Sinfoniekonzert 14

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sir George Benjamin u.a.

Liik | Planells Schiaffino | Rihm | Benjamin | Ammann

So, 01.09.19.30 UhrNr. 19721

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 14

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sir George Benjamin u.a.

    Dirigentin (Liik)

    Dirigent (Planells Schiaffino)

    Robyn Schulkowsky  Schlagzeug
    Marianna Liik (*1992)
    Kurzschluss für Orchester
    Uraufführung «Roche Young Commissions»
    Josep Planells Schiaffino (*1988)
    Torna für Orchester
    Uraufführung «Roche Young Commissions»
    Wolfgang Rihm (*1952)
    Marsyas. Rhapsodie für Trompete mit Schlagzeug und Orchester
    George Benjamin (*1960)
    Palimpsests für Orchester
    Dieter Ammann (*1962)
    glut für Orchester

    Zwei Novitäten und drei Meisterwerke der jüngeren Vergangenheit erwarten uns im zweiten Orchesterkonzert der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY. Als Palimpsest bezeichnet man alte Schriftstücke, bei denen der  Urtext  ausradiert und mehrfach überschrieben wurde, aber nicht völlig verschwunden ist. Dieses Prinzip hat Sir George Benjamin aufgegriffen: In Palimpsests überlagert er eine Kantilene der Klarinetten mit immer neuen musikalischen Schichten. Wolfgang Rihm wiederum liess sich vom griechischen Mythos zu einem virtuosen Trompetenkonzert inspirieren: Der Satyr Marsyas fordert den Musengott Apoll zu einem musikalischen Wettstreit heraus, unterliegt und wird zur Strafe für seine Hybris bei lebendigem Leibe gehäutet. Und der Schweizer Dieter Ammann bringt in glut (2016) die musikalische Fülle (engl. «glut») zum Glühen. Gemeinsam ist allen drei Komponisten ihr Sinn für leuchtende Klangfarben und fassliche Strukturen, aber auch die reflektierte Anknüpfung an die musikalische Tradition. Wir sind gespannt, welche Wege die Estin Marianna Liik und der Spanier Josef Planells Schiaffino in ihren neuen Orchesterwerken beschreiten!

    Gastronomisches Angebot des KKL beim Sommer-Festival 2019

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

    2003 gründeten der Komponist und Dirigent Pierre Boulez und Festspielintendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: ein weltweit einzigartiges Ausbildungsinstitut für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Sommer für Sommer erhalten hier junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Möglichkeit, zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne eingehend zu studieren und sie anschliessend zur Aufführung zu bringen. Fast 1.200 Absolventen haben die Akademie in den vergangenen fünfzehn Jahren durchlaufen, viele von ihnen waren sogar mehrere Sommer dabei. Seit 2016 hat der deutsche Komponist Wolfgang Rihm die künstlerische Leitung inne; als «Principal Conductor» steht ihm Matthias Pintscher zur Seite. Unterstützt werden sie von international renommierten Interpreten der zeitgenössischen Musik, die als Instrumentalcoaches fungieren. 2018 steht das Schaffen von Karlheinz Stockhausen im Zentrum der Orchester- und Ensemblekonzerte, u. a. mit Aufführungen von Inori und Gruppen; bei letzterem schliesst sich das Orchester der Akademie mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Pintscher, Sir Simon Rattle und Duncan Ward zusammen. Zur Uraufführung gelangt Peter Eötvös’ neue Partitur Reading Malevich, ausserdem werden Werke von Kurtág, Bella, Zimmermann, Nono und «composer-in-residence» Fritz Hauser präsentiert. Bereits zum dritten Mal findet das «Composer Seminar» statt, in dessen Rahmen junge Komponisten ihre Arbeiten mit Rihm, Dieter Ammann sowie weiteren Gästen diskutieren und sie mit ausgewählten LUCERNE FESTIVAL ALUMNI praktisch erproben. Ein «Conducting Fellowship» bietet Stipendiaten die Möglichkeit, die Arbeit der Akademie zu begleiten. Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY wirkt in diesem Sommer auch wieder beim «Erlebnistag» mit und tritt in der Reihe «40min» auf.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Ruth Reinhardt

