Sinfoniekonzert 5

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Lisa Batiashvili

Brahms | Debussy | Skrjabin

Di, 21.08.19.30 UhrNr. 18310

KKL Luzern, Konzertsaal

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Preise (CHF)

CHF 170 150 110 90 60 30


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

17.08.-16.09. 2018

 

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    Sinfoniekonzert 5

    West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Lisa Batiashvili

    Johannes Brahms (1833–1897)
    Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77
    Claude Debussy (1862–1918)
    La Mer
    Aleksandr Skrjabin (1872–1915)
    Le Poème de l'extase op. 54

    Bei diesem Konzert erwarten Sie besondere Erfahrungen: «Es war wie ein Eisbad, Kokain und Regenbogen», beschrieb der amerikanische Schriftsteller Henry Miller den Effekt, den Aleksandr Skrjabins orgiastische Orchesterfantasie Le Poème de l’extase bei ihm ausgelöst hatte. Kein Wunder bei einem Komponisten, der als Visionär gilt, bis zur Grenze des Wahnsinns. Selbst verstand sich Skrjabin als eine Art Prometheus und erklärte: «Die Welt lebt in meinem Bewusstsein, als mein Schöpfungsakt.» Auch Claude Debussy ging es um ein mystisches Moment, als er seine impressionistische Tondichtung La Mer erdachte: Er wollte mit dieser Musik kein Abbild der brausenden Wogen und des glitzernden Wassers schaffen, sondern lieber den Eindruck (französisch: «l’impression») spiegeln, den das Spiel der Wellen in ihm wachrief. Eindrucksvoll ist in jedem Fall, wie Lisa Batiashvili das Brahms-Violinkonzert interpretiert: Sie sei eine begnadete Geschichtenerzählerin, urteilte der Guardian, und der Wiener Standard schwärmte von ihrem hellen Geigenton, «wie ein Lichtstrahl».

    West-Eastern Divan Orchestra

    Das West-Eastern Divan Orchestra, das junge Musikerinnen und Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien vereint, wurde 1999 von Daniel Barenboim und dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet. Dabei bildete die Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen im Nahen Osten den Leitgedanken – nicht zufällig stand Johann Wolfgang von Goethes berühmte Gedichtsammlung West-östlicher Divan Pate bei der Namensgebung. Nach ersten Arbeitsphasen in Weimar und Chicago bezog das Orchester 2002 seinen Sitz im andalusischen Sevilla und somit in einer Region, in der bis zur Reconquista von 1492 Juden, Muslime und Christen in Religionsfreiheit zusammenleben konnten; dort bereiten sich seine Mitglieder mit Proben, Vorträgen und Diskussionen auf die jeweiligen Programme vor, die anschliessend auf internationalen Konzerttourneen präsentiert werden. Das West-Eastern Divan Orchestra gastierte u. a. in der Berliner Philharmonie und im Wiener Musikverein, am Teatro alla Scala in Mailand und in der Pariser Salle Pleyel, in der New Yorker Carnegie Hall, im Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und im Teatro Colon in Buenos Aires, aber auch in Rabat, Ramallah, Katar und Abu Dhabi. Regelmässig ist es bei den BBC Proms und den Salzburger Festspielen zu erleben. Zuletzt absolvierten die Musikerinnen und Musiker im Frühjahr 2017 eine Europatournee mit Stationen in Aarhus, Helsinki und Stockholm, in der Hamburger Elbphilharmonie, im Boulez Saal Berlin und im Wiener Musikverein. Zahlreiche CDs und DVDs sowie Paul Smacznys Film Knowledge is the Beginning dokumentieren die Arbeit des Orchesters, das im Februar 2016 von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum UN-Botschafter für kulturelle Verständigung ernannt wurde. Im Herbst 2016 eröffnete in Berlin mit der Barenboim-Said-Akademie eine staatlich anerkannte Hochschule für Musik und Geisteswissenschaften.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 21. August 2007, als Daniel Barenboim Werke von Beethoven, Schönberg und Tschaikowsky dirigierte.

    Weitere Informationen finden Sie unter www.west-eastern-divan.org.

