Lucerne Festival Academy 1

Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Johanna Malangré | Juliet Fraser

Xenakis | Illés | Saunders

Sa, 28.08. | 22.00 Uhr | Nr. 212311

KKL Luzern, Luzerner Saal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 50


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Lucerne Festival Academy 1

    Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Johanna Malangré | Juliet Fraser

    Johanna Malangré  Dirigentin
    Iannis Xenakis (1922–2001)
    Syrmos für 18 Streicher
    Márton Illés (*1975)
    Post Torso für Streichorchester
    Schweizer Erstaufführung
    Rebecca Saunders (*1967)
    Nether für Sopran und Ensemble
    Schweizer Erstaufführung

    «Man muss das Monster in sich rauslassen». Diese Überzeugung leitet Rebecca Saunders, wenn sie für Stimme komponiert. Sie wolle einen Text nicht bloss vertonen, sondern versuche, dass «das, was den Text ausmacht, gehört und gespürt werden kann». Arbeite man mit dem gesprochenen, geflüsterten oder gesungenen Wort, «ahnt man, dass auch das geschriebene Wort ein enormes Potenzial birgt, das man aus der Tiefe des Textes herausreissen – und damit das Monster freilassen – kann.» In gleich mehreren Werken hat sich unsere diesjährige composer-in-residence vom berühmten Schlussmonolog der Molly Bloom aus James Joyces Jahrhundertroman Ulysses inspirieren lassen: Nether von 2019 übersetzt Mollys chaotischen Bewusstseinsstrom, diesen wilden Wirbel aus Geistesblitzen, Erinnerungsfetzen und Sinneseindrücken, in eine emotionale Vokalperformance. Auf die Suche nach neuen Klängen haben sich auch Iannis Xenakis und Martón Illés in zwei energetischen Werken für Streichorchester begeben, die fast ein halbes Jahrhundert trennt. Glissandi und Pizzicato-Attacken wandern durch die Instrumente, werden übereinandergeschichtet, verdichten sich und brechen unerwartet ab. Musik unter Hochspannung!

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

    Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra – kurz: LFCO – hat Lucerne Festival in diesem Jahr einen neuen Klangkörper ins Leben gerufen: ein Exzellenzorchester für die Aufführung neuer und neuester Musik. Das LFCO bildet damit das Pendant zum Lucerne Festival Orchestra und fokussiert sich auf Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, von den Klassikern der Moderne bis hin zu Auftragswerken, die in Luzern uraufgeführt werden. Die internationalen Mitglieder des LFCO haben alle von der Ausbildung in der von Pierre Boulez initiierten und heute von Wolfgang Rihm geleiteten Lucerne Festival Academy profitiert. Dank der engen Anbindung an die Academy und ihr Netzwerk ist das LFCO in der Lage, eine Vorreiterrolle bei der Interpretation aktueller Musik und bei der Entwicklung zukunftsweisender Konzertformate einzunehmen. In seinen Projekten nutzt es die Möglichkeiten der neuen Technologien; interdisziplinäre Arbeiten lassen neuartige Hör- und Konzerterlebnisse entstehen. Zu erleben ist das LFCO mit zahlreichen Auftritten beim Luzerner Sommer-Festival, bei Lucerne Festival Forward im November sowie natürlich bei Gastspielen in aller Welt. In seinem ersten Sommer arbeitete das LFCO u. a. mit Heinz Holliger, Lin Liao, Johanna Malangré und Enno Poppe zusammen und präsentierte Musik von Strawinsky und Webern bis zu Uraufführungen von Amarouch, Colţea, Milenko, Vaughan und Saunders. Es wirkte an Aufführungen von Kagels Staatstheater am Luzerner Theater mit, gestaltete mit Patricia Kopatchinskaja das inszenierte Konzert Bye-Bye Beethoven und trat beim Musikfest Berlin sowie im Oktober bei den Donaueschinger Musiktagen auf.

    Oktober 2021

    Weitere Termine

    Johanna Malangré

    Die deutsche Dirigentin Johanna Malangré studierte bei Johannes Schlaefli in Zürich und erhielt wichtige Anregungen in Meisterkursen von Bernard Haitink, Paavo Järvi, Reinhard Goebel und Nicolas Pasquet sowie im Sommer 2017 als Conducting Fellow der Lucerne Festival Academy. Weitere Erfahrungen sammelte sie als Assistenzdirigentin an der Kammeroper Köln und bei den Bergischen Symphonikern. 2019 gewann sie den MAWOMA-Dirigierwettbewerb in Wien und übernahm die Leitung des Hidalgo-Festivalorchesters in München. Im September 2022 tritt sie ihr Amt als Chefdirigentin des Orchestre National de Picardie an. Auch die Münchner Symphoniker, das Philharmonisches Orchester Kiel, das Orchestre de l’Opéra Royal de Versailles und das Wiener Kammerorchester hat sie bereits dirigiert.Im Opernbereich war sie u. a. in Pilsen, Cottbus und Meiningen mit Dvořáks Rusalka und Mozarts Figaro zu erleben.

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Juliet Fraser

    Im Zentrum der künstlerischen Arbeit der britische Sopranistin Juliet Fraser steht die zeitgenössische Musik. Als international gefragte Interpretin tritt sie mit Formationen wie dem Ensemble Musikfabrik, dem Klangforum Wien oder dem Ensemble Modern auf und ist Mitglied des Vokalensembles EXAUDI, das sie 2002 gemeinsam mit James Weeks gegründet hat. Regelmässig vergibt sie Werkaufträge. Dabei geht es ihr insbesondere um das Repertoire für Stimme und Klavier, das sie mit ihrem Duo-Partner Mark Knoop aufführt, aber auch um neue Solostücke mit Elektronik. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit den Komponist*innen Pascale Criton, Michael Finnissy, Bernhard Lang, Cassandra Miller und Rebecca Saunders. Zahlreiche CDs dokumentieren Juliet Frasers künstlerische Arbeit. Sie ist Künstlerische Leiterin der von ihr begründeten Londoner Konzertreihe «eavesdropping» und Mitgeschäftsführerin des Labels «all that dust».

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Das «Rebecca-Saunders-Paket»
    20% Rabatt ab drei verschiedenen Konzerten mit Werken von «composer-in-residence» Rebecca Saunders, Bestellschein hier.