Sinfoniekonzert 29

Orchestre Révolutionnaire et Romantique | Monteverdi Choir | Sir John Eliot Gardiner | Solisten

Beethoven

Sa, 12.09. | 18.30 Uhr | Nr. 20358

KKL Luzern, Konzertsaal

Karten kaufen

Preise (CHF)

CHF 220 190 150 110 70 30


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

14.08.-13.09. 2020

 

|

 
     

    Sinfoniekonzert 29

    Orchestre Révolutionnaire et Romantique | Monteverdi Choir | Sir John Eliot Gardiner | Solisten

    Orchestre Révolutionnaire et Romantique  
    Lucy Crowe  Sopran
    Elizabeth DeShong  Mezzosopran
    Allan Clayton  Tenor
    Morris Robinson  Bass
    Ludwig van Beethoven (1770–1827)
    Missa solemnis D-Dur op. 123

    Der Kehraus des Sommer-Festivals gehört einem Mann, der in den letzten Jahrzehnten die Massstäbe für die Beethoven-Interpretation neu justiert hat: Sir John Eliot Gardiner, dem britischen Pionier der historisch-informierten Aufführungspraxis. «Man muss die Vergangenheit gut kennen, um die Musik frisch und aufregend zu interpretieren», lautet sein Leitsatz. Deshalb hat er die früher bei Beethoven üblichen Tempi und das Instrumentarium, die Artikulation und das Vibrato auf den Prüfstand gestellt und Beethovens Kunst mit Empathie und Forschergeist neu ausgeleuchtet. Für den ersten seiner beiden Auftritte hat Gardiner die überwältigende Missa solemnis ausgewählt, «ein Werk, vor dem ich niederknie», wie er gesteht. Beethoven schuf die Messe zwischen 1819 und 1823, als er vom Schicksal bereits schwer geschlagen war und sein Hörvermögen gänzlich verloren hatte. Möglich, dass sich der einstige Kirchenskeptiker Beethoven auch deshalb nun dem Glauben zuwandte und eine berührende Musik schuf, die sich nach oben öffnet, hin zum «lieben Vater» und «grössten Tonmeister», der «über Sternen wohnen» muss.

    Monteverdi Choir

    Der Monteverdi Choir wurde 1964 von Sir John Eliot Gardiner gegründet, um die Marienvesper des Namenspatrons in der King’s College Chapel in Cambridge aufzuführen. Ursprünglich hatte sich der Chor zum Ziel gesetzt, die Musik des Barock in ihren verschiedensten Facetten zu erkunden, doch längst erstreckt sich sein Repertoire quer durch die Epochen. Konzerte in aller Welt haben den Monteverdi Choir zu einem Inbegriff für leidenschaftlichen und hochkultivierten Chorgesang werden lassen. Seine Mitglieder übernehmen regelmässig auch die Soloparts bei den Aufführungen. Als spektakulärstes Projekt in der Geschichte des Monteverdi Choir gilt die «Bach Cantata Pilgrimage» aus dem Jahr 2000, als der Chor zum 250. Todestag des Leipziger Thomaskantors dessen Kantatenwerk komplett in mehr als sechzig europäischen Kirchen zur Aufführung brachte; die Mitschnitte dieser Konzerte erhielten zahlreiche Preise, darunter den «Gramophone Award». Regelmässig wirkt der Monteverdi Choir bei Opernproduktionen mit: So trat er beispielsweise an der Pariser Opéra Comique in Webers Le Freyschütz (in der Berlioz-Fassung), Chabriers L’Étoile und Bizets Carmen oder am Londoner Royal Opera House mit Glucks Orphée et Eurydice auf. Im Dezember 2015 waren die Sängerinnen und Sänger mit Janáčeks Glagolitischer Messe beim Tonhalle-Orchester Zürich zu Gast, im Herbst 2016 folgten Aufführungen von Mendelssohns Lobgesang mit dem London Symphony Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig. 2017 aber steht ganz im Zeichen des nächsten Monteverdi-Projekts: Zum 450. Geburtstag des Komponisten geht der Chor sieben Monate lang mit den drei Opern L’Orfeo, Il ritorno d’Ulisse in patria und L’incoronazione di Poppea auf Tour, die auch in Venedig, Salzburg, Berlin, Paris, Chicago und New York präsentiert werden. Schirmherr des Monteverdi Choir ist der Prince of Wales.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 2. September 1994 mit Mozarts Thamos, König in Ägypten und der c-Moll-Messe.

