Die LUCERNE FESTIVAL ALUMNI in Hamburg

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Riccardo Chailly

Mossolow | Maderna | Schönberg | Rihm

Mo, 09.09. | 20.00 Uhr

Elbphilharmonie Hamburg

Vergangenes Konzert


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Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Die LUCERNE FESTIVAL ALUMNI in Hamburg

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Riccardo Chailly

    Aleksandr Mossolow (1900–1973)
    Eisengiesserei op. 19
    Bruno Maderna (1920–1973)
    Grande Aulodia für Flöte und Oboe solo mit Orchester 
    Arnold Schönberg (1874–1951)
    Fünf Orchesterstücke op. 16
    Fassung für grosses Orchester von 1909
    Wolfgang Rihm (*1952)
    Dis-Kontur für grosses Orchester

    Einen Tag nach ihrem letzten Luzerner Konzert gastieren die LUCERNE FESTIVAL ALUMNI in der Hamburger Elbphilharmonie, unter der Leitung von Riccardo Chailly und mit zwei Solisten aus den Reihen des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA. «Aufbruch» könnte als Motto über dem Programm stehen, das Chailly zusammengestellt hat. So wagte Arnold Schönberg 1909 mit seinen Fünf Orchesterstücken op. 16 den Schritt in die freie Atonalität und zu einer äusserst verdichteten Expressivität. Aleksandr Mossolow dagegen, später unter Stalin zur Zwangsarbeit im Gulag verurteilt, steht für die sowjetische Musik-Avantgarde der Zwanziger Jahre: Seine berühmte Eisengiesserei verwandelt das Orchester in eine rhythmisch stampfende Riesenmaschine und den Konzertsaal in eine Fabrikhalle. Wolfgang Rihm wiederum zeigte mit Werken wie Dis-Kontur, dass sich auch in den 1970ern noch eine musikalische Revolution anzetteln liess, stiess seine emotional-direkte Klangsprache bei den Dogmatikern der Neuen Musik doch auf empörte Ablehnung. Chaillys Landsmann Bruno Maderna schliesslich evoziert mit dem frei fliessenden Melos seines Doppelkonzerts den Klang des altgriechischen Aulos.

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI

    Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 haben mehr als 1.200 Instrumentalisten, Dirigenten und Komponisten aus über 60 Ländern das Ausbildungsangebot der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY durchlaufen. Unter den Absolventen finden sich so renommierte Künstler wie das JACK und das Mivos Quartet oder die Dirigenten Pablo Heras-Casado und Kevin John Edusei, aber auch viele Musikerinnen und Musiker, die heute Mitglieder international arrivierter Orchester sind, im Bereich der Kammermusik und experimenteller Projekte auftreten oder an Hochschulen lehren. Ein Grossteil von ihnen bleibt den Festspielen eng verbunden: Als LUCERNE FESTIVAL ALUMNI kehren ausgewählte ehemalige Akademisten regelmässig nach Luzern zurück, bereichern das Programm mit Auftritten im Bereich der zeitgenössischen Musik, in der Reihe «40min» oder in Produktionen von LUCERNE FESTIVAL YOUNG und stehen den aktuellen Academy-Studierenden mit Rat und Tat zur Seite. Unterstützt durch die Alumni-Plattform, bleiben sie zudem untereinander in Kontakt, um gemeinsam weltweit eigene Projekte zu realisieren. So ist ein einzigartiges internationales Netzwerk junger Musikerinnen und Musiker entstanden. Als erstes Projekt präsentierten die Alumni 2013/14 unter dem Motto «Music at Risk» in New York, London, Peking, Zürich und Luzern vier Uraufführungen. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre zählt u. a. die dreiteilige Konzertreihe Ligeti Forward, mit der sie 2016 unter der Leitung von Alan Gilbert bei der «NY Phil Biennial» gastierten. 2017 tourten sie mit dem Schweizer Jazzsänger Andreas Schaerer, seiner Band Hildegard Lernt Fliegen und dem Projekt «The Big Wig» durch Deutschland und die Schweiz. Und im März 2018 gastierten sie dann gemeinsam mit dem Ensemble intercontemporain und Messiaens Des canyons aux étoiles in Paris, Brüssel und Luxemburg sowie beim Luzerner Oster-Festival.

    Erster Auftritt LUCERNE FESTIVAL am 3. September 2014 mit dem Projekt «Music at Risk».

