Sinfoniekonzert 25

Royal Concertgebouworkest | Daniele Gatti | Chen Reiss

Haydn | Mahler

Di, 05.09. | 19.30 Uhr | Nr. 17354

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    Sinfoniekonzert 25

    Royal Concertgebouworkest | Daniele Gatti | Chen Reiss

    Daniele Gatti  Dirigent
    Chen Reiss  Sopran
    Joseph Haydn (1732–1809)
    Sinfonie C-Dur Hob. I:82 L'Ours
    Gustav Mahler (1860–1911)
    Sinfonie Nr. 4 G-Dur

    Was verbindet Joseph Haydn und Gustav Mahler? Es sind der musikalische Humor und die Lust am Volkstümlichen, an einer Verschränkung des Elitären mit dem Populären, die für beide identitätsstiftend wirken. Im Finale seiner ersten Pariser Sinfonie komponiert Haydn einen derart rustikalen Sackpfeifentanz mit bodenständigen Bordunbässen, dass die Zeitgenossen glaubten, dazu könne sogar ein Bär tanzen. Und diese Assoziation bescherte dem Werk dann prompt seinen Beinamen: L’Ours. Mahler wiederum beantwortet die schwierige Frage, was mit uns nach dem Tod geschieht, aus der Kinderperspektive und führt mit seiner Vierten Sinfonie in ein Paradies, das verblüffend dem Schlaraffenland gleicht. Dazu hat er ein Volksgedicht aus Des Knaben Wunderhorn vertont, das die Sopranistin im Schlusssatz vorträgt. Doch hinter der scheinbar naiven Fassade öffnen sich Abgründe, die Mahler noch dadurch unterstreicht, dass seine Musik dem Text widerspricht. Das Royal Concertgebouw Orchestra mit seiner grossen Mahler-Tradition ist prädestiniert für dieses Werk.

    Royal Concertgebouworkest

    Das Royal Concertgebouworkest (RCO) wurde 1888 als Concertgebouw Orkest anlässlich der Einweihung des Amsterdamer Konzertgebäudes gegründet; seit seinem 100. Geburtstag im Jahr 1988 trägt es das Attribut «königlich» im Namen. Erster Chefdirigent war Willem Kees, der sein Amt 1895 an Willem Mengelberg übergab. Mengelberg prägte das Orchester durch fünf Jahrzehnte und begründete die grosse Mahler-Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm zunächst Eduard van Beinum die Leitung; ihm folgten Bernard Haitink (1961–1988), Riccardo Chailly (1988–2004), Mariss Jansons (2004–2015) und Daniele Gatti (2016–2018). Berühmte Komponisten wie Gustav Mahler und Richard Strauss haben das Orchester mehrfach dirigiert. Auch heute arbeitet das RCO regelmässig mit zeitgenössischen Komponisten zusammen und bringt deren Werke zur Uraufführung. Pro Saison stehen rund 90 Konzerte in Amsterdam auf dem Spielplan, hinzu kommen ca. 40 Auftritte bei Tourneen in aller Welt, so im November 2019 etwa in Japan und Taiwan. 2019/20 fungiert die Bratschistin Tabea Zimmermann als «artist-in-residence», und auch der britische Komponist und Dirigent Thomas Adès spielt mit einer sechsteiligen Konzertreihe eine herausgehobene Rolle. Mehr als 1.100 Platten-, CD- und DVD-Aufnahmen, die seit 2004 auch auf dem hauseigenen Label RCO live veröffentlicht werden, dokumentieren die künstlerische Arbeit. Mit der RCO Academy und dem 2019 gegründeten Jugendorchester RCO Young, das Talente aus ganz Europa versammelt, engagiert sich das Ensemble für den hochbegabten musikalischen Nachwuchs. Das RCO wird vom Niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, von der Stadt Amsterdam, von Sponsoren, Stiftungen und Gönnern aus der ganzen Welt mitfinanziert. Der grösste Teil seines Etats verdankt sich jedoch den Einnahmen aus dem Kartenverkauf.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 3. September 1972 mit Bernard Haitink und Werken von Strawinsky sowie Bruckners Siebter Sinfonie.

    August 2019

    Weitere Informationen finden Sie unter www.concertgebouworkest.nl.