    April 2017

     

     

    Weitere Termine

    Daniel Barenboim

    Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, 1942 als Sohn zweier Klavierlehrer in Buenos Aires geboren, trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich auf. 1952 übersiedelte die Familie nach Israel, wo Barenboim 1953 mit dem Wettbewerb der American-Israel Cultural Foundation ein Stipendium für das Studium bei Nadia Boulanger in Paris gewann. Darüber hinaus belegte er Dirigierkurse bei Igor Markevitch und wurde 1954 Wilhelm Furtwängler vorgestellt, der ihn als «Phänomen» bezeichnete. Die erste Phase seiner Laufbahn verbrachte Barenboim als weltweit erfolgreicher Konzertpianist. Seit seinem Einstand als Dirigent beim Philharmonia Orchestra (1967) ist er auch in dieser Funktion bei allen führenden Orchestern gefragt. Als erste feste Position übernahm er von 1975 bis 1989 die Leitung des Orchestre de Paris; von 1991 bis 2006 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra, das ihn anschliessend zum Ehrendirigenten ernannte. Sein Operndebut gab er 1973 mit Mo­zarts Don Giovanni beim Edinburgh Festival; 1981 dirigierte er zum ersten Mal in Bayreuth, wo er bis 1999 jeden Sommer tätig war. Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin, im Jahr 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Von 2007 bis 2014 war er der Mailänder Scala eng verbunden, zuletzt als Musikdirektor. Überdies rief Barenboim 1999 das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben, das junge Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien zusammenführt. Im März 2017 eröffnete er in Berlin den Pierre Boulez Saal, wo er mit seinem neugegründeten Boulez Ensemble Werke von der Klassik bis zur Gegenwart aufführt. Für seine künstlerische und kulturpolitische Arbeit wurde Barenboim u. a. mit dem Prinz-von-Asturien-Preis und der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Siemens-Musikpreis, der Goethe-Medaille und dem japanischen «Praemium Imperiale» ausgezeichnet.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1966 mit Klavierkonzerten von Mozart und Beethoven, begleitet vom English Chamber Orchestra .

    Weitere Informationen finden Sie unter www.danielbarenboim.com

    April 2017


     

    Weitere Termine

    Lisa Batiashvili

    1995 gewann die damals 16-jährige Lisa Batiashvili den Zweiten Preis beim Sibelius-Wettbewerb in Helsinki – als jüngste aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Ihre Ausbildung setzte die in Georgien geborene Geigerin danach bei Ana Chumachenko in München und bei Mark Lubotski an der Hamburger Musikhochschule fort. Das Jahr 2001 bedeutete einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere: Sie wurde in das «New Generation Artists»-Programm der BBC aufgenommen, debutierte bei den BBC Proms in London und veröffentlichte ihre erste CD. Zwei Jahre später wurde ihr beim Schleswig-Holstein Musik Festival der «Bernstein Award» verliehen. Seither ist Lisa Batiashvili regelmässig bei den besten Orchestern der Welt zu Gast: bei den Berliner und den New Yorker Philharmonikern, dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, dem London und dem Boston Symphony, dem Los Angeles Philharmonic, dem Philadelphia Orchestra, der Dresdner Staatskapelle und vielen mehr. Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Christoph von Dohnányi, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Mikko Franck, Paavo Järvi, Vladimir Jurowski, Zubin Mehta, Sakari Oramo und Yuri Temirkanov haben die Zusammenarbeit mit ihr gesucht. Intensiv engagiert sich Lisa Batiashvili im Bereich der Moderne und brachte u. a. Magnus Lindbergs Violinkonzert beim Mostly Mozart Festival in New York zur Uraufführung. Giya Kancheli hat für sie und ihren Ehemann, den Oboisten François Leleux, ein Doppelkonzert komponiert, das im Februar 2008 in London herauskam. Auch als Kammermusikerin ist Lisa Batiashvili aktiv und konzertierte bei den Festivals von Edinburgh, Aldeburgh, Marlboro, Tanglewood, Saratoga und Kuhmo. Sie musiziert auf der »Engleman« Stradivari aus dem Jahr 1709.

    18. Juni 2009
     

    18.30 Uhr | Konzerteinführung mit Susanne Stähr | KKL Luzern, Auditorium