Sinfoniekonzert 15

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Matthias Pintscher | Solisten

Bella | Zimmermann | Eötvös | Kurtág

Sa, 01.09.18.30 UhrNr. 18327

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

17.08.-16.09. 2018

 

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    Sinfoniekonzert 15

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Matthias Pintscher | Solisten

    Máté Bella (*1985)
    Lethe für Streichorchester
    Bernd Alois Zimmermann (1918–1970)
    Dialoge. Konzert für zwei Klaviere und Orchester
    Peter Eötvös (*1944)
    Reading Malevich für Orchester
    Uraufführung | Auftragswerk «Roche Commissions»
    György Kurtág (*1926)
    Stele für grosses Orchester

    Eine drei Generationen übergreifende «Hungarian Conncetion» präsentiert die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: Peter Eötvös setzt sich in seinem neuen Werk mit dem russischen Maler Kasimir Malewitsch auseinander. Eötvös’ vier Jahrzehnte jüngerer Landsmann Máté Bella hat sich von der griechischen Mythologie anregen lassen und Lethe, dem «Strom des Vergessens», eine ungemein klangsinnliche Partitur für Streichorchester gewidmet. Mit Stele legte György Kurtág, der Grossmeister der kleinen Form, 1994 sein erstes Orchesterwerk vor – und kanalisierte die Trauer um einen verstorbenen Freund in eine expressive Erinnerungsmusik. Auch die Dialoge von Bernd Alois Zimmermann, der 2018 seinen 100. Geburtstag feiern würde, sind eine Hommage: an Claude Debussy nämlich, einen weiteren Jubilar dieses Jahres. Aber nicht nur Debussy, sondern ebenso Mozart, Jazzelemente und der alte Pfingsthymnus Veni, creator spiritus tauchen in Zimmermanns zitat- und anspielungsreichem Konzert für zwei Klaviere auf.

    Radio SRF2 Kultur zeichnet das Konzert auf und sendet es am 26. Dezember 2018, ab 21 Uhr in der Sendung «Neue Musik im Konzert».

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

    2003 gründeten der Komponist und Dirigent Pierre Boulez und Festspielintendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: ein weltweit einzigartiges Ausbildungsinstitut für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Sommer für Sommer erhalten hier junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Möglichkeit, zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne eingehend zu studieren und sie anschliessend zur Aufführung zu bringen. Fast 1.200 Absolventen haben die Akademie in den vergangenen fünfzehn Jahren durchlaufen, viele von ihnen waren sogar mehrere Sommer dabei. Seit 2016 hat der deutsche Komponist Wolfgang Rihm die künstlerische Leitung inne; als «Principal Conductor» steht ihm Matthias Pintscher zur Seite. Unterstützt werden sie von international renommierten Interpreten der zeitgenössischen Musik, die als Instrumentalcoaches fungieren. 2018 steht das Schaffen von Karlheinz Stockhausen im Zentrum der Orchester- und Ensemblekonzerte, u. a. mit Aufführungen von Inori und Gruppen; bei letzterem schliesst sich das Orchester der Akademie mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Pintscher, Sir Simon Rattle und Duncan Ward zusammen. Zur Uraufführung gelangt Peter Eötvös’ neue Partitur Reading Malevich, ausserdem werden Werke von Kurtág, Bella, Zimmermann, Nono und «composer-in-residence» Fritz Hauser präsentiert. Bereits zum dritten Mal findet das «Composer Seminar» statt, in dessen Rahmen junge Komponisten ihre Arbeiten mit Rihm, Dieter Ammann sowie weiteren Gästen diskutieren und sie mit ausgewählten LUCERNE FESTIVAL ALUMNI praktisch erproben. Ein «Conducting Fellowship» bietet Stipendiaten die Möglichkeit, die Arbeit der Akademie zu begleiten. Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY wirkt in diesem Sommer auch wieder beim «Erlebnistag» mit und tritt in der Reihe «40min» auf.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Matthias Pintscher

    Seit 2016 ist Matthias Pintscher der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY als «Principal Conductor» fest verbunden. 1971 im westfälischen Marl geboren, betrachtet er das Komponieren und das Dirigieren als komplementäre Sphären seiner künstlerischen Arbeit. Er studierte Komposition bei Giselher Klebe und Manfred Trojahn; Hans Werner Henze gehörte ebenso zu seinen Förderern wie Peter Eötvös, der ihn auch im Dirigieren unterrichtete. Schnell avancierte Pintscher zu einem der erfolgreichsten Komponisten seiner Generation: Seine Musiktheaterwerke Thomas Chatterton und L’Espace dernier wurden an der Dresdner Semperoper bzw. der Opéra national de Paris uraufgeführt, seine Orchesterstücke von den Berliner und den New Yorker Philharmonikern, dem Philharmonia Orchestra, dem London Philharmonic, dem Chicago Symphony oder dem Cleveland Orchestra. Als Dirigent leitete Pintscher u. a. die Berliner Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das New York und das Los Angeles Philharmonic, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und die Staatskapelle Ber- lin, das Mahler Chamber Orchestra und das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia; im Februar 2018 debutierte er beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, im Juni folgte sein Einstand beim London Symphony Orchestra. Als «artist-in-association» ist Pintscher seit 2010 dem BBC Scottish Symphony Orchestra verbunden, 2013 trat er das Amt des Musikdirektors beim Pariser Ensemble intercontemporain an, 2020 übernimmt er die Leitung des amerikanischen Ojai Music Festival. Als «composer-in-residence» und «artist in focus» präsentierte ihn die Hamburger Elbphilharmonie 2016/17 in ihrer Eröffnungssaison; in diesem Rahmen trat er dort auch mit dem Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACA-DEMY auf. Matthias Pintscher lehrt als Professor für Komposition an der New Yorker Juilliard School of Music.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 13. August 2010 mit dem Mahler Chamber Orchestra und Werken von Fauré, Chausson, Wagner und Ravel.

