Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY in Hamburg

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Matthias Pintscher

Cerha

Mo, 04.09.20.00 Uhr

Elbphilharmonie Hamburg

Vergangenes Konzert


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On Tour

21.11.-21.03. 2018

 

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    04.

    Sep

    Montag
    20.00

    Elbphilharmonie Hamburg

    Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY in Hamburg

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Matthias Pintscher

    Matthias Pintscher  Komponist und Dirigent
    Friedrich Cerha (*1926)
    Spiegel I–VII

    Das Verhältnis des Einzelnen zur Menge: Es ist ein Lebensthema des österreichischen Komponisten Friedrich Cerha – auch in seinem Orchester-Zyklus Spiegel, den er 1960/61 als eine Art «Welttheater» über die «Gattung ‹Mensch›» konzipierte: «Es ist mir erst viele Jahre später klar geworden, dass dahinter auch meine schrecklichen Kriegserlebnisse stehen. Ich habe bereits als Siebenjähriger die Gräuel des österreichischen Bürgerkriegs erlebt und danach den halbfaschistischen Ständestaat. Im Krieg bin ich als Soldat zweimal desertiert und kam danach in dieses Wien, das damals wirklich verknöchert und konservativ war. Das hat mich geprägt, ich konnte mich nie als in der Gemeinschaft integriert fühlen; ich erlebte mich immer ihr gegenüber.» Cerhas Spiegel brachen mit der «reinen» seriellen Lehre und entwarfen lebendig pulsierende Klangflächen. «Ständig sah ich Bilder vor mir, mal grosse Rothko’sche Flächen, mal Munch-Gemälde, dann auch Turner oder nur wieder seit langem mir vertraute Landschaften», beschreibt Cerhas ungarischer Kollege György Kurtág den faszinierenden Höreindruck.

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    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

    2003 gründeten der Komponist und Dirigent Pierre Boulez und Festspiel-intendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: ein weltweit einzigartiges Ausbildungsinstitut für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Sommer für Sommer erhalten seither rund 130 junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Möglichkeit, zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne in täglichen Proben, Workshops und Lektionen eingehend zu studieren und sie anschliessend zur Aufführung zu bringen. Mehr als 1.000 Absolventen haben die Akademie in den vergangenen vierzehn Jahren durchlaufen, viele von ihnen waren sogar mehrere Sommer dabei. Seit 2016 hat der deutsche Komponist Wolfgang Rihm die künstlerische Leitung inne; als «Principal Conductor» steht ihm Matthias Pintscher zur Seite. Unterstützt werden sie von international renommierten Interpreten der zeitgenössischen Musik, die als Instrumentalcoaches fungieren. Mit der neuen Leitung hat die Akademie ihr Angebot erweitert: 2017 findet zum zweiten Mal das «Composer Seminar» statt, in dem junge Komponisten ihre Arbeiten mit Wolfgang Rihm diskutieren und sie mit Ensembles der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI praktisch erproben. Der «Meisterkurs Dirigieren» wurde zu einem «Conducting Fellowship» erweitert und bietet seinen Stipendiaten die Möglichkeit, drei Wochen lang die Arbeit der Akademie zu begleiten. Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY gestaltet in diesem Sommer drei Sinfoniekonzerte unter Heinz Holliger und Matthias Pintscher, mit dem es im September zudem in Köln und in der Hamburger Elbphilharmonie gastiert. Darüber hinaus präsentieren die Akademisten mehrere Ensemblekonzerte, u. a. am Erlebnistag, arbeiten mit «composer-in-residence» Michel van der Aa und den «artistes étoiles» Jay Campbell und Patricia Kopatchinskaja zusammen und treten bei den «40min» auf.

    August 2017

    Weitere Termine

    Matthias Pintscher

    Seit 2016 ist Matthias Pintscher der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY als «Principal Conductor» fest verbunden. 1971 im westfälischen Marl geboren, betrachtet er das Komponieren und das Dirigieren als komplementäre Sphären seiner künstlerischen Arbeit. Er studierte Komposition bei Giselher Klebe und Manfred Trojahn; Hans Werner Henze gehörte ebenso zu seinen Förderern wie Peter Eötvös, der ihn auch im Dirigieren unterrichtete. Schnell avancierte Pintscher zu einem der erfolgreichsten Komponisten seiner Generation: Seine Musiktheaterwerke Thomas Chatterton und L’Espace dernier wurden an der Dresdner Semperoper bzw. der Opéra National de Paris uraufgeführt, seine Orchesterstücke von den Berliner und den New Yorker Philharmonikern, dem Philharmonia Orchestra, dem London Philharmonic oder dem Cleveland Orchestra. Als Dirigent hat sich Pintscher ein breites Repertoire vor allem mit Werken des 19. und 20. Jahrhunderts erarbeitet. Er leitete u. a. die Berliner Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das New York und das Los Angeles Philharmonic, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und die Staatskapelle Berlin, das Mahler Chamber Orches-tra und das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia; als «artist-in-association» ist er dem BBC Scottish Symphony Orchestra verbunden. 2013 trat Pintscher das Amt des Musikdirektors beim Pariser Ensemble intercontemporain an, mit dem er 2016/17 eine Asientournee unternahm. Als «composer-in-residence» und «artist in focus» präsentierte ihn die Hamburger Elbphilharmonie in ihrer ersten Saison. In diesem Rahmen trat er dort auch mit dem Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY auf und brachte im April 2017 sein neuestes Werk Shirim mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Christoph Eschenbach zur Uraufführung. Matthias Pintscher lehrt als Professor für Komposition an der New Yorker Juilliard School.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 13. August 2010 mit dem Mahler Chamber Orchestra und Werken von Fauré, Chausson, Wagner und Ravel. 

    August 2017

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