    Juli 2019

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    Riccardo Chailly

    Seit 2016 amtiert Riccardo Chailly als Chefdirigent des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA. 1953 in Mailand geboren, studierte er an den Konservatorien von Perugia, Rom und Mailand sowie an der Accademia Musicale Chigiana und begann seine Laufbahn als Assistent von Claudio Abbado an der Mailänder Scala. 1980 wurde Chailly zum Chefdirigenten des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin berufen, 1988 wechselte er in derselben Position zum Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem er sechzehn Jahre lang vorstand. Von 2005 bis Sommer 2016 war Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister in Leipzig tätig, seit Januar 2015 trägt er als Musikdirektor die Verantwortung an der Mailänder Scala. Chailly dirigiert regelmässig führende europäische Orchester wie die Berliner und die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das London Symphony Orchestra und das Orches-tre de Paris. In den USA hat er mit dem New York Philharmonic, dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra sowie dem Chicago Symphony Orchestra zusammengearbeitet. Als Operndirigent war er – neben seinen Auftritten an der Scala – auch an der New Yorker Metropolitan Opera, am Londoner Royal Opera House, am Opernhaus Zürich, an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper sowie in Chicago und San Francisco zu Gast. Riccardo Chailly wurde für seine mehr als 150 CDs mit vielen Preisen geehrt, darunter der «Gramophone Award» für seine Brahms-Sinfonien als «Einspielung des Jahres». Im Herbst 2019 erscheint eine Neueinspielung mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA und drei Tondichtungen von Strauss. Riccardo Chailly ist «Grand’Ufficiale della Repubblica Italiana», «Cavaliere di Gran Croce» und Ritter vom Orden des Niederländischen Löwen. 1996 ernannte ihn die Royal Academy of Music in London zum Ehrenmitglied, seit 2011 ist er in Frankreich «Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 7. September 1988 mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und Werken von Wagner, Mozart und Tschaikowsky.

    Juli 2019

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    Jacques Zoon

    Der Flötist Jacques Zoon, geboren 1961 im niederländischen Heiloo, studierte am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam bei Koos Verheul und Harrie Starreveld; ausserdem absolvierte er Meisterkurse bei Geoffrey Gilbert und András Adorján am Banff Centre for the Arts. Ausgezeichnet beim «Concours Jean-Pierre Rampal» in Paris und der «Scheveningen International Music Competition», wurde er 1988 zum Soloflötisten des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam ernannt, dem er neun Jahre lang angehörte. Während dieser Zeit spielte er auch an der ersten Position im Chamber Orchestra of Europe. 1997 wechselte Zoon zum Boston Symphony Orchestra – dort kürte ihn der Boston Globe 1998 zum «Musician of the Year». Seit 2001 ist Jacques Zoon freischaffend tätig und konzertiert weltweit als Solist. Eng arbeitete er mit Claudio Abbado zusammen: im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, wo er seit der Gründung im Jahr 2003 als Soloflötist fungiert, und auch im Orchestra Mozart, mit dem er Mozarts Flötenkonzert KV 314 einspielte. Auch mit den Berliner Barock Solisten ist Zoon regelmässig hören; in dieser Konstellation entstand 2015 eine Aufnahme mit Konzerten und Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach. Seit 2002 lehrt er am Conservatoire Supérieur de Musique de Genève, seit 2008 ist er überdies als Professor an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid tätig. Jacques Zoon hat sich auch um die technische Weiterentwicklung seines Instruments verdient gemacht und bringt neue, hölzerne Flötenmodelle mit einem verbesserten Spielsystem für das Cis heraus, die er in der gemeinsam mit seinem Kollegen Rui Borges Maia gegründeten Zoon&Maia Flute Company vertreibt.

    Jacques Zoon, der schon mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam ab Ende der 1980er Jahre regelmässig bei LUCERNE FESTIVAL gastierte, ist hier seit 2003 alljährlich als Soloflötist im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA zu erleben.

    Juli 2019

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    Lucas Macías Navarro

    Der Oboist Lucas Macías Navarro, Jahrgang 1978, stammt aus dem spanischen Valverde del Camino. Im Alter von neun Jahren erhielt er den ersten Unterricht auf seinem Instrument. 1995 wurde er ans Zürcher Konservatorium aufgenommen, wo ihn Thomas Indermühle unterrichtete; anschliessend absolvierte er die Oboenklasse von Heinz Holliger an der Hochschule für Musik in Freiburg/Breisgau. Praktische Erfahrungen sammelte er 2004/05 in der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, ausserdem arbeitete er mit Maurice Bourgue in Genf zusammen. Lucas Macías Navarro, der die «Giuseppe Tomassini International Competition» in Petritoli und den Internationalen Oboenwettbewerb von Tokio gewann, spielte schon während seiner Studienzeit als Solo-Oboist im Gustav Mahler Jugendorchester, unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Pierre Boulez und Seiji Ozawa. Von 2005 bis 2007 gehörte er dem Orchestre de Chambre de Lausanne an, von 2007 bis 2015 bekleidete er die Soloposition beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam. 2008 berief ihn Abbado ins LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, und auch beim Orchestra Mozart zählte er zu den Gründungsmitgliedern. Lucas Macías Navarro, der seit 2012 als Professor für Oboe an der Freiburger Musikhochschule lehrt, trat als Solist und Kammermusiker mit Heinz Holliger, Ton Koopman, Christoph Poppen, Till Fellner, Jacques Zoon und Nicolas Chumachenco auf. Seit 2014 dirigiert er auch: Wichtige Erfahrungen in diesem Metier erwarb er sich von 2016 bis 2018 als Assistent von Daniel Harding beim Orchestre de Paris. Seither hat Macías Navarro bereits das Schwedische Radio-Sinfonieorchester, die Kammerorchester von Lausanne und Genf, Het Gelders Orkest, die Real Filharmonía de Galicia und das Orquesta Sinfónica de Tenerife geleitet. Im Januar 2019 trat er seine erste Chefposition an: als Musikdirektor bei der Oviedo Filarmonía.

    Seit 2008 ist Lucas Macías Navarro hier alljährlich als Solo-Oboist im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA zu hören.

    Juli 2019

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