Erlebnistag – Museumskonzert 3

Patricia Kopatchinskaja | Jay Campbell | Polina Leschenko

Enescu | Kodály | Ravel

So, 27.08.13.00 UhrNr. 17333

Kunstmuseum Luzern

Vergangenes Konzert


20% Ermässigung ab drei Konzerten am Erlebnistag – nur schriftlich und telefonisch buchbar.



Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    Erlebnistag – Museumskonzert 3

    Patricia Kopatchinskaja | Jay Campbell | Polina Leschenko

    Jay Campbell  Violoncello
    George Enescu (1881–1955)
    Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 a-Moll op. 25 Dans le caractère populaire roumain
    Zoltán Kodály (1882–1967)
    Duo für Violine und Violoncello op. 7
    Maurice Ravel (1875–1937)
    Tzigane. Konzertrhapsodie für Violine und Klavier

    1905 machten sich Béla Bartók und Zoltán Kodály gemeinsam auf den Weg, um die südosteuropäische Volksmusik systematisch zu erforschen. Sie gelangten in entlegene Landstriche, liessen sich Lieder von alten Bäuerinnen vorsingen, die schon deren Grossmütter gesungen hatten, oder von Ziegenhirten auf der Flöte und Dorfmusikanten auf der Fiedel vorspielen. Die archaische, unverfälschte Bauernmusik, die sie dabei zu hören bekamen und aufzeichneten, diente ihnen als Ansatz für eine Erneuerung der Klangsprache und Entwicklung einer spezifischen Identität: «aus musikalischen Kräften, die der Erde entsprossen sind», wie Bartók es formulierte. 
    Die Museumskonzerte des Erlebnistags erkunden Bartóks und Kodálys Revolution – und stellen die Frage, wie die Zeitgenossen und die nachfolgende Generation damit umgingen. Der Rumäne George Enescu und der Franzose Maurice Ravel etwa griffen die Neuerungen auf, Sándor Veress (übrigens der Lehrer von Heinz Holliger), György Ligeti und György Kurtág entwickelten sie zunächst fort und befreiten sich schliesslich vom übermächtigen Einfluss ihrer frühen Vorbilder. Verschiedenste Ensembles der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY – vom Duo über das Streichquartett und das Bläserquintett bis zum Brass Ensemble und zum Streichorchester – präsentieren diese musikalische Exkursion über den Balkan. Herzstück aber ist ein längeres Konzert mit den beiden «artistes étoiles» dieses Sommers, der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Cellisten Jay Campbell, die sich bei ihrem Programm mit der russischen Pianistin Polina Leschenko zusammentun. Wer schliesslich wissen will, ob all das für die junge Komponistengeneration noch von Belang ist, der erhält Antworten beim eröffnenden Werkstattkonzert des «Composer Seminar».

    Patricia Kopatchinskaja

    Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 im moldawischen Chişi-nău in eine Musikerfamilie geboren – die Mutter spielt ebenfalls Geige, der Vater das Cimbalom. 1989 emigrierte die Familie nach Wien: Dort nahm Patricia Kopatchinskaja als 16-Jährige ihr Studium an der Musikuniversität auf; vier Jahre später wechselte sie an die Hochschule der Künste nach Bern, wo sie ihre Ausbildung bei Igor Ozim abschloss. Als Siegerin des Internationalen Szeryng-Wettbewerbs (2000) wurde sie in Fachkreisen bekannt; 2002 erhielt sie den «Credit Suisse Young Artist Award». Heute arbeitet Patricia Kopatchinskaja mit führenden Orchestern zusammen und sorgt mit ungewöhnlichen, oft radikalen Interpretationen für Aufsehen. Sie ist in der Alten Musik ebenso zu Hause wie im romantischen Repertoire oder in der Moderne, spielt rege Kammermusik und entwickelt inszenierte Konzerte. Dieses breite Spektrum stellte sie im Sommer 2017 als «artiste étoile» auch bei LUCERNE FESTIVAL vor. In der Saison 2018/19 trat Kopatchinskaja unter der Leitung von Kirill Petrenko mit dem Bayerischen Staatsorchester und den Berliner Philharmonikern auf. Sie gab mit Peter Eötvös’ Violinkonzert Seven ihr Debut beim Cleveland Orchestra, ging mit Teodor Currentzis und dem Tschaikowsky-Konzert auf Japan-Tournee und konzertierte mit dem Orchestre symphonique de Montréal unter Kent Nagano. Als singende und spielende Rezitatorin präsentierte sie gemeinsam mit Musikern der Berliner Philharmoniker Schönbergs Pierrot lunaire. Für ihre CDs wurde Kopatchinskaja u. a. mit dem «International Classical Music Award», dem «Prix Caecilia» und dem «Recording of the Year Award» des Magazins Gramophone ausgezeichnet. Für ihr Album Death and the Maiden mit Werken von Dowland bis Kurtág erhielt sie 2018 den «Grammy». Zuletzt veröffentlichte sie mit der Pianistin Polina Leschenko Sonaten von Bartók und Poulenc.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 7. September 2002 mit dem Sibelius-Konzert und den Wiener Philharmonikern unter Mariss Jansons.

