Meisterkurs Dirigieren, Tag 2

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Heinz Holliger

Bartók | Koechlin | Debussy | Ligeti

Do, 17.08.20.00 UhrNr. 17472

Südpol

Vergangenes Konzert


Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    17.

    Aug

    Donnerstag
    20.00

    Südpol

    Meisterkurs Dirigieren, Tag 2

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Heinz Holliger

    Studierende des Meisterkurses Dirigieren  
    Béla Bartók (1881–1945)
    Der holzgeschnitzte Prinz Sz 60. Tanzspiel in einem Akt
    Charles Koechlin (1867–1950)
    Les Bandar-log (Scherzo des singes) op. 176
    Claude Debussy (1862–1918)
    Khamma (orchestriert von Charles Koechlin)
    György Ligeti (1923–2006)
    Konzert für Violine und Orchester

    Was genau macht eigentlich ein Dirigent? Zunächst einmal ist er ein geduldiger Leser, denn er muss die Partituren, die er aufführen will, genauestens kennen, bis zum leisesten Pieps der Piccoloflöte. Und mehr noch: Er muss sie tief durchdrungen haben, bevor er ans Pult tritt. Deshalb umfasst der allsommerliche Dirigier-Meisterkurs der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY neben der praktischen Arbeit mit dem Academy-Orchester auch Theorielektionen. Und deshalb sind Matthias Pintscher und Heinz Holliger, der den ersten Teil des Meisterkurses am 15. und 17. August übernimmt, die idealen Leiter: Beide sind sie Komponist und Dirigent in Personalunion, haben also eine doppelte Perspektive. Sie wissen nicht nur, wie etwas kompositorisch «gemacht» ist, sondern auch, wie man die Musik interpretatorisch zum Leben erweckt. Davon profitieren nicht nur die jungen Dirigentinnen und Dirigenten, sondern auch alle interessierten Gasthörer.

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    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

    2003 gründeten der Komponist und Dirigent Pierre Boulez und Festspiel-intendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: ein weltweit einzigartiges Ausbildungsinstitut für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Sommer für Sommer erhalten seither rund 130 junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Möglichkeit, zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne in täglichen Proben, Workshops und Lektionen eingehend zu studieren und sie anschliessend zur Aufführung zu bringen. Mehr als 1.000 Absolventen haben die Akademie in den vergangenen vierzehn Jahren durchlaufen, viele von ihnen waren sogar mehrere Sommer dabei. Seit 2016 hat der deutsche Komponist Wolfgang Rihm die künstlerische Leitung inne; als «Principal Conductor» steht ihm Matthias Pintscher zur Seite. Unterstützt werden sie von international renommierten Interpreten der zeitgenössischen Musik, die als Instrumentalcoaches fungieren. Mit der neuen Leitung hat die Akademie ihr Angebot erweitert: 2017 findet zum zweiten Mal das «Composer Seminar» statt, in dem junge Komponisten ihre Arbeiten mit Wolfgang Rihm diskutieren und sie mit Ensembles der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI praktisch erproben. Der «Meisterkurs Dirigieren» wurde zu einem «Conducting Fellowship» erweitert und bietet seinen Stipendiaten die Möglichkeit, drei Wochen lang die Arbeit der Akademie zu begleiten. Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY gestaltet in diesem Sommer drei Sinfoniekonzerte unter Heinz Holliger und Matthias Pintscher, mit dem es im September zudem in Köln und in der Hamburger Elbphilharmonie gastiert. Darüber hinaus präsentieren die Akademisten mehrere Ensemblekonzerte, u. a. am Erlebnistag, arbeiten mit «composer-in-residence» Michel van der Aa und den «artistes étoiles» Jay Campbell und Patricia Kopatchinskaja zusammen und treten bei den «40min» auf.

    August 2017

    Weitere Termine

    Heinz Holliger

    Heinz Holliger wurde 1939 in Langenthal im Kanton Bern geboren. Er studierte in Bern, Paris und Basel die Fächer Oboe (bei Émile Cassagnaud und Pierre Pierlot), Klavier (bei Sava Savoff und Yvonne Lefébure) sowie Komposition (bei Sándor Veress und Pierre Boulez). Seine internationale Karriere als Oboist, die ihn in die grossen Musikzentren aller fünf Kontinente geführt hat, begann 1959, als er den Ersten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf gewann; 1961 siegte er überdies beim ARD-Musikwettbewerb in München – und feierte seinen Einstand bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern, dem heutigen LUCERNE FESTIVAL. Heinz Holliger hat die spieltechnischen Möglichkeiten seines Instruments erweitert und setzt sich bis heute mit Nachdruck für die zeitgenössische Musik wie auch für weniger bekannte Werke ein. Zahlreiche Komponisten, unter ihnen Henze, Ligeti und Lutosławski, widmeten ihm neue Partituren. 1977 nahm Heinz Holliger seine Dirigentenlaufbahn auf, die ihn bald zu den renommiertesten Orchestern brachte, zu den Berliner und den Wiener Philharmonikern etwa, zum Cleveland Orchestra, zum Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam oder zum Philharmonia Orchestra. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit dem Chamber Orchestra of Europe. Mit seinem eigenen Schaffen präsentierte sich Heinz Holliger 1998 als «composer-in-residence» bei den IMF Luzern. 2002 wurde seine Oper Schneewittchen in Zürich uraufgeführt, und dort kommen 2018 auch seine Lenau-Szenen Lunea heraus. Holliger wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt, darunter der Sonning-Musikpreis (1987), der Frankfurter Musikpreis (1988), der Siemens-Musikpreis (1991), der Premio Abbiati der Biennale di Venezia (1995), der Zürcher Festspielpreis (2007) und zuletzt der Robert-Schumann-Preis (2017). Seit 2016 ist er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 31. August 1961 als Oboist mit Veress’ Passacaglia concertante.

    April 2017

    Weitere Termine

    Donnerstag, 17. August | Südpol:
    19.00 Uhr | Meisterkurs Dirigieren − Theorie zu Koechlin Les Bandar-log mit Otfrid Nies
    20.00 – 22.00 Uhr | Meisterkurs Dirigieren mit Heinz Holliger