Orchestra di Santa Cecilia

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma | Sir Antonio Pappano | Elīna Garanča

Rossini | Ravel | Rimsky-Korsakow

So, 28.08. | 18.30 Uhr

KKL Luzern, Konzertsaal

Karten kaufen

Preise (CHF)

CHF 240 200 150 100 60 30


Sommer-Festival

09.08.-11.09. 2022

 

|

 
     

    Orchestra di Santa Cecilia

    Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma | Sir Antonio Pappano | Elīna Garanča

    Elīna Garanča  Mezzosopran
    Gioachino Rossini (1792–1868)
    Ouvertüre zu L'Italiana in Algeri
    Maurice Ravel (1875–1937)
    Shéhérazade
    Nikolai Rimsky-Korsakow (1844–1908)
    Scheherazade. Sinfonische Suite nach Tausendundeine Nacht op. 35

    Im 19. Jahrhundert begann man in Europa von fremden Ländern und Menschen zu träumen. Vor allem der Orient stieg zu einem Sehnsuchtsort auf. «Ich möchte Damaskus sehen und Persiens Städte mit den luftig-leichten Minaretten. Ich möchte schöne Turbane aus Seide sehen über dunklen Gesichtern mit schimmernden Zähnen», heisst es in Maurice Ravels Liedzyklus Shéhérazade, der mit Melismen und lasziver Chromatik eine ferne Traumwelt beschwört. Nikolai Rimsky-Korsakow hatte die Figur der orientalischen Märchenerzählerin Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht schon einige Jahre zuvor zur Heldin einer Tondichtung erkoren. Er charakterisiert die fremde Schöne mit Arabesken und einem zarten Violinsolo von verführerischem Schmelz, während der mordlüsterne Sultan mit blechgepanzerten, tyrannischen Akkorden auftritt. Rimskys farbenprächtige, sinnliche Instrumentation verrät auch ein wichtiges Motiv der Orientmode: Exotik und Erotik sind eng miteinander verwandt, nur ein Buchstabe trennt sie. Ganz und gar italienisch geht es dagegen in Gioachino Rossinis Algerien zu, wo der Abend beginnt: mit einem Triumph des Brio und der guten Laune.

    Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma

    Das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dessen Gründung im Jahr 1908 erfolgte, war das erste italienische Orchester, das sich ausschliesslich dem sinfonischen Repertoire widmete. Von Anbeginn suchten prominente Komponisten die Zusammenarbeit: wie Gustav Mahler, Claude Debussy, Richard Strauss, Igor Strawinsky oder Ottorino Respighi, dessen Tondichtungen Fontane di Roma und Pini di Roma von den Musikern uraufgeführt wurden. Nicht minder renommiert waren die Dirigenten, die bald verpflichtet werden konnten – Arturo Toscanini, Wilhelm Furtwängler, Vittorio de Sabata und Herbert von Karajan seien voran genannt. Von 1983 bis 1990 amtierte Leonard Bernstein als Ehrenpräsident, als Chefdirigenten waren zuletzt Maestri wie Giuseppe Sinopoli, Daniele Gatti oder Myung-Whun Chung tätig. Antonio Pappano steht dem Orchester seit Oktober 2005 vor und bringt mit ihm eine breite Werkpalette zu Gehör, die vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart reicht. Seit 2002 ist das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia im Parco della Musica zuhause, der von Renzo Piano erbaut wurde. Neben der Konzertsaison in Rom stehen Jahr für Jahr ausgedehnte Tourneen auf dem Programm mit regelmässigen Gastspielen beim White Nights Festival in St. Petersburg, den BBC Proms und dem Settembre Musica in Turin. Auch in der Berliner Philharmonie, der Dresdner Semperoper, dem Wiener Musikverein und dem Palau de la Musica in Barcelona war das Orchester zu erleben, ebenso in Japan, der Türkei, in Rumänien und Russland. 2003 wirkte es an der Wiedereröffnung des Teatro La Fenice in Venedig mit, 2006/07 wurde es nach fünfzig Jahren erstmals wieder an die Mailänder Scala eingeladen. Für seine Veröffentlichungen auf dem Plattenmarkt wurde das Orchester mehrfach ausgezeichnet; zuletzt erschien eine Neuaufnahme von Madama Butterfly unter Pappanos Leitung.

    Mit diesem Konzert feiert das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia seinen Einstand bei LUCERNE FESTIVAL.