    Juli 2019

    Weitere Termine

    Jay Campbell

    Der amerikanische Cellist Jay Campbell ist «artiste étoile» beim Sommer-Festival 2017. Er wurde 1989 in Berkeley geboren und an der New Yorker Juilliard School ausgebildet. Sein Repertoire reicht von der Alten Musik bis zum zeitgenössischen Musikschaffen. Wichtige Erfahrungen sammelte er in der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, an der er in den Sommern 2010 und 2011 teilnahm; hier trat er solistisch bei Boulez’ Messagesquisse und Pli selon pli unter der Leitung des Komponisten auf. 2016 erhielt Jay Campbell den «Avery Fisher Career Grant». Im selben Jahr verpflichtete ihn das New York Philharmonic, mit dem er erstmals 2013 konzertiert hatte, als Kurator der Reihe «Ligeti Forward», die er gemeinsam mit den LUCERNE FESTIVAL ALUMNI für die NY Phil Biennial erarbeitete; unter der Leitung von Alan Gilbert interpretierte er in diesem Rahmen György Ligetis Cellokonzert. Jay Campbell hat mit Komponisten wie Elliott Carter, Matthias Pintscher und Kaija Saariaho sowie mit zahlreichen Vertretern der jungen Generation zusammengearbeitet. John Zorn schuf mehr als ein Dutzend Werke für ihn, darunter die für den Pulitzer-Preis nominierte Triokomposition The Aristos; die CD-Einspielung wurde von der New York Times zu den «Best Recordings» des Jahres 2015 gezählt. Konzerte führten Jay Campbell in die New Yorker Carnegie Hall und in die Avery Fisher Hall, ins Kennedy Center Washington, ins Robert and Margrit Mondavi Center for the Performing Arts im kalifornischen Davis und ins Krannert Center Illinois, zum Marlboro Festival, zu Chamber Music Northwest, zum Moab Music Festival und zum Heidelberger Frühling. Er ist Mitglied im JACK Quartet und bildet gemeinsam mit Stefan Jackiw und Conrad Tao ein Klaviertrio.

    August 2017

    Weitere Termine

    Polina Leschenko

    Die russische Pianistin Polina Leschenko stammt aus einer St. Petersburger Musikerfamilie und trat schon als Achtjährige mit dem Leningrader Sinfonieorchester auf. Zwei Jahre später zog sie mit ihrer Familie in den Westen, wo sie u. a. bei Pavel Gililov und Vitaly Margulis studierte. Heute konzertiert Polina Leschenko mit Orchestern wie der Camerata Salzburg, dem Hallé Orchestra, dem London Mozart Players, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Russischen Nationalorchester, dem Bournemouth Symphony Orchestra oder dem Australian Chamber Orchestra. Solorezitale und Kammerkonzerte führten sie ins Wiener Konzerthaus, ins Amsterdamer Concertgebouw, in die Pariser Cité de la Musique, in die New Yorker Carnegie Hall und ins dortige Lincoln Center. Regelmässig arbeitet sie mit Martha Argerich, Patricia Kopatchinskaja, Julian Rachlin und Mischa Maisky zusammen. Seit 2013 lehrt sie als Professorin am Königlichen Konservatorium von Antwerpen.

    Juli 2017

    Der Erlebnistag im Paket! 

    Wenn Sie mindestens drei ver­schiedene Konzerte des Er­leb­nistags buchen, erhalten Sie 20% Rabatt auf jede Karte. Den «Erlebnistag im Paket» können Sie telefonisch oder schriftlich buchen. Alle Infor­mationen finden Sie auf dem Bestellschein.