Schumann-Zyklus 2

Tonhalle-Orchester Zürich | Paavo Järvi | Christian Tetzlaff

Schumann

Mi, 25.08. | 19.30 Uhr | Nr. 211316

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 120 90 60 30


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Schumann-Zyklus 2

    Tonhalle-Orchester Zürich | Paavo Järvi | Christian Tetzlaff

    Paavo Järvi  Dirigent
    Robert Schumann (1810–1856)
    Ouvertüre zur Oper Genoveva op. 81
    Konzert für Violine und Orchester d-Moll WoO1
    Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 Rheinische

    Mit seiner Gesamteinspielung und einem Konzertfilm über die vier Schumann-Sinfonien sorgte Paavo Järvi für Aufsehen – und setzte interpretatorische Massstäbe. Wie kaum ein zweiter versteht es der estnische Maestro, ins Innere dieser Partituren vorzudringen. «Schumann hat die Fähigkeit, von tiefster Melancholie, Traurigkeit und Depression plötzlich in ein Feuerwerk der Freude zu wechseln. Das ist einzigartig», glaubt Järvi. «Er hatte das Gefühl, dass man Musik nie um ihrer selbst willen schreiben sollte. Hinter jeder seiner Kompositionen scheint noch eine Geschichte zu stehen.» Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Rheinischen Sinfonie erzählt Järvi von der anfänglichen Euphorie, die Schumann überkam, als er 1850 nach Düsseldorf zog und dort das Amt des Musikdirektors übernahm. Mit Christian Tetzlaff und dem späten Violinkonzert aber führt das Programm in die dunkelste Zeit: Das Werk galt als so verrückt und vom «Wahnsinn» infiziert, dass es zu Schumanns Lebzeiten nie gespielt wurde und erst mit 84 Jahren Verspätung, im Jahr 1937, zur Uraufführung gelangte. 

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Tonhalle-Orchester Zürich

    Das Tonhalle-Orchester Zürich wurde 1868 gegründet mit dem Ziel, das Zürcher Musikleben durch ein permanent existierendes, professionelles Ensemble zu bereichern. Die ersten 80 Jahre seiner Geschichte prägten die Dirigenten Friedrich Hegar und Volkmar Andreae, die beide jeweils rund vier Jahrzehnte an der Spitze standen. In der jüngeren Vergangenheit war es vor allem David Zinman, der das Orchester als Chef (1995–2014) zu Weltgeltung führte und der heute als Ehrendirigent fungiert. Seit der Saison 2019/20 hat Paavo Järvi als Music Director die Leitung inne. Gegenwärtig zählen rund hundert Musiker*innen aus zwanzig Nationen zum Tonhalle-Orchester Zürich, das pro Spielzeit etwa fünfzig verschiedene Programme in über hundert Konzerten präsentiert. Dazu gehören auch zahlreiche Gastspielreisen, die bislang in dreissig verschiedene Länder geführt haben. Das Tonhalle-Orchester Zürich arbeitet regelmässig mit renommierten Dirigent*innen und Solist*innen zusammen; es hat eine «Conductor’s Academy» ins Leben gerufen, um die nächste Generation am Pult zu fördern. Durch den jährlich neu besetzten «Creative Chair» werden zeitgenössische Komponist*innen ins Zentrum der Programme gerückt, so zuletzt Arvo Pärt, Erkki-Sven Tüür und Matthias Pintscher. Es gibt Kinder-, Familien- und Schulkonzerte, Workshops und vielfältige Rahmenveranstaltungen, um neue Publikumsschichten anzusprechen. Das Tonhalle-Orchester Zürich hat mehr als 40 CDs vorgelegt. Die erste Einspielung unter Leitung von Paavo Järvi, die Werken von Messiaen gewidmet ist, wurde 2019 mit dem Diapason d’or ausgezeichnet.


    Debut bei LUCERNE FESTIVAL: David Zinman dirigierte am 14. September 2003 Werke von Luciano Berio, Antonín Dvořák und Richard Strauss.

