Identitäten 6

Patricia Kopatchinskaja | Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI u.a.

«Dies irae»

Sa, 02.09.22.00 UhrNr. 17344

KKL Luzern, Luzerner Saal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    Identitäten 6

    Patricia Kopatchinskaja | Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI u.a.

    JACK Quartet  
    Studierende der Hochschule Luzern – Musik  
    Patricia Kopatchinskaja  Violine, Konzept und künstlerische Leitung
    Lani Tran-Duc  Visuelle Gestaltung
    Jonas Link  Video

    «Dies irae»
    Ein inszeniertes Konzert mit Musik von Heinrich Ignaz Franz Biber, George Crumb, Michael Hersch, Antonio Lotti, Jorge Sánchez-Chiong, Giacinto Scelsi und Galina Ustwolskaja 

    Klimaerwärmung, Ressourcenkriege, Flüchtlingskrisen: Die Welt scheint aus dem Gleichgewicht, die Reaktionen reichen von Wegsehen und Ratlosigkeit bis zu Angst und Trauer. «Artiste étoile» Patricia Kopatchinskaja assoziiert mit dieser Situation das «Dies irae», die endzeitliche Abrechnung aus der lateinischen Totenmesse, die sie zum Ausgangspunkt für ein neues Programm genommen hat. Nach der Konzertperformance Bye Bye Beethoven, die sie in Berlin und Hamburg mit dem Mahler Chamber Orchestra auf die Bühne brachte, ist Dies irae bereits ihr zweites inszeniertes Konzert. Es spannt den Bogen von der Gregorianik und den frühbarocken Schlachtenmusiken des böhmischen Geigenvirtuosen Heinrich Ignaz Franz Biber bis zur «ausserirdischen» Musik des Italieners Giacinto Scelsi und dem verstörenden Dies irae der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja. Eine ästhetische Reflexion des Zeitgeschehens.

    Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI

    Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 haben mehr als 1.200 Instrumentalis-ten, Dirigenten und Komponisten aus aller Welt das Ausbildungsangebot der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY durchlaufen. Unter den Absolventen finden sich mittlerweile renommierte Künstler, etwa das JACK Quartet oder die Dirigenten Pablo Heras-Casado und Kevin John Edusei, aber auch viele Musikerinnen und Musiker, die heute Mitglieder international arrivierter Orchester sind, im Bereich der Kammermusik und experimenteller Projekte auftreten oder an Hochschulen lehren. Ein Grossteil von ihnen bleibt den Festspielen eng verbunden: Als LUCERNE FESTIVAL ALUMNI kehren ausgewählte ehemalige Akademisten regelmässig nach Luzern zurück. Sie bereichern das Programm mit Auftritten im Bereich der zeitgenössischen Musik, in der Reihe «40min» oder in Produktionen von LUCERNE FESTIVAL YOUNG und stehen darüber hinaus den aktuellen Academy-Studierenden mit Rat und Tat zur Seite. Unterstützt durch die Alumni-Plattform, bleiben sie zudem untereinander in Kontakt, um gemeinsam weltweit eigene Projekte zu realisieren. So ist ein einzigartiges internationales Netzwerk junger Musikerinnen und Musiker entstanden. Als erstes Projekt präsentierten die Alumni 2013/14 unter dem Motto «Music at Risk» in New York, London, Peking, Zürich und Luzern vier Uraufführungen. 2016 folgte in Luzern ein weiterer «Uraufführungsmarathon»; ausserdem gestaltete ein Alumni-Ensemble bei der «NY Phil Biennial» unter der Leitung von Alan Gilbert die dreiteilige Konzertreihe «Ligeti Forward». Im vergangenen Jahr waren die LUCERNE FESTIVAL ALUMNI mit dem Schweizer Jazzsänger Andreas Schaerer und seinem Projekt «The Big Wig» auf Tournee. Zuletzt gastierten sie im Januar 2018 mit zwei Konzerten abermals in New York und kombinierten Musik von Frank Zappa mit Werken von Boulez und Varèse, Olga Neuwirth, Tyshawn Sorey und John Zorn.

    Erster Auftritt bei LUCERNE FESTIVAL am 3. September 2014 mit dem Projekt «Music at Risk» und Werken von Dai Fujikura, Judd Greenstein, Jagoda Szmytka und Ying Wang

