Sinfoniekonzert 14

Rotterdam Philharmonic Orchestra | Yannick Nézet-Séguin | Yefim Bronfman

Haydn | Liszt | Tschaikowsky

Fr, 31.08.19.30 UhrNr. 18324

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

17.08.-16.09. 2018

 

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    Sinfoniekonzert 14

    Rotterdam Philharmonic Orchestra | Yannick Nézet-Séguin | Yefim Bronfman

    Jubiläumskonzert zum 100. Geburtstag des Rotterdam Philharmonic Orchestra

    Joseph Haydn (1732–1809)
    Sinfonie f-Moll Hob. I:49 La passione
    Franz Liszt (1811–1886)
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur S 125
    Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893)
    Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

    Hemmungslose Leidenschaften entfesselt Yannick Nézet-Séguin bei diesem Jubiläumskonzert zum 100. Geburtstag seines Rotterdam Philharmonic Orchestra. Mit Haydns exzentrischer f-Moll-Sinfonie, die nicht zufällig den Titel La passione trägt, präsentiert er musikalischen «Sturm und Drang» in Reinkultur: ungebärdig, überhitzt und aufrüttelnd. Tschaikowskys Vierte, die erste seiner «Schicksalssinfonien», in die mit unerbittlichen Trompetenfanfaren immer wieder das Fatum hereinbricht, steht dem in nichts nach. Kein Wunder, geht es hier doch «um die verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück verhindert». Und das war für Tschaikowsky seine «Prädilektion», wie er es nannte: seine homosexuelle Veranlagung, die im Zarenreich juristisch verfolgt wurde.  Franz Liszts grosse Passion aber galt dem Klavier, das er als «mein Ich, meine Sprache, mein Leben» bezeichnete: «Ihm hinterlasse ich alle meine Wünsche, meine Träume, meine Freuden und Leiden.» Und wie das dann klingt, wird der amerikanische Starpianist Yefim Bronfman mit dem Zweiten Klavierkonzert demonstrieren.

    Podcast «Kinderszenen»: Franz Liszt (1811–1886) und Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893) 
    Auch die Grossen waren einmal klein: Wie sah die Kindheit der grossen Komponisten aus. Erzählt von Susanne Stähr.

    Radio SRF2 Kultur zeichnet das Konzert auf und sendet es am 13. Dezember 2018, ab 20 Uhr in der Sendung «Im Konzertsaal».

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Rotterdam Philharmonic Orchestra

    Das Rotterdam Philharmonic Orchestra, das 1918 gegründet wurde, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Zunächst setzte es sich aus Musikern zusammen, die allein zu ihrem Vergnügen konzertierten; doch ab 1930, als Eduard Flipse die Leitung übernahm, erfolgten die Professionalisierung und der Aufstieg zu einem der führenden Orchester der Niederlande. Nach Flipses Rückzug im Jahr 1962 amtierten Franz Paul Decker, Jean Fournet, Edo de Waart, David Zinman, James Conlon und Jeffrey Tate als Chefdirigenten. Dreizehn Jahre lang, von 1995 bis 2008, stand Valery Gergiev an der Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra und führte es zu Weltruhm. Zu den Neuerungen, die er initiierte, zählen auch die jährlichen Gergiev-Festivals, die der Maestro bis heute leitet, im September 2018 zum 30. Mal. Von 2008 bis Sommer 2018 war Yannick Nézet-Séguin als Music Director in Rotterdam tätig; bei seinem Abschied wurde er zum Ehrendirigenten des Orchesters ernannt. Mit Beginn der Saison 2018/19 tritt der junge israelische Maestro Lahav Shani seine Nachfolge an. Stammsitz des Rotterdam Philharmonic Orchestra ist seit 1966 das Kulturzentrum «De Doelen», dessen Grosser Saal 2.200 Besuchern Platz bietet. Neben den Sinfoniekonzerten, die dort stattfinden, gestaltet das Orchester auch regelmässig Opernaufführungen an der Niederländischen Nationaloper. Seit 2010 ist das Rotterdam Philharmonic darüber hinaus auch dem Pariser Théâtre des Champs-Elysées als «orchestra-in-residence» eng verbunden. Mit seinen Konzerten, Gastspielreisen und Education-Angeboten erreicht das Orchester jährlich ein Publikum von 150.000 bis 200.000 Musikliebhabern. Ein reicher Katalog mit CD-Einspielungen, die von Dokumenten aus den Gründerjahren unter Eduard Flipse bis zu aktuellen Aufnahmen mit Yannick Nézet-Séguin reichen, ermöglicht einen diskographischen Überblick über die Aktivitäten des Rotterdam Philharmonic Orchestra.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 20. August 1999 unter der Leitung von Valery Gergiev.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Yannick Nézet-Séguin