     

    7. April 2009
     

    Sir Antonio Pappano

    Antonio Pappano wurde 1959 als Sohn italienischer Eltern in London geboren. Er studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in den USA und sammelte als Assistent von Michael Gielen in Frankfurt und Daniel Barenboim in Bayreuth wichtige Erfahrungen. Sein Debut als Operndirigent erfolgte 1987 an der Norske Opera Oslo, die ihn 1990 zum Musikdirektor berief. 1992 trat Pappano das Amt des GMD am Brüsseler Théatre Royal de la Monnaie an, dem er bis zum Sommer 2002 vorstand. Im März 1993  feierte er spektakulär seinen Einstand an der Wiener Staatsoper, als er in letzter Minute, ohne jede Probe, für Christoph von Dohnányi bei der Premiere von Wagners Siegfried einsprang. Weitere wichtige Stationen bildeten sein erster Auftritt an der New Yorker Metropolitan Opera (1997) und bei den Bayreuther Festspielen, wo er im Sommer 1999 einen neuen Lohengrin herausbrachte. Pappano leitete Konzerte mit den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra, dem Boston, dem Chicago und dem London Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Orchestre de Paris und dem Koninklijk Concertgebouworkest. Seit der Spielzeit 2002/03 amtiert er als Musikalischer Direktor des Royal Opera House, Covent Garden in London; zu den Projekten, die er dort realisierte, gehört eine Neuproduktion der Wagnerschen Ring-Tetralogie mit dem Regisseur Keith Warner und die Uraufführung von Harrison Birtwistles Oper The Minotaur. Seit Herbst 2005 hat Antonio Pappano überdies die Chefposition an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia inne. Seine Diskographie umfasst zahlreiche Operngesamteinspielungen, die mit zwei Gramophone Awards, dem Diapason d’Or, dem Prix Caecilia und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurden. 2005 wurde ihm in Italien der «Premio Abbiati» verliehen, 2008 wurde er zum «Commendatore Ordine al Merito della Repubblica italiana» ernannt.

    März 2009

    Elīna Garanča

    Die Mezzosopranistin Elina Garanca, geboren 1976 in Riga, absolvierte ihre Ausbildung an der Lettischen Musikakademie. Noch während ihres Studiums debutierte sie 1998 als Giovanna Seymour in Donizettis Anna Bolena an der Lettischen Nationaloper. 1999 gewann sie den Internationalen Mirjam-Helin-Gesangswettbewerb in Finnland. Nach Anfangsjahren in den Ensembles des Theaters Meiningen und der Oper Frankfurt arbeitet Elina Garanca seit 2002 freischaffend – die Wiener Staatsoper ist ihr Stammhaus. 2003 war sie erstmals bei den Salzburger Festspielen zu Gast, wo sie in Mozarts La clemenza di Tito unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt mitwirkte; 2005 folgte ihr Einstand an der Opéra National de Paris und 2008 an der New Yorker Metropolitan Opera. Die Bayerische Staatsoper verpflichtete sie als Adalgisa in Bellinis Norma, das Théâtre des Champs-Elysées als Rossinis Cenerentola, die Berliner Lindenoper als Sesto in La clemenza di Tito. Ihr Debut an der Metropolitan Opera New York feierte Elina Garanca 2008 als Rosina im Barbier von Sevilla, als Carmen war sie u. a. am Londoner Covent Garden zu erleben. 2012 standen Auftritte als Sesto und als Octavian im Rosenkavalier an der Wiener Staatsoper auf ihrem Kalender, dazu kam eine Reihe von Liederabenden, die sie in den Wiener Musikverein, an die Mailänder Scala, zu den Münchner Opernfestspielen und zu den Salzburger Festspielen führte. Als Konzertsängerin arbeitete Elina Garanca, die mehrere Solo-CDs vorgelegt hat, mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Mariss Jansons, Riccardo Muti und Christian Thielemann zusammen. Sie ist Trägerin des Grossen Musikpreises von Lettland und erhielt 2006 den Europäischen Kulturpreis; 2010 wurde sie von dem Magazin Musical America und auf der MIDEM in Cannes zur «Sängerin des Jahres» gewählt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 18. März 2005 mit Dvoráks Requiem; Mariss Jansons leitete das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

    August 2012

    Weitere Termine

    Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
    mit Malte Lohmann

    Mit freundlicher Unterstützung von Berthold Herrmann und Dr. Mariann Grawe-Gerber