    Februar 2018

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    Patricia Kopatchinskaja

    Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 im moldawischen Chişi-nău in eine Musikerfamilie geboren – die Mutter spielt ebenfalls Geige, der Vater das Cimbalom. 1989 emigrierte die Familie nach Wien: Dort nahm Patricia Kopatchinskaja als 16-Jährige ihr Studium an der Musikuniversität auf; vier Jahre später wechselte sie an die Hochschule der Künste nach Bern, wo sie ihre Ausbildung bei Igor Ozim abschloss. Als Siegerin des Internationalen Szeryng-Wettbewerbs (2000) wurde sie in Fachkreisen bekannt; 2002 erhielt sie den «Credit Suisse Young Artist Award». Heute arbeitet Patricia Kopatchinskaja mit führenden Orchestern zusammen und sorgt mit ungewöhnlichen, oft radikalen Interpretationen für Aufsehen. Sie ist in der Alten Musik ebenso zu Hause wie im romantischen Repertoire oder in der Moderne, spielt rege Kammermusik und entwickelt inszenierte Konzerte. Dieses breite Spektrum stellte sie im Sommer 2017 als «artiste étoile» auch bei LUCERNE FESTIVAL vor. In der Saison 2018/19 trat Kopatchinskaja unter der Leitung von Kirill Petrenko mit dem Bayerischen Staatsorchester und den Berliner Philharmonikern auf. Sie gab mit Peter Eötvös’ Violinkonzert Seven ihr Debut beim Cleveland Orchestra, ging mit Teodor Currentzis und dem Tschaikowsky-Konzert auf Japan-Tournee und konzertierte mit dem Orchestre symphonique de Montréal unter Kent Nagano. Als singende und spielende Rezitatorin präsentierte sie gemeinsam mit Musikern der Berliner Philharmoniker Schönbergs Pierrot lunaire. Für ihre CDs wurde Kopatchinskaja u. a. mit dem «International Classical Music Award», dem «Prix Caecilia» und dem «Recording of the Year Award» des Magazins Gramophone ausgezeichnet. Für ihr Album Death and the Maiden mit Werken von Dowland bis Kurtág erhielt sie 2018 den «Grammy». Zuletzt veröffentlichte sie mit der Pianistin Polina Leschenko Sonaten von Bartók und Poulenc.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 7. September 2002 mit dem Sibelius-Konzert und den Wiener Philharmonikern unter Mariss Jansons.

    Juli 2019

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    Lani Tran-Duc

    Lani Tran-Duc wurde 1982 in München geboren. Nach ihrem Architekturstudium an der Berliner Universität der Künste und an der Escola Tècnica Superior d'Arquitectura del Vallès (ETSAV) in Barcelona arbeitete sie von 2010 bis 2012 als Ausstattungsassistentin am Hamburger Thalia Theater. Bereits während ihrer Assistenzzeit entwarf sie Bühnenbilder für das Thalia Theater und für die Theater-Fabrik Kampnagel. Seither ist sie freischaffend als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig, für Theater- und Opernproduktionen wie auch im Tanz- und Performance-Bereich, u. a. bei den Wiener Festwochen, am Staatstheater Darmstadt und bei Konzert Theater Bern. In der vergangenen Spielzeit führten sie Produktionen ans Theater Erlangen, ans Opernhaus Graz und ans Deutsche Theater Göttingen. Für Jon Fosses Besuch am Hamburger Lichthof Theater wurde Lani Tranc-Duc 2014 in der Kategorie «Bestes Bühnenbild» mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.

    Juli 2017

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    Jonas Link

    Parallel zu seinem Studium der Medientechnik an der HAW Hamburg war Jonas Link, geboren 1987 in Würzburg, freiberuflich als Videotechniker am Hamburger Thalia Theater tätig und assistierte dort u. a. Peter Baur, Meika Dresenkamp und Studio Braun. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 2013 erarbeitete er das Videodesign für Matthew Herberts musikalische Performance One Day sowie, gemeinsam mit Peter Baur, Bühnenvideos für Bastian Krafts Jedermann-Inszenierung beim Young Directors Project der Salzburger Festspiele; zudem entstanden am Thalia Theater und am Deutschen Theater in Berlin erste eigene Arbeiten als Videokünstler. Die Zusammenarbeit mit Peter Baur führte Jonas Link 2016 ans Schauspielhaus Zürich (Andorra und Homo Faber) und ans Wiener Burgtheater (Ludwig II.); in Frankfurt arbeitete er mit Ulrich Rasche zusammen (Sieben gegen Theben/Antigone), und für Patricia Kopatchinskajas szenisches Konzert Bye Bye Beethoven schuf er die Video-Animationen.

    Juli 2017

    Jorge Sánchez-Chiong

    Jorge Sánchez-Chiong, der 1969 in Caracas (Venezuela) geboren wurde, studierte Komposition bei Francis Burt und Michael Jarrell an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo er heute als freischaffender Künstler lebt. Er ist Mitglied im NewTonEnsemble und Mitbegründer der Komponistengruppe «Gegenklang». In seinem kompositorischen Schaffen setzt Jorge Sánchez-Chiong, der auch als Turntablist auftritt, bei der Lebendigkeit und Spontaneität der Improvisation an. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden interdisziplinäre Projekte, die den Brückenschlag zum experimentellen Theater und zum Tanz, zur Videokunst zur elektronischen Musik wagen. Dabei arbeitet er mit Künstlern wie Joke Lanz, Christian Weber oder Michaela Grill zusammen. Diese stilistische Offenheit schlägt sich in seinem Œuvre nieder, das Solo-, Ensemble- und Orchesterwerke ebenso umfasst wie elektronische Musik, intermediale Projekte und Improvisationsvorlagen.

    Juli 2017

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