    Juli 2021

     

    Weitere Termine

    Paavo Järvi

    Geboren 1962 als Sohn des Dirigenten Neeme Järvi, studierte Paavo Järvi Schlagzeug und Dirigieren an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Tallinn. 1980 übersiedelte die Familie aus der estnischen Sowjetrepublik in die USA, wo er seine Ausbildung zunächst am Curtis Institute of Music in Philadelphia und dann bei Leonard Bernstein am Los Angeles Philharmonic Institute fortsetzte. Als Principal Guest Conductor war Järvi beim Royal Stockholm Philharmonic und beim City of Birmingham Symphony Orchestra tätig, bevor er zehn Jahre lang, von 2001 bis 2011, als Musikdirektor das Cincinnati Symphony Orchestra leitete. Von 2006 bis 2013 amtierte er als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, von 2010 bis 2016 war er Musikdirektor beim Orchestre de Paris. Bereits seit 2004 steht er der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen vor, seit 2015 leitet er das japanische NHK Orchestra und seit 2019 das Tonhalle-Orchester Zürich. Überdies ist er seit 2011 Intendant des von ihm mitbegründeten estnischen Pärnu Festivals und Leiter des Estonian Festival Orchestra. Als Gast arbeitete Paavo Järvi mit den grossen Londoner Orchestern, den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouworkest, dem Los Angeles und dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Cleveland Orchestra sowie dem Boston und dem Chicago Symphony Orchestra zusammen. 2017 debutierte er mit Mozarts Don Giovanni an der Mailänder Scala. Järvi verfügt über ein breites Repertoire und setzt sich auch intensiv für die Werke estnischer Komponist*innen ein, vor allem für Arvo Pärt, Erkki-Sven Tüür, Lepo Sumera und Eduard Tubin. In seiner Diskographie finden sich Kompositionen von Sibelius, Schostakowitsch, Nielsen, Prokofjew, Berlioz und Strawinsky, dazu sämtliche Sinfonien von Beethoven, Schumann, Brahms und Franz Schmidt. Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich nahm er eine Messiaen-CD auf und erarbeitet gegenwärtig einen Tschaikowsky-Zyklus. Järvis Einspielung der Sibelius-Kantaten wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. 2012 erhielt er den Paul-Hindemith-Preis, 2019 den Rheingau Musik Preis.

    Debut bei Lucerne Festival m 18. August 2001: Paavo Järvi leitete das European Union Youth Orchestra und brachte Werke von Strawinsky, Grieg und Prokofjew zur Aufführung.

    Juli 2021

    Christian Tetzlaff

    Christian Tetzlaff, geboren 1966 in Hamburg, absolvierte sein Violinstudium bei Uwe-Martin Haiberg an der Lübecker Musikhochschule; 1985/86 ging er für ein Jahr nach Cincinnati zu Walter Levin, dem Primarius des LaSalle Quartetts, um seine Fertigkeiten zu vervollkommnen. Seit seinem offiziellen Konzertdebut, das er bei den Berliner Festwochen 1988 mit Schönbergs Violinkonzert bestritt, arbeitet Tetzlaff mit führenden Orchestern und Dirigent*innen zusammen, etwa mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Royal Concertgebouworkest, den renommierten Londoner Orchestern und natürlich mit den be-deutenden amerikanischen Klangkörpern. Christian Tetzlaff war artist-in-residence in der New Yorker Carnegie Hall und der Londoner Wigmore Hall, bei den Berliner Philharmonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem hr-Sinfonieorchester. Zuletzt, 2020/21, hatte er diese Position beim London Symphony Orchestra inne. Christian Tetzlaff interpretiert ein Repertoire, das von Bach bis zur Gegenwart reicht — so brachte er beispielsweise die Violinkonzerte von Harrison Birtwistle und Jörg Widmann zur Uraufführung. Auch Raritäten nimmt er sich vor, darunter das lange in Vergessenheit geratene Violinkonzert von Joseph Joachim. Intensiv befasst er sich mit der Kammermusik, nicht zuletzt mit seinem 1994 ge-gründeten Tetzlaff Quartett und in der Trioformation mit seiner Schwester, der Cellistin Tanja Tetzlaff, sowie dem Pianisten Lars Vogt. Tetzlaffs CD-Einspielungen wurden mit Preisen wie dem Diapason d’or, dem Edison Award und dem Echo Klassik bedacht; seine jüngsten Aufnahmen sind den Violinkonzerten von Beethoven und Sibelius gewidmet, die er 2019 mit dem DSO Berlin und Robin Ticciati herausbrachte, sowie Kammermusik von Éric Montalbetti (2020). Christian Tetzlaff, der regelmässig an der Kronberg Academy unterrichtet, spielt eine Geige des deutschen Instrumentenbauers Peter Greiner, die einer Guarneri del Gesù nachgebaut ist.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 2. September 1989 im Rahmen der Reihe «Junge Künstler» mit Werken von Mozart, Webern, Prokofjew und Beethoven.

    Juli 2021