Sinfoniekonzert 10

Shanghai Symphony Orchestra | Long Yu | Maxim Vengerov

Avshalomov | Tschaikowsky | Schostakowitsch

So, 20.08.19.30 UhrNo. 17317

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    20.

    Aug

    Sonntag
    19.30

    KKL Luzern, Konzertsaal

    Sinfoniekonzert 10

    Shanghai Symphony Orchestra | Long Yu | Maxim Vengerov

    Long Yu  Dirigent
    Aaron Avshalomov (1894–1965)
    Hutongs of Peking
    Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893)
    Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

    Zum ersten Mal gastiert ein chinesisches Sinfonieorchester bei LUCERNE FESTIVAL. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, dass die klassische Musik längst zur Weltsprache geworden ist, dann wäre es dieser Auftritt des Shanghai Symphony Orchestra unter seinem Chefdirigenten Long Yu. Im Reisegepäck haben die Musiker aus Fernost drei russische Komponisten: Der 1894 geborene Aaron Avshalomov gehörte als Professor am Konservatorium von Shanghai, wo er ab 1919 lehrte, zu den Mitbegründern der westlichen Musiktradition in China. Seine Tondichtung Hutongs of Peking greift Klänge und Stimmen aus den engen Gassen auf, wie es sie damals in der chinesischen Hauptstadt noch gab. Tschaikowskys unverwüstliches Violinkonzert erklingt mit einem der bedeutendsten Virtuosen unserer Zeit: mit Maxim Vengerov. Wie sehr ein Komponist im Stalinismus um die eigene Identität ringen musste, zeigt das Orchester schliesslich mit der Fünften Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die auf die politischen Forderungen nach Volkstümlichkeit und Monumentalität reagiert – und sie im lautstarken Schlussjubel ad absurdum führt.

    Angebot: Mit dem Nachwuchs ins Konzert
    Was gibt es Schöneres, als den Nachwuchs in die Geheimnisse der klassischen Musik einzuführen? Beim Kauf einer Eintrittskarte für dieses Konzert erhalten Sie eine gleichwertige Freikarte für Ihre jugendliche Begleitung dazu. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche bis einschliesslich 17 Jahre – solange der Vorrat reicht. Ihre Konzertkarten können Sie telefonisch unter der Nummer +41(0)41 226 44 80 bestellen: Von Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr sind wir für Sie da.

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    Shanghai Symphony Orchestra

    Das Shanghai Symphony Orchestra, dessen Wurzeln in das Jahr 1879 zurückgehen, ist das älteste chinesische Orchester. Gegründet als «Shanghai Public Band» wurde es 1922 zum «Shanghai Municipal Council Symphony Orchestra» umbenannt, ehe es 1956 seinen heutigen Namen erhielt. Prägend wirkte vor allem der italienische Dirigent Mario Paci, der 1919 die Leitung übernahm und die jungen chinesischen Musiker mit der westlichen Musik bekanntmachte. Parallel dazu regte er auch chinesische Komponisten zu neuen Werken an und sorgte dafür, dass sie in den Programmen zu Gehör gelangten. Die Geschichte des Shanghai Symphony Orchestra, das bald als eines der besten Orchester im Fernen Osten galt, verlief somit parallel zur Entwicklung der neueren chinesischen Musik. Seit den späten 1970er Jahren, nach dem Ende der «Kulturrevolution», hat das Shanghai Symphony Orchestra eine rege Tourneetätigkeit aufgenommen. 1990 feierte es sein Debut in der New Yorker Carnegie Hall, 2004 gastierte es im Rahmen des Chinesisch-Französischen Kulturjahrs erstmals in Europa, 2005 trat es als erstes chinesisches Orchester in der Berliner Philharmonie auf. Seit 2009 amtiert Long Yu als Musikdirektor. Unter seiner Stabführung konzertierte das Ensemble, als Kulturbotschafter der Expo 2010, gemeinsam mit den New Yorker Philharmonikern vor 100.000 Besuchern im Central Park. Seit 2009 präsentiert das Shanghai Symphony Orchestra jährlich ein Neujahrskonzert, das im Fernsehen übertragen wird und bisher von Dirigenten wie Riccardo Muti, Kurt Masur, Mikhail Pletnev, Alan Gilbert und Christoph Eschenbach geleitet wurde. Seit 2014 residiert es in der neuerbauten Shanghai Symphony Hall, die über zwei unterirdisch angelegte Konzertsäle verfügt. Für seine Einspielung von Tan Duns Filmmusik Crouching Tiger, Hidden Dragon wurde das Orchester mit einem «Grammy» ausgezeichnet.

