Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY in Paris

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Gergely Madaras

Stockhausen

Fr, 14.09.20.30 Uhr

Philharmonie de Paris

Vergangenes Konzert


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On Tour

14.10.-22.10. 2018

 

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    Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY in Paris

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Gergely Madaras

    Jamil Attar  Tänzer-Mime
    Emmanuelle Grach  Tänzer-Mimin
    Karlheinz Stockhausen (1928–2007)
    INORI. Anbetung für zwei Solisten und grosses Orchester

    «Die neue Funktion der Musik muss eine religiöse sein», verkündete Karlheinz Stockhausen bereits in jungen Jahren. Doch erst in den 1970ern, bestärkt durch die Begegnung mit Ostasien und dem Zen-Buddhismus, trat die geistlich-spirituelle Orientierung seines Schaffens deutlich zutage … und irritierte Stockhausens Avantgarde-Kollegen, die ganz auf die politische Dimension der Kunst fixiert waren. In Inori (der japanische Titel bedeutet «Gebet, Anrufung») thronen zwei Tanzmimen hoch über dem 89-köpfigen Orchester auf einem Gerüst. Dort unterlegen sie die Musik mit Gebetsgesten, die Stockhausen verschiedenen Religionen entlehnte und für die er eine eigene Notation entwickelte. Diese ritualhaften Bewegungsabläufe einzustudieren, braucht indes Zeit. Und so bereiten sich zwei junge Tänzerpaare seit vergangenem Sommer auf die beiden Luzerner Aufführungen vor, angeleitet von Alain Louafi und Kathinka Pasveer, die eng mit Stockhausen zusammengearbeitet haben.

    Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

    2003 gründeten der Komponist und Dirigent Pierre Boulez und Festspielintendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: ein weltweit einzigartiges Ausbildungsinstitut für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Sommer für Sommer erhalten hier junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Möglichkeit, zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne eingehend zu studieren und sie anschliessend zur Aufführung zu bringen. Fast 1.200 Absolventen haben die Akademie in den vergangenen fünfzehn Jahren durchlaufen, viele von ihnen waren sogar mehrere Sommer dabei. Seit 2016 hat der deutsche Komponist Wolfgang Rihm die künstlerische Leitung inne; als «Principal Conductor» steht ihm Matthias Pintscher zur Seite. Unterstützt werden sie von international renommierten Interpreten der zeitgenössischen Musik, die als Instrumentalcoaches fungieren. 2018 steht das Schaffen von Karlheinz Stockhausen im Zentrum der Orchester- und Ensemblekonzerte, u. a. mit Aufführungen von Inori und Gruppen; bei letzterem schliesst sich das Orchester der Akademie mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Pintscher, Sir Simon Rattle und Duncan Ward zusammen. Zur Uraufführung gelangt Peter Eötvös’ neue Partitur Reading Malevich, ausserdem werden Werke von Kurtág, Bella, Zimmermann, Nono und «composer-in-residence» Fritz Hauser präsentiert. Bereits zum dritten Mal findet das «Composer Seminar» statt, in dessen Rahmen junge Komponisten ihre Arbeiten mit Rihm, Dieter Ammann sowie weiteren Gästen diskutieren und sie mit ausgewählten LUCERNE FESTIVAL ALUMNI praktisch erproben. Ein «Conducting Fellowship» bietet Stipendiaten die Möglichkeit, die Arbeit der Akademie zu begleiten. Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY wirkt in diesem Sommer auch wieder beim «Erlebnistag» mit und tritt in der Reihe «40min» auf.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Gergely Madaras

