussad

    Der Trompeter Bassam Mussad wurde 1984 als Sohn ägyptischer Eltern in Khartum im Sudan geboren. 1993 wanderte die Familie in die USA aus, zunächst nach Kalifornien, dann nach Georgia. Dort erhielt Mussad im Alter von neun Jahren den ersten Trompetenunterricht. Sein Studium führte ihn später zu Fred Mills vom Canadian Brass Ensemble an die University of Georgia und zu Vincent Penzarella, einem Mitglied der New Yorker Philharmoniker, an die Manhattan School of Music. 2005 absolvierte Bassam Mussad ein Probespiel vor Daniel Barenboim in Sevilla und wurde sogleich ins West-Eastern Divan Orchestra aufgenommen. Auf Empfehlung von Barenboim zog er nach Deutschland, wo er sich in der Orchester-Akademie der Staatsoper Berlin ein breites Repertoire erarbeiten konnte. Im Anschluss an diese praktische Ausbildungsphase wurde er als Solo-Trompeter ins Mecklenburgische Staatsorchester Schwerin verpflichtet, dem er vier Jahre lang angehörte. Seit 2014 ist Bassam Mussad als Solo-Trompeter Mitglied der Düsseldorfer Symphoniker, mit denen er schon mehrfach auch solistisch auftrat und Trompetenkonzerte zur Aufführung brachte, so zuletzt im Februar 2017 Haydns Es-Dur-Konzert unter der Leitung von Adám Fischer. Mit seinem Orchester gestaltete er im Herbst 2016 auch ein «Welcome Concert» für Flüchtlinge, das er in englischer und arabischer Sprache moderierte. Neben seinem Festengagement spielte Bassam Mussad auch in anderen renommierten Orchestern, so etwa in der Filarmonica della Scala, im Schwedischen Radio-Sinfonieorchester und im Malaysia Philharmonic. Nach wie vor ist er dem West-Eastern Divan Orchestra als Solo-Trompeter verbunden. Im Anschluss an den Auftritt in Luzern wird er Schostakowitschs Konzert für Klavier und Trompete auch noch bei den Salzburger Festspielen aufführen.

    April 2017

    18:30 Uhr | Einführung mit Susanne Stähr | KKL Luzern, Auditorium 

    Patronatskonzert der Freunde LUCERNE FESTIVAL