    Mai 2017

    Long Yu

    Der chinesische Dirigent Long Yu, der 1964 in Shanghai geboren wurde, erhielt seine erste musikalische Ausbildung von seinem Grossvater, dem Komponisten Ding Shande. Später studierte er Klavier und Dirigieren am Konservatorium von Shanghai; nach seinem Abschluss im Jahr 1987 setzte er das Studium noch an der Universität der Künste in Berlin fort. 1992 kehrte er aus Europa zurück und wurde als Principal Conductor an das Central Opera Theatre in Peking verpflichtet, 1998 rief er das Beijing Music Festival ins Leben, das sowohl Opernaufführungen als auch Konzerte präsentiert und mittlerweile als das bedeutendste Musikfestival der östlichen Hemisphäre gilt. Auch die Gründung des China Philharmonic Orchestra im Jahr 2000 geht mit auf die Initiative von Long Yu zurück; bis heute ist er dem Orchester als Chefdirigent verbunden. 2003 wurde er überdies an die Spitze des Guangzhou Symphony Orchestra berufen, seit 2009 amtiert er als Musikdirektor beim Shanghai Symphony Orchestra, seit 2015 als Principal Guest Conductor des Hong Kong Philharmonic Orchestra. Mit dem China Philharmonic trat er im Vatikan auf, mit dem Shanghai Symphony Orchestra reiste er durch Europa und die USA; die New York Times rühmte ihn daraufhin als «Chinas Herbert von Karajan». Als Gast hat Long Yu so renommierte Klangkörper wie das New York und das Los Angeles Philharmonic, das Chicago Symphony Orchestra, das Philadelphia Orchestra, das Orchestre de Paris, die Bamberger Symphoniker, die Münchner Philharmoniker, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das Sydney Symphony Orchestra dirigiert. Neben dem klassischen Repertoire widmet er sich auch der zeitgenössischen Musik mit Werken von Krzysztof Penderecki, Philip Glass, Guo Wenjing, Tan Dun, Ye Xiaogang und Unsuk Chin. Auf CD hat er u. a. Werke chinesischer Komponisten mit Lang Lang aufgenommen.

    Mai 2017

    Maxim Vengerov

    Maxim Vengerov, 1974 in Nowosibirsk ge­boren, erhielt seine Violinausbildung bei Galina Turchaninova und Zakhar Bron. Schon 1985 gewann er als erst Zehnjähriger den pol­ni­schen Wieniawski-Nachwuchswettbewerb, 1990 wurde er beim Internationalen Carl Flesch-Violinwettbewerb mit dem Ersten Preis, dem Interpretationspreis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. In den folgenden Jahren entwickelte sich seine Weltkarriere, die ihn mit den renommiertesten Dirigenten zusammen­brachte und zu allen grossen Orchestern führte. Seine Einspielungen wurden mit dem «Grammy» und dem «Classical Brit Award», je zweimal mit dem «Gramophone Award» und dem «Echo Klassik» sowie fünfmal mit dem «Edison Award» ausgezeichnet. 2007 erweiterte Vengerov sein Spektrum und begann auch noch ein Dirigierstudium, das er 2014 bei Yuri Simonov am Moskauer Ippolitow-Iwanow-Institut mit Auszeichnung abschloss. Bereits 2010 wurde er zum Chefdirigenten des Gstaad Festival Orchestra berufen, im November 2017 wird er in Brisbane mit Tschaikowskys Eugen Onegin sein Debut als Operndirigent geben. 2016/17 konzertierte Vengerov mit dem Sydney Symphony Orchestra und ging mit dem Toronto Symphony Orchestra auf Tour nach Israel und Europa; bei den Münchner Philharmonikern spielte er Beethovens Violinkonzert und dirigierte die Neunte Dvořák, mit dem Melbourne Symphony Orchestra interpretierte er das Tschaikowsky-Konzert und leitete Rimsky-Korsakows Scheherazade. Maxim Vengerov ist ein passionierter Pädagoge: Er lehrt als Professor am Royal College of Music in London und an der International Menuhin Music Academy. Seit 1997 ist Vengerov Ehrenbotschafter der UNICEF und musizierte in dieser Funktion für Kinder in Uganda, Thailand, den Balkanstaaten und der Türkei; ausserdem ist er Schirmherr eines Education-Programms in Südafrika. Vengerov spielt auf der Ex-Kreutzer-Stradivari von 1727.

    Mai 2017

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