    Der 1984 in Budapest geborene Dirigent Gergely Madaras studierte zunächst Flöte an der Franz-Liszt-Akademie seiner Heimatstadt. Anschliessend wechselte er an die Universität für Musik nach Wien, wo er die Dirigentenklasse absolvierte. Er ist Musikdirektor des Orchestre Dijon Bourgogne und Chefdirigent des ungarischen Savaria Symphony Orchestra und tritt im September 2019 sein Amt als Musikdirektor des Orchestre Philharmonique Royal de Liège an. Als Gastdirigent arbeitet er auf dem Konzertpodium oder im Tonstudio darüber hinaus regelmässig mit Klangkörpern wie dem BBC Symphony Orchestra und BBC Philharmonic, dem Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, dem Orchestra Philharmonique de Radio France und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Münchener Kammerorchester oder der Akademie für Alte Musik zusammen. Einladungen führten Gergely Madaras überdies ans Pult des Philharmonia Orchestra (in der Reihe «Music of Today»), nach Houston, Melbourne und Queensland sowie zur Auckland Philharmonia gearbeitet. Höhepunkte der Saison 2018/19 sind sein Debut bei der Filarmonica della Scala, mit der er das Milano Musica Festival eröffnet, sowie sein Einstand in der Pariser Philharmonie mit dem Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY und Stockhausens INORI. Auch mit dem Hallé Orchestra, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem Orchestre National de Montpellier und dem BBC Scottish Symphony Orchestra wird er zu erleben sein. Als Operndirigent ist Gergely Madaras an der English National Opera, der Niederländischen Nationaloper und der Ungarischen Staatsoper aufgetreten und kehrt im Dezember mit Viva la Mamma! ans Grand Théâtre de Genève zurück. Im klassischen und romantischen Repertoire verankert, setzt sich er für Bartók, Kodály und Dohnányi wie aucvh für die zeitgenössische Musik ein und hat mit Komponisten wie Pierre Boulez, George Benjamin oder Peter Eötvös zusammengearbeitet.

    September 2018

    Jamil Attar

    Jamil Attar, geboren 1993 in Frankreich, studierte zeitgenössischen Tanz und Ballett am Conservatoire national supérieur de musique et de danse in Lyon und absolvierte parallel dazu an der École Nationale de Musique, Danse et Art Dramatique de Villeurbanne eine Ausbildung zum Jazzschlagzeuger. Erste Erfahrungen sammelte er im Jeune Ballet de Lyon, mit dem er auf Frankreich-Tournee ging, u. a. mit seinem eigenen Tanzstück Henya. Er wirkte an Produktionen des Giorgio Mancini Ballet (Mozart per Gioco) sowie an Projekten von Mitia Fedotenko und des belgischen Choreographen Wim Vandekeybus mit und brachte 2014 in Genf seine eigene Produktion Artificial Landscape Project heraus. Im Mai gestaltete Attar in Hamburg unter der Leitung von Peter Eötvös den Luzifer-Tänzer in Stockhausens DONNERSTAG aus LICHT. Mit INORI gastiert er im September in Paris, und auch mit Harris Gekas und seiner Compagnie Strates geht er 2018/19 auf Tournee.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Emmanuelle Grach

    Die französische Tänzerin und Choreographin Emmanuelle Grach wurde 1987 in Caen geboren. Bereits als Sechsjährige begann sie am Regionalkonservatorium von Boulogne-Billancourt ihre Ausbildung zunächst im klassischen, später auch im zeitgenössischen Tanz, die sie ab 2004 am Pariser Conservatoire national supérieur de musique et de danse fortsetzte, u. a. bei Susan Alexander, Peter Goss et Joëlle Mazet. Nach ihrem Studienabschluss im Jahr 2009 baute sie ihre eigene Compagnie Nevermind auf, mit der sie beim Choreographen-Wettbewerb «Les Synodales» in Sens den Ersten Platz errang. Auch beim «Concours Danse Élargie» zählte sie 2010 zu den Finalisten. Emmanuelle Grach arbeitete u. a. mit dem Ensemble Le Balcon zusammen, mit dem sie Peter Eötvös’ gleichnamige Oper aufführte, und wirkte als Michael-Tänzerin an Produktionen von Stockhausens DONNERSTAG aus LICHT am Theater Basel (2016) und in Hamburg (2018) mit.

    Juli 2018

    Weitere Termine
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