    Ruth Reinhardt, die 1988 in Saarbrücken geboren wurde, studierte zunächst Violine bei Rudolf Koelman sowie Orchesterleitung bei Constantin Trinks, Johannes Schlaefli und Ulrich Windfuhr an der Zürcher Hochschule der Künste, ehe sie zu Alan Gilbert an die New Yorker Juilliard School wechselte, wo sie ihren Master im Dirigieren erhielt. Meisterkurse führten sie u. a. zu Bernard Haitink, Michael Tilson Thomas, David Zinman und Paavo Järvi. Wichtige Erfahrungen sammelte Ruth Reinhardt 2015 am Tanglewood Music Center des Boston Symphony Orchestra. Ausserdem war sie Conducting Fellow beim Seattle Symphony Orchestra (2015/16) und Associate Fellow im Taki Concordia Program von Marin Alsop (2015–17). Ihre Karriere begann sie von 2016 bis 2018 als Assistenzdirigentin von Jaap van Zweden beim Dallas Symphony Orchestra, das sie mit der Leitung diverser Konzerte betraute, darunter die ReMix-Reihe mit zeitgenössischer Musik. In der Saison 2017/18 war Ruth Reinhardt als Dudamel Fellow beim Los Angeles Philharmonic tätig, im Sommer 2018 war sie als Assistant Conductor an der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY engagiert, wo sie kurzfristig die Leitung von Nonos No hay caminos, hay que caminar … übernahm. In der vergangenen Spielzeit gab sie ihren Einstand u. a. beim Royal Stockholm Philharmonic, beim Grossen Orchester Graz und beim Kristiansand Symfoniorkester; in der Saison 2019/2020 stellt sie sich u. a. am Pult des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, des hr-Sinfonieorchesters sowie bei den Orchester in Detroit, Indianapolis, Baltimore, Houston und Los Angeles sowie beim St. Paul Chamber Orchestra vor. Zu den Opernproduktionen, die sie dirigierte, gehören Dvořáks Rusalka und Webers Freischütz für die North Czech Opera Company und Strauss’ Fledermaus an der Universität der Künste in Leipzig.

    Weitere Termine

    David Fulmer

    Der amerikanische Dirigent, Komponist und Geiger David Fulmer, Jahrgang 1981, studierte an der New Yorker Juilliard School Komposition bei Milton Babbitt sowie Violine bei Robert Mann. 2016 gewann er den Koussevitzky Award und wurde mit einem Guggenheim-Stipendium ausgezeichnet. Seit 2017 amtiert er als Musikdirektor der Hunter Symphony. Als Gastdirigent hat Fulmer mit dem NFM Wrocław Philharmonic und dem Adelaide Symphony Orchestra, dem Ensemble intercontemporain und dem ASKO|Schönberg Ensemble, dem International Contemporary Ensemble (ICE), dem Elision Ensemble, dem Mannes American Composers Ensemble und dem Sydney Modern Music Ensemble zusammengearbeitet. Er ist beim Tanglewood Music Festival, beim Festival Chamber Music North-west und beim Mostly Mozart Festival im New Yorker Lincoln Center aufgetreten, wurde 2014 zu den «Green Um-
    brella»-Konzerten des Los Angeles Philharmonic in die Walt Disney Concert Hall eingeladen und leitete 2016 die LUCERNE FESTIVAL ALUMNI im Rahmen der «NY Biennial» des New York Philharmonic. Auch als Komponist ist David Fulmer erfolgreich: Nach der Uraufführung seines Violinkonzerts 2010 im New Yorker Lincoln Center wurde er eingeladen, das Werk in Tanglewood sowie in Europa und Australien zu präsentieren, und nahm es zusammen mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Matthias Pintscher auf. Ausserdem erhielt er Kompositionsaufträge vom New York Philharmonic, vom Ensemble intercontemporain, vom Berliner Scharoun Ensemble und von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen sowie von Veranstaltern wie der Carnegie Hall, der Alten Oper Frankfurt oder der Salzburg Foundation und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, so als erster Amerikaner überhaupt mit dem Grossen Preis der «International Edvard Grieg Composer Competition».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 2. September 2018 mit Stockhausens Inori und dem Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY.

    August 2019

    Weitere Termine

    Sir George Benjamin

    Sir George Benjamin, geboren 1960 in London, begann bereits als Siebenjähriger zu komponieren. 1974 nahm er in seiner Heimatstadt das reguläre Musikstudium auf, wechselte zwei Jahre später zu Olivier Messiaen und Yvonne Loriod nach Paris und beschloss seine Ausbildung von 1978 bis 1982 bei Alexander Goehr am King’s College in Cambridge. Die Orchesterwerke Ringed by the Flat Horizon, das 1980 bei den BBC Proms herauskam, und At First Light (1982) markierten Benjamins Durchbruch zu internationaler Bekanntheit. Pierre Boulez und das London Symphony Orchestra eröffneten 2002 mit der Uraufführung von Palimpsests eine ihm gewidmete Portraitreihe am Londoner Barbican Centre. 2006 präsentierte Benjamin beim Pariser Festival d’Automne sein erstes Musiktheater Into the Little Hill. 2012 folgte in Aix-en-Provence Written on Skin, für das er den International Opera Award erhielt; seine neueste Oper Lessons in Love and Violence kam 2018 am Londoner Royal Opera House heraus. Zyklische Aufführungen der Werke Benjamins, der 2008 als «composer-in-residence» bei LUCERNE FESTIVAL amtierte, fanden u. a. in San Francisco, Aldeburgh, Mailand, London, New York und in der Hamburger Elbphilharmonie statt. 2018/19 war er «composer-in-residence» bei den Berliner Philharmonikern. Sir George Benjamin ist auch als Dirigent erfolgreich und leitete u. a. die Berliner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, das Mahler Chamber Orchestra, die London Sinfonietta und das Ensemble Modern. Er lehrt als Professor für Komposition am Londoner King’s College und unterrichtet regelmässig in Tanglewood. Benjamin ist «Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres» und wurde 2017 von Queen Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben.