    Yannick Nézet-Séguin, 1975 in Montreal geboren, studierte Klavier, Dirigieren, Komposition und Kammermusik am Conservatoire de Musique du Québec. Als 19-Jähriger lernte er Carlo Maria Giulini kennen, den er bei der Probenarbeit begleiten durfte und von dem er wichtige Impulse erhielt. Nach ersten Stationen mit eigenen Ensembles und als Chorleiter an der Opéra de Montréal wurde Nézet-Séguin im Jahr 2000 zum Musikdirektor des Orchestre Métropolitain in Montreal berufen. Von 2008 bis Sommer 2018 leitete er als Chefdirigent das Rotterdam Philharmonic Orchestra, seit 2012 steht er an der Spitze des Philadelphia Orchestra, und mit der Saison 2018/19 übernimmt er ausserdem als Musikdirektor die Leitung der Metropolitan Opera in New York. Yannick Nézet-Séguin tritt regelmässig bei den führenden europäischen Orchestern auf: mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Chamber Orchestra of Europe und dem London Philharmonic Orchestra, dem er von 2008 bis 2014 als Principal Guest Conductor verbunden war. In den USA dirigierte er auch das Boston Symphony und das Los Angeles Philharmonic. Bei den Salzburger Festspielen debutierte Nézet-Séguin 2008 mit Gounods Roméo et Juliette; auch am Londoner Royal Opera House, an der Mailänder Scala, der Niederländischen Nationaloper und der Wiener Staatsoper war er zu Gast. Am Festspielhaus Baden-Baden bringt er seit 2012 den Zyklus der sieben grossen Mozart-Opern zur Aufführung, die allesamt auf CD mitgeschnitten werden. Yannick Nézet-Séguin ist mehrfacher Ehrendoktor, «Companion of the Order of Canada» und Träger des «Ordre des Arts et des Lettres du Québec» sowie «Officier de l’Ordre de Montréal». 2010 wurde er mit dem «National Arts Centre Award» ausgezeichnet, 2016 von Musical America zum «Artist of the Year» gewählt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 13. September 2011 am Pult der Wiener Philharmoniker mit Werken von Messiaen, Schubert, Debussy und Ravel
     
    Juli 2018

    Weitere Termine

    Yefim Bronfman

    Yefim Bronfman wurde 1958 in Taschkent (Usbekistan) geboren. 1973 emigrierte er mit seiner Familie nach Israel, wo er seine Klavierausbildung bei Arie Vardi an der Rubin Academy of Music in Tel Aviv fortsetzte. Bald danach wechselte er in die USA und vervollkommnete seine Fertigkeiten bei Rudolf Firkušný, Leon Fleisher und Rudolf Serkin. Mit seinem Debut beim New York Philharmonic unter Zubin Mehta begann 1978 seine internationale Karriere, die ihn mit den führenden Orchestern und Dirigenten zusammenbrachte. So ging er in der Saison 2017/18 mit dem Israel Philharmonic Orchestra und Zubin Mehta auf USA-Tour, konzertierte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons in München, London und Wien und trat mit dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra, dem Los Angeles und dem New York Philharmonic sowie mit dem Leipziger Gewandhausorchester auf. Die Wiener Philharmoniker luden ihn im April 2018 für vier Konzerte ein, um gemeinsam mit ihm seinen 60. Geburtstag zu feiern; und zum Saisonabschluss reiste er mit dem London Symphony Orchestra durch Thailand und China. Von Anbeginn seiner Laufbahn widmete sich Bronfman auch intensiv der Kammermusik, etwa im Zusammenspiel mit Isaac Stern, Pinchas Zukerman und Yo-Yo Ma oder später mit Magdalena Kožená und Emmanuel Pahud. Yefim Bronfman, der 2009 als «artiste étoile» bei LUCERNE FESTIVAL hervortrat, ist auch ein engagierter Interpret zeitgenössischer Werke: So brachte er Klavierkonzerte von Esa-Pekka Salonen (2007), Magnus Lindberg (2012) und Jörg Widmanns Trauermarsch für Klavier und Orchester (2014) zur Uraufführung. Bronfman, der seit 1989 amerikanischer Staatsbürger ist und 1991 mit dem «Avery Fisher Prize» ausgezeichnet wurde, kann auf eine umfangreiche Diskographie verweisen; für seine Einspielung der drei Bartók-Konzerte erhielt er den «Grammy».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 25. August 1999 mit Bartóks Zweitem Klavierkonzert, begleitet vom Israel Philharmonic unter Zubin Mehta.

    Juli 2018

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