Royal Concertgebouworkest

Royal Concertgebouworkest | Daniel Harding | Yefim Bronfman

Wagner | Beethoven | Debussy

Mo, 30.08. | 19.30 Uhr | Nr. 211322

KKL Luzern, Konzertsaal

Ausverkauft

Preise (CHF)

CHF 320 220 150 40


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Royal Concertgebouworkest

    Royal Concertgebouworkest | Daniel Harding | Yefim Bronfman

    Daniel Harding  Dirigent
    Richard Wagner (1813–1883)
    Ouvertüre zur romantischen Oper Tannhäuse
    Ludwig van Beethoven (1770–1827)
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37
    Claude Debussy (1862–1918)
    La Mer

    Ein Musiker, der zu ertauben droht und nicht mehr richtig hören kann, was er spielt und was er komponiert: Dieses Schicksal, das andere in den Wahnsinn getrieben hätte, führte Ludwig van Beethoven zur Begründung seines heroischen Stils. Das Dritte Klavierkonzert, das der amerikanische Tastentitan Yefim Bronfman aufführt, steht beispielhaft dafür. Mit gehämmerten Doppeloktaven betritt der Solist die Szene, es herrscht existentieller Ernst. Die Musik wirkt wie eine Selbstbehauptung, sie strahlt Willensstärke und Stolz aus. Auch Claude Debussy sorgte für einen Paradigmenwechsel in der Tonkunst, als er seine Tondichtung La Mer schuf. Er verzichtete auf das zentrale kompositorische Prinzip der thematischen Verarbeitung und reihte stattdessen lose Motiv an Motiv. Doch wie die Wellen im Meer gleicht keines dem andern. Und so entsteht ein wogender Organismus, ein wahrer Ozean an Klängen, den Debussy lustvoll und schillernd instrumentierte. Ein Paradestück für das grossartige Royal Concertgebouworkest, das diesmal mit dem britischen Dirigenten Daniel Harding antritt.

    Royal Concertgebouworkest

    Das Royal Concertgebouworkest (RCO) wurde 1888 anlässlich der Einweihung des Amsterdamer Konzertgebäudes gegründet. Seit seinem 100. Geburtstag im Jahr 1988 trägt es das Attribut «königlich» im Namen — Königin Máxima der Niederlande ist Schirmherrin. Erster Chefdirigent war Willem Kees, der sein Amt 1895 an Willem Mengelberg übergab. Mengelberg prägte das Orchester durch fünf Jahrzehnte und begründete die grosse Mahler-Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm zunächst Eduard van Beinum die Leitung; ihm folgten Bernard Haitink (1961–1988), Riccardo Chailly (1988–2004), Mariss Jansons (2004–2015) und Daniele Gatti (2016–2018). Berühmte Komponisten wie Gustav Mahler und Richard Strauss haben das Orchester mehrfach dirigiert. Auch heute arbeitet das RCO regelmässig mit zeitgenössischen Komponist*innen zusammen. Pro Saison stehen über 90 Konzerte in Amsterdam auf dem Spielplan, hinzu kommen rund 40 Auftritte bei Tourneen in aller Welt. So ist etwa für den Herbst 2021 eine grosse Asien-Reise mit Tugan Sokhiev geplant. Mehr als 1.100 Platten-, CD- und DVD-Aufnahmen hat das Orchester veröffentlicht, seit 2004 auch auf dem hauseigenen Label «RCO live». Mit der RCO Academy und dem 2019 gegründeten Jugendorchester RCO Young engagiert es sich für den musikalischen Nachwuchs. Das RCO wird vom Niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, von der Stadt Amsterdam, von Sponsoren, Stiftungen und Gönnern aus der ganzen Welt mitfinanziert. Der grösste Teil seines Etats verdankt sich jedoch den Einnahmen aus dem Kartenverkauf.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 3. September 1972 mit Bernard Haitink und Werken von Strawinsky sowie Bruckners Siebter Sinfonie.

    Juli 2021

    Weitere Informationen finden Sie unter www.concertgebouworkest.nl.

