Sinfoniekonzert 2

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Anne-Sophie Mutter

Previn | Sibelius | Beethoven

So, 18.08.19.30 UhrNr. 19309

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 2

    West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Anne-Sophie Mutter

    André Previn (1930–2019)
    Violinkonzert («Anne-Sophie»), 3. Satz
    Jean Sibelius (1865–1957)
    Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
    Ludwig van Beethoven (1770–1827)
    Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

    Aus Beethovens Siebter Sinfonie tönt die Französische Revolution: Die aufpeitschenden Rhythmen und Fanfaren dieser Musik, ihre mitreissende Euphorie, die sich am Ende bis zur Raserei steigert – es erscheint wie ein Spiegelbild der entfesselten Volksmassen, die gegen die Macht der Adelsklasse aufbegehrten. Kein Wunder, dass schon die Schriftstellerin Bettina von Arnim glaubte, zu den Klängen dieser Sinfonie «den Völkern mit fliegender Fahne voranziehen zu müssen». Für Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra hat Beethovens Siebte aber noch eine andere Bedeutung: Sie war das erste Werk, das sie 1999 einstudiert haben, unmittelbar nach Gründung dieses geradezu utopischen Orchesterprojekts, das die Religionen, Kulturen und Nationen verbindet. Zum 20. Geburtstag im Sommer 2019 steht die Siebte deshalb wieder auf dem Programm. Und mit der Geigerin Anne-Sophie Mutter stellt sich eine denkbar prominente Gratulantin ein. Sie spielt das hinreissende Violinkonzert des Finnen Jean Sibelius, das mit narkotisierend kristallinen Klängen, aber auch mit stampfenden Rhythmen uralte Rituale zu beschwören scheint. Und sie erinnert an den im Februar verstorbenen Komponisten, Dirigenten und Pianisten André Previn: mit dem Finale aus Previns für sie entstandenem Violinkonzert.

    Gastronomisches Angebot des KKL beim Sommer-Festival 2019

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    West-Eastern Divan Orchestra

    Das West-Eastern Divan Orchestra, das zu gleichen Teilen junge Musikerinnen und Musiker aus Israel und den arabischen Ländern sowie einige Mitglieder aus Spanien, der Türkei und dem Iran vereint, wurde 1999 von Daniel Barenboim und dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet. Dabei bildete die Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen im Nahen Osten den Leitgedanken – nicht zufällig stand Goethes berühmte Gedichtsammlung West-östlicher Divan Pate bei der Namensgebung. Allsommerlich trifft sich das Orchester zu Arbeitsphasen, wo es sich mit Proben, Vorträgen und Diskussionen auf die jeweiligen Programme vorbereitet, die anschliessend auf internationalen Konzerttourneen präsentiert werden. Das West-Eastern Divan Orchestra gastierte u. a. in der Berliner Philharmonie und im Wiener Musikverein, am Teatro alla Scala in Mailand und in der Pariser Salle Pleyel, in der New Yorker Carnegie Hall, im Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und im Teatro Colón in Buenos Aires, aber auch in Rabat, Ramallah, Katar und Abu Dhabi. Regelmässig ist es bei den BBC Proms, in der Berliner Waldbühne und bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Im November 2018 fand eine Gastspielreise in die USA statt, mit Konzerten in Chicago, Washington, New York, Berkeley und Los Angeles; Anfang August 2019 folgten sechs Auftritte beim «Festival Barenboim» in Buenos Aires. Zahlreiche CDs und DVDs sowie Paul Smacznys Film Knowledge Is the Beginning dokumentieren die Arbeit des Orchesters, das 2016 zum UN-Botschafter für kulturelle Verständigung ernannt wurde. Mit der Barenboim-Said-Akademie ist dem West-Eastern Divan Orchestra eine staatlich anerkannte Hochschule für Musik und Geisteswissenschaften assoziiert, an der bis zu 90 Talente aus dem Nahen Osten einen vierjährigen Bachelor-Studiengang absolvieren können.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 21. August 2007, als Daniel Barenboim Werke von Beethoven, Schönberg und Tschaikowsky dirigierte.

    Weitere Informationen finden Sie unter www.west-eastern-divan.org.