    Juli 2018

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    Pierre-Laurent Aimard

    Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard, der 1957 in Lyon geboren wurde, studierte am Pariser Conservatoire bei Yvonne Loriod und bei Maria Curcio in London. Ausserdem nahm er an den Analyseseminaren von Pierre Boulez am Pariser IRCAM teil und besuchte Kurse von György Kurtág in Budapest. 1973 gewann er den Messiaen-Preis in Royan und gilt seither als berufener Interpret der Werke dieses Komponisten. Als Boulez 1976 das Ensemble intercontemporain gründete, ernannte er Aimard zum Solopianisten. Viele bedeutende Kompositionen hat Aimard seither uraufgeführt, darunter die Répons von Boulez, mehrere Etüden György Ligetis oder Harrison Birtwistles Klavierkonzert Responses. Daneben interpretierte er als Solist und Kammermusiker stets auch das «traditionelle» Repertoire, das er in klug durchdachten Programmen mit ungewöhnlicher Dramaturgie aufführt. Als «artiste étoile» stand Aimard 2007 im Zentrum von LUCERNE FESTIVAL; «in residence» war er auch bei den Berliner Philharmonikern, im Wiener Konzerthaus, an der New Yorker Carnegie Hall, in der Cité de la Musique Paris, an der Alten Oper Frankfurt, beim Tanglewood Festival und im Londoner Southbank Centre. Von 2009 bis 2016 amtierte er als Künstlerischer Leiter des Aldeburgh Festivals. In der vergangenen Saison war Aimard mit Rezitalen in Tokio, Peking, Moskau, St. Petersburg, New York, Paris, Wien sowie im Berliner Pierre Boulez Saal zu Gast und unternahm eine Europa-Tournee mit dem Gustav Mahler Jugendorchester. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2017 der Ernst von Siemens Musikpreis; für seine Aufnahme von Bachs Kunst der Fuge wurden ihm der «Diapason d’or» und der «Choc du Monde de la Musique» verliehen. Zuletzt erschien im Frühjahr seine Gesamteinspielung von Messiaens Catalogue d’oiseaux. Aimard lehrt als Professor an der Musikhochschule Köln.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 23. August 1979 mit den Oiseaux exotiques von Messiaen; Miltiades Caridis dirigierte das Schweizerische Festspielorchester.

    Deutschen Grammophon Gesellschaft.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Tamara Stefanovich

    Die Pianistin Tamara Stefanovich, geboren 1973 in Belgrad, trat bereits als Siebenjährige öffentlich auf und war mit 13 Jahren die jüngste Studentin an der Universität Belgrad. Nach dem Diplom setzte sie ihre Ausbildung bei Claude Frank am Curtis Institute of Music in Philadelphia und bei Pierre-Laurent Aimard an der Kölner Musikhochschule fort. Tamara Stefanovich interpretiert ein breites Repertoire und ist regelmässig bei den Festivals in Salzburg, La Roque d’Anthéron und Ravenna sowie in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt zu Gast, darunter die New Yorker Carnegie Hall, die Berliner Philharmonie, die Suntory Hall in Tokio und die Londoner Wigmore Hall. Sie hat mit dem Cleveland, dem Chicago und dem London Symphony Orchestra, dem London Philharmonic, den Bamberger Symphonikern und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen sowie mit Komponisten wie Pierre Boulez, Peter Eötvös und György Kurtág zusammengearbeitet. In der Saison 2017/18 debutierte sie beim Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo, unternahm eine Europatournee mit dem Gustav Mahler Jugendorchester unter Vladimir Jurowski und war mit dem National Youth Orchestra of Great Britain bei den BBC Proms, in Aldeburgh und in Birmingham zu hören. Rezitale führten sie ins Amsterdamer Muziekgebouw, ins Londoner Southbank Center, zum Edinburgh Festival, nach Monte-Carlo und zum Klavier-Festival Ruhr. Tamara Stefanovich leitet regelmässig interdisziplinäre Education-Projekte im Londoner Barbican Centre, sowie in der Kölner Philharmonie und hat in Zusammenarbeit mit dem Klavier-Festival Ruhr ein interaktives Online-Angebot zu Boulez’ Notations entwickelt. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen dokumentieren ihr Schaffen. Zuletzt erschienen ihre Einspielung des Klavierkonzerts von Hans Abrahamsen mit dem WDR Sinfonieorchester sowie Konzerte von Kurtág mit dem Asko|Schönberg Ensemble unter Reinbert de Leeuw.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 11. September 2005; Tamara Stefanovich interpretierte gemeinsam mit Pierre-Laurent Aimard Werke von Pierre Boulez.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    17.30 Uhr | Peter Eötvös im Gespräch mit Mark Sattler | KKL Luzern, Auditorium

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