     

     

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    Daniel Harding

    Der 1975 in Oxford geborene Daniel Harding begann seine Karriere als Assistent von Simon Rattle und Claudio Abbado. 1994 debutierte er beim City of Birmingham Symphony Orchestra, 1996 bei den Berliner Philharmonikern, mit denen er bis heute regelmässig auftritt. Seine ersten Chefpositionen führten ihn zum Sinfonieorchester Trondheim, zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und zum Mahler Chamber Orchestra, das ihn 2011 zum Ehrendirigenten auf Lebenszeit gewählt hat. Seit 2007 ist Harding Chef des Schwedischen Radiosinfonieorchesters —seinen dortigen Vertrag hat er bis 2023 verlängert. Von 2016 bis Sommer 2019 stand er auch an der Spitze des Orchestre de Paris; ausserdem war er von 2007 bis 2016 Principal Guest Conductor beim London Symphony Orchestra. 2018 wurde er zum Künstlerischen Leiter des Anima Mundi Festivals in Pisa ernannt. Daniel Harding arbeitet ausserdem mit den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem Gewandhausorchester Leipzig zusammen, mit dem Royal Concertgebouworkest, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den grossen amerikanischen Klangkörpern. Als Operndirigent war er vielfach beim Festival von Aix-en-Provence und bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Für seine Dirigate von Verdis Falstaff und Schuberts Fierabras an der Mailänder Scala wurde er jeweils mit dem Premio Abbiati, dem Preis der italienischen Musikkritiker*innen, ausgezeichnet. Auch die Wiener, die Bayerische und die Berliner Staatsoper sowie das Londoner Royal Opera House verpflichteten ihn für verschiedene Produktionen. Seine CDs erhielten zahlreiche Preise, darunter ein Grammy für die Einspielung von Brittens Billy Budd. Seit 2002 ist Daniel Harding Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres, seit 2012 Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie; 2021 wurde er zum Commander im Order of the British Empire (CBE) ernannt. Neben seiner musikalischen Arbeit hat er auch eine Lizenz als Pilot erworben und fliegt Passagiermaschinen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 16. August 2003 mit dem Mahler Chamber Orchestra und Werken von Haydn, Kelterborn und Schumann.

    Juli 2021

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    Yefim Bronfman

    Der amerikanische Pianist Yefim Bronfman wurde 1958 in Taschkent (Usbekistan) geboren: Sein Vater war Konzertmeister im dortigen Opernorchester, seine Mutter Pianistin, und von ihr erhielt er auch den ersten Klavierunterricht. 1973 emigrierte die Familie nach Israel, wo Bronfman seine Klavierausbildung bei Arie Vardi an der Rubin Academy of Music in Tel Aviv fortsetzte. Bald danach wechselte er in die USA und vervollkommnete seine Fertigkeiten bei Rudolf Firkušný, Leon Fleisher und Rudolf Serkin. Mit seinem Debut beim New York Philharmonic unter Zubin Mehta begann 1978 Bronfmans internationale Karriere, die ihn mit den führenden Orchestern zusammenbrachte. 2020/21 trat er trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pande-mie in Europa mit dem Royal Concertgebouworkest auf und wirkte an live gestreamten Konzerten der Berliner Philharmoniker, beim Londoner Philharmonia Orchestra und beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit; in den USA konnte er seine Zusammenarbeit mit dem Philadelphia Orchestra, dem New York Philharmonic sowie dem Dallas, dem Atlanta, dem Houston und dem Pittsburgh Symphony Orchestra fortsetzen. 2021/22 ist er artist-in-residence beim Concertgebouworkest, mit dem er Werke von Beethoven, Brahms und Rachmaninow interpretiert und die Uraufführung von Elena Firsovas neuem Klavierkonzert gestaltet. Es wird nicht das erste Mal sein, dass Bronfman eine neue Partitur aus der Taufe hebt — zuvor brachte er bereits Novitäten von Esa-Pekka Salonen, Magnus Lindberg und Jörg Widmann heraus. Seit Anbeginn seiner Laufbahn widmete sich Bronfman auch intensiv der Kammermusik, etwa im Zusammenspiel mit Isaac Stern, Pinchas Zukerman und Yo-Yo Ma oder später mit Magdalena Kožená, Anne-Sophie Mutter und Emmanuel Pahud. Bronfman, der seit 1989 amerikanischer Staatsbürger ist und 1991 mit dem Avery Fisher Prize ausgezeichnet wurde, kann auf eine umfangreiche Diskographie verweisen; für seine Einspielung der drei Bartók-Konzerte erhielt er den Grammy.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1999 mit Bartóks Zweitem Klavierkonzert, begleitet vom Israel Philharmonic unter Zubin Mehta.

    Juli 2021

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    Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium 
    mit Susanne Stähr