    Juli 2019

     

     

    Weitere Termine

    Daniel Barenboim

    Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, 1942 als Sohn zweier Klavierlehrer in Buenos Aires geboren, trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich auf. 1952 übersiedelte die Familie nach Israel, wo Barenboim 1953 mit dem Wettbewerb der American-Israel Cultural Foundation ein Stipendium für das Studium bei Nadia Boulanger in Paris gewann. Darüber hinaus belegte er Dirigierkurse bei Igor Markevitch und wurde 1954 Wilhelm Furtwängler vorgestellt, der ihn als «Phänomen» bezeichnete. Die erste Phase seiner Laufbahn verbrachte Barenboim als weltweit erfolgreicher Konzertpianist. Seit seinem Einstand als Dirigent beim Philharmonia Orchestra (1967) ist er auch in dieser Funktion bei allen führenden Orchestern gefragt. Als erste feste Position übernahm er von 1975 bis 1989 die Leitung des Orchestre de Paris; von 1991 bis 2006 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra, das ihn anschliessend zum Ehrendirigenten ernannte. Sein Operndebut gab er 1973 mit Mo­zarts Don Giovanni beim Edinburgh Festival; 1981 dirigierte er zum ersten Mal in Bayreuth, wo er bis 1999 jeden Sommer tätig war. Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin; im Jahr 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Von 2007 bis 2014 war er der Mailänder Scala eng verbunden, zuletzt als Musikdirektor. Überdies rief Barenboim 1999 das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben, das junge Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien zusammenführt. 2017 eröffnete er in Berlin den Pierre Boulez Saal, wo er mit seinem neugegründeten Boulez Ensemble Werke von der Klassik bis zur Gegenwart aufführt. Für seine künstlerische und kulturpolitische Arbeit wurde Barenboim u. a. mit dem Prinz-von-Asturien-Preis und der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Siemens-Musikpreis, der Goethe-Medaille und dem japanischen «Praemium Imperiale» ausgezeichnet.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1966 mit Klavierkonzerten von Mozart und Beethoven, begleitet vom English Chamber Orchestra .

    Weitere Informationen finden Sie unter www.danielbarenboim.com

    Juli 2019


     

    Weitere Termine

    Anne-Sophie Mutter

    Anne-Sophie Mutter, geboren im badischen Rheinfelden, begann ihre Karriere 1976, im Alter von dreizehn Jahren, bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern, dem Vorläufer des heutigen LUCERNE FESTIVAL. Schon ein Jahr später trat sie in Salzburg mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung Herbert von Karajans auf. Seither konzertiert sie weltweit in allen bedeutenden Musikzentren und stellt neben dem klassischen Repertoire auch immer wieder neue Werke vor: 28 Partituren hat sie mittlerweile zur Uraufführung gebracht, darunter Kompositionen von Sebastian Currier, Henri Dutilleux, Sofia Gubaidulina, Witold Lutosławski, Krzysztof Penderecki, André Previn, Wolfgang Rihm und John Williams. Ihre Popularität setzt sie gezielt für die Förderung des musikalischen Spitzennachwuchses ein: Zu diesem Zweck hat sie 2008 die «Anne-Sophie Mutter Stiftung» gegründet und präsentiert sich mit ihrem Stipendiaten-Ensemble «Mutter’s Virtuosi» in aller Welt, so wieder im Herbst 2019 bei einer Südamerika-Reise. Höhepunkte der vergangenen Monate bildeten eine Nordamerika-Tournee mit ihrem langjährigen Duo-Partner Lambert Orkis, Auftritte mit Mozart-Konzerten und dem Kammerorchester Wien-Berlin in Europa und den USA sowie Konzerte beim Tanglewood Festival mit dem Boston Symphony und dem Boston Pops Orchestra. Im September gibt sie auf dem Münchner Odeonsplatz ihr erstes Open-Air-Konzert mit Filmmusik von John Williams. Zu den Würdigungen, die Anne-Sophie Mutter zuteilwurden, zählen der «Ernst von Siemens Musikpreis», der Leipziger Mendelssohn-Preis und der «Polar Music Prize». Bereits viermal wurde ihr der begehrte «Grammy» verliehen. Sie ist Trägerin des Grossen Bundesverdienstkreuzes, des französischen Ordens der Ehrenlegion, des Bayerischen Verdienstordens und des Grossen Österreichischen Ehrenzeichens. 2013 wurde sie zum Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences ernannt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 23. August 1976 in der Reihe «Junge Künstler» mit Werken von de Falla, Paganini und Sarasate, am Klavier Christoph Mutter. 

    August 2019

    Weitere Termine

    18.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
    Konzerteinführung mit Susanne Stähr

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