     

     

    Weitere Termine

    Daniele Gatti

    Daniele Gatti leitet seit 2016 als Chefdirigent das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam. 1961 in Mailand geboren, studierte er Klavier, Violine, Komposition und Dirigieren am Verdi-Konservatorium seiner Heimatstadt und debutierte im Alter von 27 Jahren am Teatro alla Scala. 1992 wurde er zum Musikdirektor des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia berufen, dem er fünf Jahre lang vorstand; parallel dazu war er zwischen 1994 und 1997 als Principal Guest Conductor am Londoner Royal Opera House tätig. Weitere Chefpositionen führten ihn zum Royal Philharmonic Orchestra (1996–2009), ans Teatro Comunale di Bologna (1997–2007), ans Opernhaus Zürich (2009–2012) und zum Orchestre National de France (2008–2016). Eine enge Partnerschaft unterhält Gatti seit vielen Jahren mit den Wiener Philharmonikern und der Wiener Staatsoper, wo er diverse Neuproduktionen herausbrachte. 2008 feierte er mit dem Parsifal seinen Einstand in Bayreuth; bei den Salzburger Festspielen wiederum dirigierte er Strauss’ Elektra, Puccinis La bohème, Wagners Meistersinger und Verdis Il trovatore. 2019 bringt er bei den Osterfestspielen Baden-Baden Verdis Otello mit den Berliner Philharmonikern heraus. Als Konzertdirigent ist Daniele Gatti bei vielen Spitzenorchestern zu Gast, neben den bereits genannten die Filarmonica della Scala, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und das Mahler Chamber Orchestra, das ihn 2016 zu seinem Artistic Advisor berief. Auf CD veröffentlichte er zuletzt, im Juni 2018, Mahlers Vierte Sinfonie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra. Daniele Gatti ist «Grande Ufficiale al Merito» der Republik Italien; Frankreich ernannte ihn zum «Chevalier des Arts et des Lettres» und zum «Chevalier de la Légion d’Honneur». 2005 und 2016 wurde ihm der «Premio Abbiati» der italienischen Kritikervereinigung verliehen. Er lehrt an der Accademia Musicale Chigiana.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 12. September 2005 mit den Wiener Philharmonikern und Werken von Strauss, Mahler und Wagner.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Chen Reiss

    Die Sopranistin Chen Reiss wurde in Herzlia (Israel) geboren und begann ihre Gesangsausbildung im Alter von vierzehn Jahren. Nach dem Militärdienst in ihrer Heimat setzte sie das Studium in New York fort, wo sie im Jahr 2000 als Mademoiselle Silberklang in Mozarts Schauspieldirektor beim World Bank Mozart Festival ihr Operndebut gab. In New York sang Chen Reiss auch Zubin Mehta vor, der sie daraufhin an die Bayerische Staatsoper engagierte: Von 2003 bis 2006 gehörte sie dort zum festen Ensemble. Danach entschied sie sich für die freischaffende Arbeit und ist seither mit grossen Partien des lyrischen Sopranrepertoires an Häusern wie der Wiener Staatsoper, der Semperoper Dresden, der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala, der Niederländischen Nationaloper oder der New Israeli Opera zu Gast. In der Saison 2016/17 trat Chen Reiss in gleich fünf Produktionen an der Wiener Staatsoper auf: als Morgana in Händels Alcina (unter der Leitung von Marc Minkowski), als Gretel in Humperdincks Hänsel und Gretel, als Marzelline in Beethovens Fidelio sowie als Strauss-Interpretin, mit der Sophie im Rosenkavalier und der Zdenka in Arabella. Ausserdem war sie als Liù in Puccinis Turandot mit dem Israel Philharmonic zu hören und konzertierte mit dem Chicago Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und dem Philharmonia Orchestra. In der Spielzeit 2017/18 wird sie mit William Christie Händels Ariodante in Wien, Barcelona und Madrid aufführen; ausserdem ist ihr Debut am Londoner Royal Opera House geplant, wo sie als Zerlina in Mozarts Don Giovanni zu erleben sein wird. Chen Reiss arbeitete auch mit Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Daniel Harding, Kirill Petrenko, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst zusammen. Ihr Solo-Album Liaisons wurde 2011 mit dem Diapason d’or ausgezeichnet.

    Juli 2017

    18:30 Uhr | Konzerteinführung mit Malte Lohmann | KKL Luzern, Auditorium

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