    April 2017

    Weitere Termine

    Sir John Eliot Gardiner

    Sir John Eliot Gardiner wurde 1943 in der Grafschaft Dorset geboren. Er studierte zunächst Geschichtswissenschaften und Arabistik, bevor er seine musikalische Ausbildung an der Cambridge University sowie bei Nadia Boulanger in Paris absolvierte. 1964 gründete er den Monteverdi Choir, 1968 rief er das Monteverdi Orchestra ins Leben, aus dem sich später die English Baroque Soloists formierten. Und 1989 initiierte Gardiner das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, das ebenfalls auf Originalinstrumenten musiziert, sich aber vorwiegend dem 19. Jahrhundert widmet. Darüber hinaus hat er mit vielen führenden Orchestern zusammengearbeitet: So war er in der Saison 2016/17 u. a. beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, beim Gewandhausorchester Leipzig, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und beim London Symphony Orchestra zu Gast; im Juni 2016 kehrte er nach zehnjähriger Pause wieder zu den Berliner Philharmonikern zurück. Als Operndirigent hat Gardiner viele Produktionen am Pariser Châtelet und am Londoner Covent Garden geleitet; bei der Monteverdi-Triologie, die er 2017 in neun Ländern aufführt, tritt er auch als Regisseur hervor. Seit 2014 amtiert er als Stiftungspräsident des Leipziger Bach-Archivs, 2014/15 war er «Visiting Scholar» an der Harvard University. Sir John Eliot Gardiner hat über 250 CDs eingespielt, ausgezeichnet mit dem «Gramophone Award», dem «Preis der deutschen Schallplattenkritik» und dem «Echo Klassik». Sein Buch Bach. Musik für die Himmelsburg (2013) wurde mit dem «National Book Critics Circle Award» ausgezeichnet; die deutsche Übersetzung kam im Herbst 2016 auf den Markt. 1998 wurde John Eliot Gardiner von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben, 2005 erhielt er die Bach-Medaille Leipzig und den Sonning-Musikpreis. Gardiner ist «Commandeur dans l’Ordre des Arts et des Lettres» und «Chévalier de la Légion d’Honneur».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 2. September 1994 mit Mozarts Thamos, König in Ägypten und der c-Moll-Messe.

    April 2017

    Weitere Termine

    Lucy Crowe

    Die Sopranistin Lucy Crowe, die aus der englischen Grafschaft Staffordshire stammt, studierte an der Royal Academy of Music in London und begann ihre Laufbahn mit zwei wichtigen Auszeichnungen: 2002 wurde ihr die «Royal Overseas Gold Medal» zugesprochen, 2005 gewann sie den Zweiten Preis des «Kathleen Ferrier Award». Rasch erhielt sie zahlreiche attraktive Engagements, sowohl auf der Opernbühne als auch im Konzertbereich. Zuletzt interpretierte sie beispielsweise Mozarts Requiem mit dem Philadelphia Orchestra unter Yannick Nézet-Séguin und Haydns grosse Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten mit John Eliot Gardiner in Paris und New York. Robert King lud sie für Aufführungen von Mendelssohns Elias ein, Trevor Pinnock für Händels Messias, Paul McCreesh für Acis and Galatea und Roger Norrington für Haydns Il ritorno di Tobia. Lucy Crowe war beim Aldeburgh sowie beim Edinburgh Festival zu Gast und wirkte beim Glyndebourne Festival in Purcells The Fairy Queen unter Leitung von William Christie mit; 2010 debutierte sie bei den Salzburger Festspielen, 2011 beim New Yorker Mostly Mozart Festival. Als Opernsängerin gestaltet Lucy Crowe ein Repertoire, das vom barocken Musiktheater bis zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts reicht. Am Londoner Royal Opera House feierte sie ihren Einstand als Belinda in Purcells Dido and Aeneas, an der Chicago Lyric Opera als Iole in Händels Hercules. Zu ihren Paradepartien zählt die Sophie im Rosenkavalier, die sie auch an der Deutschen Oper Berlin und der Bayerischen Staatsoper präsentierte. In der laufenden und der kommenden Spielzeit wird Lucy Crowe u. a. als Titelheldin in Janáceks Das schlaue Füchslein beim Glyndebourne Festival auftreten, als Susanna in Mozarts Figaro am Covent Garden zu erleben sein – und ihr Debut an der Metropolitan Opera in New York geben.

    Bisher ein Auftritt bei LUCERNE FESTIVAL: am 1. April 2007 in Mendelssohns Elias mit dem King’s Consort unter Leitung von Robert King.

    August 2012

    Weitere Termine

    Konzerteinführung | 17.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
    mit Malte Lohmann