    Als Dirigent präsentierte sich George Benjamin erstmals im Sommer 2008 bei LUCERNE FESTIVAL – bei einem Konzert mit dem Ensemble Intercontemporain und bei Aufführungen seiner Oper Into the Little Hill.

    August 2019

    Weitere Termine

    Reinhold Friedrich

    Reinhold Friedrich, der 1958 im badischen Weingarten geboren wurde, begann seine Laufbahn als Solotrompeter im RSO Frankfurt. Nachdem er 1986 beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München ausgezeichnet worden war, erhielt er Engagements in aller Welt. Seit 1999 ist Friedrich als freischaffender Solist tätig und konzertiert u. a. mit den Berliner Barock Solisten, La Stagione Frankfurt, der Cappella Andrea Barca, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, den Bamberger und den Wiener Symphonikern, dem Orches-tre Philharmonique de Radio France oder dem BBC Symphony Orchestra. Darüber hinaus spielt er seit 2003 als Solotrompeter im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA. Reinhold Friedrich arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Semyon Bychkov, Peter Eötvös, Michael Gielen, Philippe Herreweghe, Christopher Hogwood, Ingo Metzmacher und Jonathan Nott zusammen. Als Kammermusiker tritt er mit der Pianistin Eriko Takezawa, der Schlagzeugerin Robyn Schulkowsky sowie den Organisten Martin Lücker und Sebastian Küchler-Blessing auf; ausserdem ist er Mitglied im Ensemble L’Éventail de Jeanne. Reinhold Friedrich, der auch das Spiel der historischen Klappentrompete beherrscht, widmet sich sowohl der Alten wie auch der Neuen Musik. Er brachte Werke von Wolfang Rihm, Rebecca Saunders, Hans Werner Henze und Adriana Hölszky zur Uraufführung. Für seine Einspielung von Bernd Alois Zimmermanns Nobody knows de trouble I see und für sein Album mit russischen Trompetenkonzerten erhielt er jeweils den «Echo Klassik». Zu seinem 60. Geburtstag erschien 2018 die Edition The Trumpet Collection, die zehn CDs umfasst. Reinhold Friedrich leitet seit 1986 eine Trompetenklasse an der Hochschule für Musik in Karlsruhe; als Honorarprofessor lehrt er ausserdem an der Royal Academy of Music in London, an der Sibelius-Akademie in Helsinki und im japanischen Hiroshima.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 19. August 2001 mit Schostakowitschs Konzert für Trompete und Klavier bei einer Matinee der Festival Strings Lucerne.

    August 2019

    Robyn Schulkowsky

    Die Schlagzeugerin Robyn Schulkowsky, die aus South Dakota stammt, wurde an den Universitäten von Iowa und Albuquerque in New Mexico ausgebildet. Sie begann ihre Karriere 1977 im New Mexico Symphony Orchestra in Santa Fe, ehe sie 1980 für ein Aufbaustudium bei Christoph Caskel nach Köln zog. Dort kam sie intensiv mit der zeitgenössischen Musik in Berührung, die seither ein Zentrum ihrer Tätigkeit bildet. Robyn Schulkowsky arbeitete u. a. mit Karlheinz Stockhausen, Iannis Xenakis und Morton Feldman zusammen und präsentierte deren Werke auf Tourneen in Asien, den USA und Afrika. Ihr Schlagzeug-quintett Glorious Percussion brachte Sofia Gubaidulinas gleichnamiges Werk zur Uraufführung. Mit ihren Soloprogrammen und Musik von John Cage, Helmut Lachenmann und Olga Neuwirth war sie bei den BBC Proms und den Salzburger Festspielen, beim Musikfest Berlin und beim Holland Festival zu Gast. Robyn Schulkowsky sucht bei ihren Projekten auch die Begegnung mit Künstlern anderer Genres, etwa mit dem afrikanischen Drummer Kofi Ghanaba, dem Maler und Objektkünstler Günther Uecker, der Schauspielerin Edith Clever oder den Choreographen Merce Cunningham und Sasha Waltz. 1998 gründete Schulkowsky das RhythmLab, in dessen Rahmen sie zahlreiche Workshops gab, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die rhythmische Intensität von Musik zu vermitteln. 2005 stellte sie gemeinsam mit dem Klangbildhauer Lukas Kühne und dem Drummer Joey Baron das «Space and Frequency – RhythmLab» vor, eine Klangskulptur in der New Yorker Grand Central Station. Mehr als 20 CDs, darunter auch Aufnahmen mit der Bratschistin Kim Kashkashian oder den Trompetern Reinhold Friedrich und Nils Petter Molvaer, dokumentieren Robyn Schulkowskys vielfältige Kunst. Zuletzt veröffentlichte sie 2018 gemeinsam mit Joey Baron das Album Now You Can Hear Me.

    August 2019

    Weitere Termine

    18.30 Uhr | KKL Luzern, Konzertsaal
    Konzerteinführung mit Wolfgang Rihm, Ruth ReinhardtDavid Fulmer und dem Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY (in Deutsch und Englisch)

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